Friedrich Merz hatte den richtigen Impuls, als er am Mittwoch die Europäer zusammenrief, um Donald Trump vor seinem Abflug nach Alaska noch einmal ins Gewissen zu reden. Wie eine besorgte Mutter, die ihrem Schulkind eintrichtert, ja nicht vom Weg abzukommen, erinnerte der Kanzler den wankelmütigen US-Präsidenten noch einmal daran, wer der Böse, der Aggressor im Ukraine-Krieg ist.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Fünf Punkte gab er Trump mit auf seine Reise – wovon der erste der entscheidende ist: keine Verhandlungen ohne Waffenruhe. Ob der US-Präsident das alles verinnerlicht hat, wenn er am Freitag auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin trifft, ist nicht sicher. Aber nach den vielen und leidvollen Erfahrungen mit dem Mann im Weißen Haus, glaubt man eine gewisse Regelmäßigkeit feststellen zu können: Wer zuletzt seine Botschaft in Trumps Ohr sprechen konnte, wird nicht komplett vergessen.
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Aber auch das ist nur eine Hoffnung. Was passieren wird, wenn sich Trump und Putin auf dem US-Militärstützpunkt in Anchorage die Hände schütteln, ist völlig offen.

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Für Russlands Präsidenten und per Haftbefehl gesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher ist schon das Treffen an sich ein großer Erfolg. Er wird sich sicher sein, Trump auch dieses Mal einwickeln zu können, und er ist bislang nicht einen Zentimeter von seinen Forderungen abgewichen. Während sein Gegenüber seine Positionen schneller wechselt als seine Anzüge. Ultimatum für Putin – war da was?

Doch den Alaska-Gipfel als Bühne für den selbst ernannten Friedensnobelpreis-Anwärter und den Kriegszaren abzuwerten, ist voreilig. Jedes Treffen, jedes Gespräch ist auch eine Chance. In diesem Fall leider nur eine kleine.





