Er ist da: Trumps Sondergesandter Steve Witkoff ist in Moskau, begrüßt wurde er von Kirill Dmitrijew, dem Leiter des russischen Staatsfonds. Videobilder zeigen die beiden im Gespräch vertieft bei einem Spaziergang Park Sarjade, unweit des Kremls. Die beiden kennen und verstehen sich. Dmitrijew kommt aus der Wirtschaft. Der 49-Jährige hat in den USA studiert, schloss sein Studium an der Stanford University mit Auszeichnung ab. Seine Karriere begann bei der Investmentbank Goldman Sachs in New York, später arbeitete er bei der Unternehmensberatung McKinsey. Das heißt: Mit Dmitrijew kann man Deals machen. Nach dem Vorgespräch ging Witkoff dann zu Wladimir Putin. Freundliches Händeschütteln war angesagt. Ausloten wollte Witkoff, ob es einen Ausweg aus der verfahrenen Situation zwischen Donald Trump und Russlands Präsidenten gibt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Das Gespräch sei „nützlich und konstruktiv“ gewesen, so Putins Präsidentenberater Juri Uschakow vage. Über konkrete Ergebnisse ist nichts bekannt. Diskutiert habe man über die Lage in der Ukraine und über Verbesserungen in den Beziehungen zwischen den USA und Russland. Moskau habe „Signale“ von Trump bekommen und hätte geantwortet.
Auch der US-Präsident verkündete im Anschluss, das Treffen sei „hochproduktiv“ verlaufen. „Es wurden große Fortschritte erzielt“, schrieb Trump am Mittwoch auf seiner Onlineplattform Truth Social. Er habe bereits einige europäische Verbündete über die Ergebnisse des Treffens informiert. „Alle sind sich einig, dass dieser Krieg beendet werden muss, und wir werden in den kommenden Tagen und Wochen darauf hinarbeiten“, fügte Trump hinzu.
Trump will den Krieg in der Ukraine also zügig beenden. Doch seine wiederholten Forderungen nach einer Waffenruhe verhallten. Putin besteht auf den russischen Bedingungen: Keinen Nato-Beitritt der Ukraine, die eroberten Gebiete und die Halbinsel Krim müssten russisch bleiben. Trump hatte Putin eine Frist bis Freitag gesetzt. Kommt bis dahin keine Feuerpause, dann würden Strafzölle kommen, die vor allem auf das russische Ölgeschäft zielen. Zölle auch gegen Länder, die russisches Öl kaufen, darunter die beiden größten Abnehmer Indien und China.
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Trumps Öl-Druck auf Putin stößt an Grenzen
Öl zählt zu den wichtigsten Einnahmequellen Russlands, der Export von Rohöl finanziert die hohen Kosten des Krieges, rund 40 Prozent des russischen Staatshaushalts fließen ins Militär. Allerdings ist zweifelhaft, ob Donald Trump weitreichende Sanktionen umsetzen wird – und ob er das überhaupt kann. Zölle und Gegenzölle mit China würden vor allem auch die US-Wirtschaft schädigen. Die indische Regierung hat bereits erklärt, man würde sich Trumps Drohungen nicht beugen. Diese seien „ungerechtfertigt und unangemessen“.
Mit Ablauf des Ultimatums am Freitag hängt alles von Donald Trump ab. Die Chancen, dass Witkoff in Moskau einen für Russland und die USA gesichtswahrenden Kompromiss erreichen kann, werden von Insidern als gering eingeschätzt. Trumps ursprünglichen Plan hatte seinerzeit der eigentliche Ukraine-Sondergesandte erklärt, der Ex-General Keith Kellogg: „Wir sagen den Ukrainern: ‚Ihr müsst an den Verhandlungstisch kommen. Sonst trocknet die Hilfe von den Vereinigten Staaten aus.‘ Und wir sagen Putin: ‚Du musst an den Verhandlungstisch kommen. Sonst geben wir den Ukrainern alles, was sie brauchen, um dich auf dem Schlachtfeld zu erledigen‘“.
Am Verhandlungstisch sind beide Seiten, aber jenseits vom Austausch von Gefangenen sind dabei keine Ergebnisse herausgekommen. Zu unterschiedlich sind die Positionen. Der Krieg geht weiter – und Waffen kommen aus den USA nur spärlich. Die dürfen nun die Europäer kaufen und der Ukraine überlassen.








