Es ist ein bemerkenswerter Schlagabtausch, der sich am Mittwochabend zwischen Manuela Schwesig und Leif-Erik Holm entwickelt: Beim TV-Duell kurz vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zwischen der SPD-Spitzenkandidatin und ihrem AfD-Herausforderer spricht Schwesig plötzlich über einen verurteilten Bankräuber in den Reihen der AfD. „Sie treten mit einem Bankräuber an, der eine Frau bedroht hat. Das sind die Männer in Ihrer Truppe, die uns Frauen klein machen wollen“, sagt die Ministerpräsidentin. Holm nennt das „völligen Quatsch“ und kontert: „Sie polarisieren, Sie schüren Ängste.“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Seit Wochen weist Schwesig in ihrem Wahlkampf auf den Bankräuber von der AfD hin. Für die SPD-Frau ist es eine Steilvorlage: ein Gewaltverbrecher in den Reihen einer Partei, die wie keine andere auf Recht und Ordnung pocht. Kaum eine Gelegenheit lässt Schwesig ungenutzt, den Wählern diesen Widerspruch vor Augen zu führen. Was ist dran an dem Vorwurf?
Hintergründe zur AfD – für Sie recherchiert
Banküberfall in Duisburg: Sascha Gläser ist Direktkandidat bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern
Bekannt wurde die Geschichte um den Bankräuber von der AfD vor wenigen Wochen, als mehrere Medien über einen Kriminalfall berichteten, der sich im Dezember 2012 im Duisburger Stadtteil Rumeln abspielte. Damals betrat ein unmaskierter Mann eine Volksbank-Filiale, zückte aus seiner Jacke eine vermeintliche Pistole, bedrohte damit eine Bankangestellte und forderte Geld. Die Frau händigte dem Mann das Geld aus. Der Täter flüchtete zu Fuß.

Fast 14 Jahre später stellt sich heraus, dass es sich bei dem Mann um Sascha Gläser handelt. Gläser ist heute 42 Jahre alt, AfD-Politiker, bis zuletzt stellvertretender Kreisvorsitzender und Direktkandidat im Rostocker Wahlkreis 7 bei der Wahl am kommenden Sonntag.
Gläser war damals nach dem Bankraub per Öffentlichkeitsfahndung gesucht worden, die Ermittler konnten ihn fassen. Wegen schwerer räuberischer Erpressung wurde er zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Strafe verbüßte er im offenen Vollzug.
Banküberfall: AfD-Politiker räumt Tat ein, Parteiausschlussverfahren läuft
Gegenüber der „Ostsee-Zeitung“ räumte Gläser den Banküberfall Ende August ein: „Rückblickend war die Tat Ausdruck einer persönlichen Krise und einer Flucht aus meinem Lebensumfeld“, sagte der AfD‑Politiker. Er habe damals in einer „toxischen Beziehung“ gelebt und wollte „radikal“ aus den für ihn „schädlichen Strukturen“ ausbrechen. Die Schusswaffe sei keine echte gewesen, erklärte er, sondern ein Feuerzeug in Pistolenform. Den Überfall sehe er heute „als den größten Fehler meines Lebens“, so Gläser. „Ich habe seit diesem Ereignis mein Leben komplett umgekrempelt.“ Heute führe er ein „unbescholtenes Leben“, führte der AfD-Politiker weiter aus.
Unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe reagierte die Partei: Der AfD in Mecklenburg-Vorpommern sei der Banküberfall nicht bekannt gewesen, hieß es. Er habe der Partei seine Vergangenheit verschwiegen, von einem „erheblichen Vertrauensbruch“ war die Rede. Mittlerweile laufe ein Parteiausschlussverfahren. Da Gläsers Name kurzfristig nicht mehr vom Wahlzettel gestrichen werden könne, kündigte der 42-Jährige bereits an, im Fall eines Wahlsiegs auf das Mandat verzichten zu wollen.








