Es sind kurze Videos, selten länger als 40 Sekunden, die Khaby Lame zum Millionär machten. Der gebürtige Senegalese mit italienischer Staatsbürgerschaft ist mittlerweile der erfolgreichste TikToker der Welt, der sich im virtuellen Raum über Widrigkeiten des Lebens amüsiert. Nach seiner Einreise in die USA stieß er allerdings auf die harte Realität der US-Einwanderungspolitik. Denn nicht nur in den Staaten lebende Migranten drohen Gefahr, in ihre Heimat oder Länder wie El Salvador gebracht zu werden. Auch für Europäer kann die neue Grenzpolitik der Trump-Administration zum Verhängnis werden.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Am Freitag wurde Seringe Khabane Lame am Flughafen von Las Vegas festgenommen. Der Vorwurf von ICE (United States Immigration and Customs Enforcement): Der Italiener habe sein Visum überzogen, nachdem er am 30. April in die USA eingereist war. Ob dem wirklich so war, ist nicht bekannt. Lame wollte sich auf Anfrage verschiedener Nachrichtenagenturen nicht zu dem Vorfall äußern.

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Khaby Lame: Freiwillige Ausreise bewahrte ihn vor schlimmeren

Seine Festnahme fällt inmitten einer aufgeheizten Stimmung um die Migrationspolitik der Trump-Regierung: Der Republikaner hatte in einem umstrittenen Schritt die Nationalgarde und die Marines nach Los Angeles geschickt, Texas wollte es ihm gleichtun. Landesweit protestierten Menschen gegen die harte Gangart des ICE. Es kam zu Ausschreitungen. Unterdessen mehrten sich Berichte darüber, dass Trump Migranten in das US-amerikanische Foltergefängnis Guantánamo Bay bringen will– darunter auch Deutsche.

Ein Schicksal, das Lame offenbar verschont blieb. Laut der Nachrichtenagentur AP konnte er nach seiner Festnahme freiwillig ausreisen. Damit vermied er wohl nicht nur seine erzwungene Rückführung, sondern auch einen Eintrag in seiner Akte. Dort wäre sonst nämlich ein Abschiebebefehl notiert worden, der ein Einreiseverbot von bis zu zehn Jahren bedeutet hätte.

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TikTok-Star verhaftet: Das ist sein Erfolgskonzept

Lame ist nicht der erste Europäer, der an der US-amerikanischen Grenze scheitert – wohl aber einer der prominentesten. Dabei entspricht der 25-Jährige eigentlich dem Aufstiegsversprechen, das die US-republikanische Riege, allen voran Donald Trump und sein einstiger Verbündeter Elon Musk, so gerne vor sich hertragen. Der zumeist hochstilisierte Tellerwäscher ist in diesem Fall ein einstiger Mitarbeiter einer Lüftungsfabrik bei Turin.

Geboren im Senegal zog er in jungen Jahren mit seiner Familie nach Italien, erlangte seine Staatsbürgerschaft aber erst im Jahr 2020. Seinen Durchbruch erlangte er auf TikTok während der Coronapandemie. Mittlerweile folgen ihm über 162 Millionen Menschen auf der Plattform. Forbes beziffert sein Vermögen auf rund 20 Millionen US-Dollar. Zugutekommen ihm Werbepartnerschaften, etwa mit dem Modelabel Hugo Boss.

Sein Erfolgskonzept: Er zeigt in seinen Videos Menschen, die sogenannte Lifehacks präsentieren – also Tricks, die das Leben erleichtern sollen. Diese scheinen aber unnötig kompliziert, weshalb er vermeintlich einfachere Lösungen zeigt. In einem seiner letzten Videos, das über 14 Millionen Mal aufgerufen wurde, ist ein Mann zu sehen, der ein Tablett um 360 Grad drehen kann – obwohl Gläser darauf stehen. Lames Vorschlag: Die Gläser festkleben, weshalb er das Kunststück unendlich mal wiederholen kann. Sein letztes Video ist von Sonntag. Seine Erfahrungen an der US-Grenze thematisiert er dort nicht.