Sie schlagen urplötzlich zu – und bedeuten für Migranten oft das Ende des eines langersehnten Traums; vom viel gepriesenen Aufstiegsversprechen der USA. Seid dem Amtsantritt von Donald Trump geht die Einwanderungsbehörde ICE rabiat gegen Migranten vor, schlägt etwa bei Betrieben auf und nimmt sie in Gewahrsam.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Trotz der massiven Proteste hält der US-Präsident an der Praxis fest. Im Gegenteil: Nach Los Angeles schickte er Nationalgarde und Marines – und kokettiert mit brutal anmutenden Internierungslager. Am Dienstag besuchte er „Alligator Alcatraz“, einen unwirtlichen Ort, den Floridas Gouverneur mitten in die Sumpfwildnis der Everglades pflanzte. „Wenn Menschen fliehen, wartet dort nicht sehr viel auf sie – außer Alligatoren und Pythons“, feiert der örtliche Regierungschef die Anlage.
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Um Migranten vor einem Leben zwischen giftigen und fleischfressenden Reptilien zu bewahren, kursiert in den virtuellen Stores nun ein Produkt. Die Funktionsweise ähnelt jenen Apps, die in Coronazeiten hierzulande zur Vermeidung von Kontakten diente. Während sich Menschen in Deutschland mittlerweile nur noch vor Blitzeranlagen warnen lassen müssen, können Migranten mit „ICEBlock“ einer drohenden Verhaftung entgehen.
USA: So funktioniert „ICEBock“
Seit April ist die kostenlose App erhältlich und wird laut CNN mittlerweile von mehr als 20.000 Menschen genutzt, die sich bei der Bedienung auf die Community verlassen: Sind ICE-Vertreter in der Nähe, können App-User den Standort mit einer Nadel markieren und Merkmale wie Kleidung und Fahrzeugtyp vermerken. Menschen im Umkreis von acht Kilometern werden daraufhin per Push-Mitteilung gewarnt.

Um Missbrauch zu vermeiden, könne eine Meldung nur alle fünf Minuten für einen Umkreis von acht Kilometern abgesetzt werden. Nach vier Stunden würde sie automatisch gelöscht, sagt Joshua Aaron. Gegenüber dem US-Sender versichert der Entwickler, dass seine App keine personenbezogenen Daten speichert. Eine Rückverfolgung des Melders sei unmöglich, heißt es auf der Webseite. Auch diene das Produkt ausschließlich zu Informations- und Benachrichtigungszwecken. Aron ruft die Community auf, keine Gewalt zu forcieren oder die Strafverfolgung zu behindern.
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„ICEBlock“ erhältlich – Behördenchef tobt
Dennoch stößt ICEBlock bei den Behörden auf Missfallen. Dia App mache „Bundespolizisten praktisch zur Zielscheibe“ und „Beamte und Agenten sind bereits mit einem Anstieg der Übergriffe um 500 % konfrontiert“, zitiert CNN aus einer Erklärung des Direktors der Einwanderungsbehörde.
„Als ich sah, was in diesem Land passierte, wollte ich etwas tun, um mich zu wehren“, verteidigt Aaron gegenüber CNN seine Beweggründe. „Wir sehen buchstäblich, wie sich die Geschichte wiederholt“, zieht er einen Vergleich zu Nazi-Deutschland.
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„Ich würde sagen: Entwickeln Sie Rückgrat. Es darf nicht nur ums Geld gehen“, so Aaron, der mit seinem Produkt nach eigenen Angaben kein Geld verdienen möchte. Die Aussage ist als Seitenhieb auf Köpfe der Techbranche wie Elon Musk zu verstehen, die sich Donald Trump vielmehr anbiederten, als ihn zu kritisieren.








