Unter US-Präsident Donald Trump geht die US-Einwanderungsbehörde ICE härter denn je gegen Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus vor. Nun geriet ausgerechnet ein Reservepolizist im Bundesstaat Maine ins Visier der Beamten – ein Mann, der eigentlich Recht und Ordnung sichern sollte. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) wurde er festgenommen, weil er keine gültigen Papiere mehr besaß. Inzwischen hat er zugestimmt, die Vereinigten Staaten freiwillig zu verlassen.

Polizist ohne gültiges Visum – Festnahme in Old Orchard Beach

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um Jon Luke Evans, einen Reservebeamten der Polizei von Old Orchard Beach. Wie „AP“ berichtet, wurde Evans am 25. Juli im Rahmen verschärfter Einwanderungskontrollen in Gewahrsam genommen.

Die Stadtverwaltung verteidigte sich umgehend. Man habe, so heißt es in einer Stellungnahme, von Bundesbehörden die Auskunft erhalten, Evans sei zur Arbeit in den Vereinigten Staaten berechtigt. Zudem sei das verpflichtende Kontrollsystem E-Verify eingesetzt worden – ein Online-Portal des Heimatschutzministeriums, das die Arbeitsberechtigung von Bewerbern überprüft. Das Ergebnis sei positiv ausgefallen, zitiert AP die Stadt.

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ICE erhebt schwere Vorwürfe: Illegale Beschäftigung und versuchter Waffenkauf

Die US-Behörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) bewertet den Fall deutlich anders. Evans habe sein Visum überzogen und darüber hinaus versucht, auf illegale Weise eine Schusswaffe zu erwerben, teilte die Behörde am Montag mit. Trotz des positiven Ergebnisses im E-Verify-System sei seine Einstellung „fahrlässig“ gewesen, wie „AP“ die Behörde zitiert.

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Besonders scharf äußerte sich Patricia Hyde, stellvertretende Leiterin des ICE-Büros in Boston. In einer Stellungnahme, über die das Magazin „Newsweek“ berichtete, sagte sie: „Dass eine Polizeibehörde wissentlich einen illegalen Einwanderer einstellt und ihm eine Waffe aushändigt, ist tragisch und inakzeptabel.“ Hyde betonte zugleich, ICE Boston werde der öffentlichen Sicherheit weiterhin Vorrang einräumen – „indem es kriminelle Ausländer festnimmt und abschiebt“.

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E-Verify System: Wie zuverlässig ist das Kontrollinstrument?

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf das E-Verify-System, das in den USA für Arbeitgeber verpflichtend ist. Eigentlich soll die Datenbank des Heimatschutzministeriums Arbeitgebern Gewissheit verschaffen, ob ein Bewerber über eine gültige Arbeitserlaubnis verfügt. Doch wie im Fall von Jon Luke Evans zeigt, ist das Verfahren nicht unfehlbar: Veraltete Datensätze oder geschickte Umgehungen können dazu führen, dass Personen durch das Raster schlüpfen.

Kritiker werfen E-Verify seit Jahren vor, einerseits zu ungenau und fehleranfällig zu sein, andererseits legale Beschäftigte unter Generalverdacht zu stellen. ICE nutzt den Fall nun, um erneut auf die Risiken einer „blinden“ Nutzung des Systems hinzuweisen.

News aus den USA

Entscheidung des Gerichts: Freiwillige Ausreise statt Abschiebung

Ein Sprecher der Einwanderungsbehörde ICE erklärte gegenüber der „AP“ am Montag telefonisch, ein Einwanderungsrichter habe Evans die freiwillige Ausreise genehmigt. Diese Entscheidung ermögliche es ihm, die Vereinigten Staaten auf eigene Kosten zu verlassen und so einer formalen Abschiebung zuvorzukommen. Laut dem ICE-Vertreter hätte Evans noch am selben Tag ausreisen können.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Wie ICE weiter mitteilte, sei Evans zunächst aus dem Wyatt-Gefängnis im Bundesstaat Rhode Island in eine Einrichtung der Behörde in Burlington, Massachusetts, verlegt worden. Ob er anwaltlich vertreten wird, blieb nach Angaben von „AP“ offen.

Die Stadt Old Orchard Beach wiederum wies jede Verantwortung von sich. In einer Stellungnahme betonte sie, man halte sich strikt an alle gesetzlichen Vorgaben bei der Einstellung von Mitarbeitern – auch im Fall Evans.

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Trumps Einwanderungspolitik: Verschärfte Abschiebungen und tödliche Zwischenfälle

Die Festnahme steht im Kontext der harten Migrationspolitik von Präsident Donald Trump. Seine Regierung hatte angekündigt, Millionen Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus auszuweisen. Dabei geraten nicht nur Menschen ohne Papiere, sondern auch Inhaber gültiger Visa oder Green Cards ins Visier der Behörden.

Welche Folgen dieser Kurs haben kann, zeigte sich jüngst in Kalifornien. Dort kam es zu einem tödlichen Zwischenfall, als ein 40-jähriger Mann beim Versuch, einer Razzia von ICE-Beamten zu entkommen, starb. Nach Angaben der Stadtverwaltung von Monrovia, einer Gemeinde östlich von Los Angeles, sei er von einem Parkplatz geflüchtet, auf dem sich häufig Tagelöhner versammeln, um nach Arbeit zu suchen. Der Mann rannte demnach auf eine vielbefahrene Autobahn, wo er von einem Auto erfasst wurde.