Mit nahezu jedem Tag, der anbricht, nimmt die abenteuerliche Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump eine neue abenteuerliche Wendung. Der umstrittene Deal mit der Europäischen Union sollte eigentlich am 1. August in Kraft treten. Jetzt ist vom 7. August die Rede, angeblich aus technischen Gründen. Mal schauen, ob es dabei bleibt oder ob Trump bis dahin noch weitere Pirouetten dreht. Damit rechnen sollten die Europäer allemal.

Regelrecht skandalös ist hingegen Trumps Umgang mit Kanada und Brasilien: Für den Nachbarn im Norden sollen fortan Zölle in Höhe von 35 Prozent gelten – auch deshalb, weil Kanada angekündigt hat, Palästina als Staat anzuerkennen und damit den Druck auf Israel erhöht. Brasilien wiederum überzieht Trump mit Zöllen in Höhe von 50 Prozent. Und zwar deshalb, weil die Justiz dort gegen den ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro vorgeht. Diesem wird vorgeworfen, die Demokratie seines Lands systematisch attackiert zu haben. Bolsonaro ist ein Kumpel Trumps, wie sollte es anders sein.
Auch interessant
Donald Trump vermengt nach Belieben Politik und persönliche Befindlichkeiten
Der US-Präsident benimmt sich wie ein enthemmter Potentat, der Politik und persönliche Befindlichkeiten nach Belieben miteinander vermengt und andere Länder nach Lust und Laune behelligt. Das entspricht dem Charakter Trumps; der Status der Vereinigten Staaten als militärische und ökonomische Weltmacht gibt ihm die Mittel, dies auszuleben.

Für die Europäer kann es daraus nur eine Konsequenz geben: Sie müssen sicherheitspolitisch erwachsen werden, den eigenen Binnenmarkt vertiefen und rund um den Globus neue Handelsabkommen schließen. Wenn sie damit weiter warten, verzwergen sie sich selbst.



