Dass Donald Trump es mit großen Zahlen nicht so hat, durften die Amerikaner neulich am Fernsehen live miterleben. Der Präsident verkündete, dass unter seiner Leitung die Arzneimittelpreise „um 1200, 1300, 1400, 1500 Prozent gesenkt“ worden seien. Was ziemlich sensationell wäre, aber grober Unfug ist. Eine Senkung um mehr als 100 Prozent würde theoretisch bedeuten, dass die Amerikaner beim Gang in die Apotheke tüchtig dafür bezahlt werden, dass sie Pillen einwerfen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Ähnlich fragwürdig sind Aussagen Trumps zu dem in Schottland mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgestellten Zoll-Deal, über den der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil gerade in Washington sagte, dass ihm der tatsächliche Inhalt bislang ein Rätsel sei.

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Zölle für Waren aus Europa: Trump sorgt mit Aussage für Riesen-Irritation
Wie, ab wann und für welche Waren künftig der einseitige Generalzoll von 15 Prozent auf deutsche Exporte erhoben werden soll, bleibt trotz Nachfragen bei der EU wie beim Weißen Haus völlig unklar.
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Die Irritation dürfte noch mal gestiegen sein, seit Trump am Dienstag ebenfalls im US-Fernsehen mit der Erzählung aufwartete, die EU habe ihm – neben der Selbstverpflichtung, in den kommenden drei Jahren in den Vereinigten Staaten Energie im Volumen von 750 Milliarden Dollar zu beziehen – 600 Milliarden Dollar zur freien Verfügung zugesichert. „Sie haben mir 600 Milliarden Dollar gegeben, und das ist ein Geschenk. Die Details sind, dass 600 Milliarden Dollar in alles investiert werden können, was ich will. Alles. Ich kann damit machen, was ich will“, wiederholte Trump, als er nach Einzelheiten gefragt wurde.

Europäer: „Völlig bizarr und aus der Luft gegriffen“
Sollten die Europäer besagten Versprechen, die Experten in Brüssel und europäischen Hauptstädten „für völlig bizarr und aus der Luft gegriffen halten“, nicht nachkommen, kommt laut Trump eine noch dickere Strafzoll-Keule: „Dann zahlen sie Zölle in Höhe von 35 Prozent“, sagte er in der CNBC-Sendung „Squawk Box“.
In Kreisen der EU-Delegation in Washington stießen die Aussagen auf „Kopfschütteln“ bis „Fassungslosigkeit“. Es wurde daran erinnert, dass allein die 27 Mitgliedsländer und die dort agierenden Unternehmen in privatwirtschaftlicher Verantwortung zuständig sind. Niemand in Brüssel könne solche Summen rechtsverbindlich zusagen, das sei allen klar.
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Trump und die EU-Investitionen: Völlig abwegige Kalkulation
Es wurde nicht ausgeschlossen, dass Trump abseits begrenzter Fachkenntnis frühzeitig einen Popanz aufbauen will, falls in den nächsten Wochen Detailverhandlungen zum Stillstand kommen sollten. Wie abwegig die Extra-Pakete – 750 Milliarden Dollar für Energie und 600 Milliarden Dollar für Investitionen in US-Arbeitsplätze – sind, ergibt sich laut Experten aus der Ist-Situation.
So haben die USA zuletzt im Jahr Energie (meist Flüssiggas) im Wert von rund 300 Milliarden Dollar exportiert – und das weltweit. Wie bei dieser Bilanz zusätzlich Energie, ob Öl, Gas oder nukleare Produkte, in der Größenordnung von 250 Milliarden Dollar allein an die EU bereitgestellt werden soll, ist nach Einschätzung des Peterson-Instituts in Washington „mehr als fraglich“. Trump mache offenbar bewusst keinen Unterschied zwischen einer Absichtserklärung und einem ausgefeilten Vertragswerk.









