Dass es Anchorage werden würde, zeichnete sich bereits durch einen frühen Routine-Hinweis der Flugaufsichtsbehörde ab. Am Freitag werde der Luftraum über der Küstenstadt im Bundesstaat Alaska wegen diverser VIP-Flugbewegungen im Radius von 50 Kilometern gesperrt, hatte die „Federal Aviation Administration” verlauten lassen. 

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Wo genau Donald Trump und Wladimir Putin in der mit rund 290.000 Einwohnern größten Stadt Alaskas zu ihrem „Zuhör-Treffen” (O-Ton Trump) über die Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zusammenkommen, war zunächst unklar. Auch Regierungssprecherin Karoline Leavitt konnte den Ort nicht benennen.

Trump-Putin-Treffen in Alaska: Über den genauen Ort wird noch gemunkelt

Mittlerweile ist aber durchgesickert, dass die beiden auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Elmendorf-Richardson zusammenkommen sollen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP, sowie die „New York Times“. Insgesamt 30.000 Soldatinnen und Soldaten sind dort stationiert. Hier trafen sich 1971 Präsident Richard Nixon und der japanische Kaiser Hirohito für zwei Stunden. Fünftausend Zuschauer in einem Hangar sahen zu.

Aus dem Umfeld von Gouverneur Mike Dunleavy und Bürgermeisterin Suzanne LaFrance hieß es zuvor, dass der Stützpunkt aus logistischen Gründen (es ist Tourismus-Hochsaison in der Region) im Gespräch sei.

Aktuelle News zum Ukraine-Krieg

Andere Quellen berichteten davon, dass Larry „Beau” Disbrow, ein Immobilienmakler, der auch Honorarkonsul von Deutschland ist, eine Immobilie an den Secret Service vermietet habe. Auch das bekannte Alyeska Hotel-Resort war genannt worden.

Auch interessant

Gab ein Restaurant den Ausschlag für Alaska?

Dass die Wahl auf Anchorage fiel, hat auch damit zu tun, dass Alaska nur über eine sehr überschaubare Anzahl von Landebahnen verfügt, die sowohl die Air Force One als auch das russische Präsidentenflugzeug aufnehmen können. Und nur sehr wenige davon sind in der Nähe von städtischen Infrastrukturen, die auf Anhieb eine große Anzahl von Diplomaten, Sicherheitsbeamten und Medienvertretern verkraften.

Warum Alaska für den informellen Gipfel der Staatsmänner ausgesucht wurde, der laut Trump auf eine Bitte von Putin zurückgehe, ist unklar. Spötter unkten, dass ein beliebtes Restaurant in Anchorage die besten Pelmeni weit und breit kredenzt: russische Teigtaschen.

210125_569_210125_cover.jpg
Panzerbrigade Litauen: Bundeswehr an der NATO-Front
Im Krisenmodus
 

Die USA kauften 1867 Alaska vom Russischen Reich ab – russisch sprachige Gemeinden sind geblieben

Alaska hat tiefe Verbindungen zur russischen Geschichte. Sie reichen zurück in die Zeit, als das Russische Reich im 18. Jahrhundert die Region kolonisierte. Seit die Vereinigten Staaten 1867 Alaska kauften, sind russischsprachige Gemeinden im Bundesstaat geblieben. Russisch-orthodoxe Kirchen mit ihren charakteristischen zwiebelförmigen Kuppeln sind fast überall zu finden. 

Russian Orthodox church is seen in Anchorage
Die russisch-orthodoxe Kathedrale St. Innocent in Anchorage: In Alaska gibt es nach wie vor russischsprachige Gemeinden.© REUTERS | Kerry Tasker

Nach Ende des Kalten Krieges, damals war Alaska Frontlinie der Raketenabwehr gegen die Sowjetunion, wurde der Bundesstaat zum Zentrum der Bemühungen um eine Vertiefung der friedlichen Beziehungen zwischen den USA und der Russischen Föderation. Der Ukraine-Krieg hat, wie die „Anchorage Daily News” berichtet, viele Alaskaner alarmiert. Nicht zuletzt, weil russische Nationalisten immer wieder von der Rückeroberung Alaskas schwadronieren.

Anchorage zum Beispiel legte seine Städtepartnerschaft mit dem sibirischen Magadan aus Protest gegen den Angriff auf die Ukraine auf Eis. Und: Bevor Trump und Putin aufeinandertreffen ist am Donnerstag eine große Demonstration in Anchorage angekündigt.