Was da so kreucht und fleucht in den Weiten Floridas: In den berühmten Sumpflandschaften der Everglades teilen sich eigentlich Alligatoren, Schlangen und Spinnen ihr Zuhause. Als invasive Art kommen noch die Tigerpythons hinzu, die von Einheimischen in nächtlichen Jagdaktionen legal geschossen werden dürfen. Für Menschen ist die Sumpflandschaft ein unwirtliches, wenn nicht sogar feindliches Territorium. Erst vor wenigen Wochen wurde eine Kanufahrerin von einem Alligator unter Wasser gezogen.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Vor diesem Hintergrund wirkt ein Video umso martialischer, in dem der Gouverneur von Florida ankündigt, hier ein Internierungslager für illegale Migranten zu errichten. In Anlehnung an die brutalen heimischen Tiere und das gefürchtete Gefängnis nennt er sein Projekt „Alligator Alcatraz“. Der Titel, der von Anhängern des Republikaners wohl mit einem Lachen goutiert wird, ist bitterer Ernst.
Auch interessant
Lager in den Everglades: „Man kann nirgendwo hin“
Die Anlage soll auf einer verlassenen Landebahn inmitten der Everglades entstehen, so Gouverneur James Uthmeier in seinem auf der Plattform X hochgeladenen Video. Der „Dade-Collier Training and Transition Airport“ liegt im Herzten der Everglades, direkt am Highway – und circa 90 Kilometer von der Küste Miamis entfernt.
Alligator Alcatraz: the one-stop shop to carry out President Trump’s mass deportation agenda. pic.twitter.com/96um2IXE7U
— Attorney General James Uthmeier (@AGJamesUthmeier) 19. Juni 2025
Das Video ist unterlegt mit reißerischer Rockmusik. Immer wieder werden Bilder von Migranten gezeigt, die in Handschellen gelegt und abgeführt werden. „Ich denke, das ist der beste“, so der Gouverneur über den von ihm ausgewählten Ort, während er mit Polizeibeamten die verlassene Landebahn abschreitet.
Man müsse nicht viel investieren. Denn: „Wenn Menschen fliehen, wartet dort nicht sehr viel auf sie – außer Alligatoren und Pythons. Man kann nirgendwo hin – man kann sich nirgendwo verstecken.“ Bereits in 30 bis 60 Tagen will man den Bau abgeschlossen haben – und „mehr als 1000 kriminelle Ausländer“ aufnehmen.
Auch interessant
Trump-Regierung zahlt für Lager in Florida
Den größten Teil der Kosten dürfte dabei die Bundesregierung tragen. „Unter Präsident Trumps Führung arbeiten wir mit Hochdruck an kostengünstigen und innovativen Lösungen, um dem Mandat des amerikanischen Volkes zur Massenabschiebung illegaler Krimineller nachzukommen“, sagte Trumps Heimatschutzministerin Kristin Noem gegenüber CBS News. „Dank unserer Partnerschaft mit Florida werden wir die Einrichtungen und Bettenkapazitäten in wenigen Tagen erweitern.“
Uthmeier dürfte mit seinem Plan der US-Administration imponieren: Die ICE-Behörde sorgte jüngst mit Razzien für Schlagzeilen, in denen Migranten in Gewahrsam genommen werden. Diese wurden in der Vergangenheit auch in berüchtigte Gefängnisse wie denen von El Salvador oder nach Guantánamo gebracht.







