Donald Trump wusste offenbar schon seit Wochen, dass sein Name mehrfach in den Ermittlungsakten des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein auftaucht. Wie das „Wall Street Journal“ am Mittwoch berichtete, informierten Justizministerin Pam Bondi und ihr Stellvertreter, der ehemalige Privatanwalt Trumps, Todd Blanche, den Präsidenten der Vereinigten Staaten bereits im Mai darüber.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Auf die Frage eines Reporters hatte Trump dies am 15. Juli bestritten. „Hat sie (Bondi - Anm. d. Red.) Ihnen konkret gesagt, dass Ihr Name in den Akten auftaucht?“ Trump: „Nein, nein, sie hat uns nur eine sehr kurze Zusammenfassung gegeben“, antwortete Trump vor einer Woche. Dabei betonte er, dass Bondi bei der Überprüfung der Epstein-Akten „wirklich sehr gute Arbeit geleistet“ habe.

Epstein-Akten: „Unbestätigte Gerüchte über viele Personen”

Laut „Wall Street Journal“ wurde Trump im Mai mitgeteilt, dass die Akten „unbestätigte Gerüchte über viele Personen“ enthielten, darunter auch Trump, die in der Vergangenheit mit Jeffrey Epstein in Kontakt standen. Die Unterlagen sollen Hunderte weiterer Namen enthalten.

Pressekonferenz im Weißen Haus
Donald Trump wusste schon seit vielen Wochen, dass sein Name in den Epstein-Akten auftaucht. Pam Bondi (r.) und Todd Blanche, die Spitzen des Justizministeriums, hatten ihn vorab informiert.© Jacquelyn Martin/AP/dpa | Jacquelyn Martin

Bondi und Blanche teilten Trump damals außerdem mit, dass keine weiteren Dokumente im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen den verurteilten Sexualstraftäter veröffentlicht würden, da das Material Kinderpornografie und persönliche Informationen der Opfer enthalte. Trump erklärte bei dem Treffen, er werde sich der Entscheidung des Justizministeriums anschließen.

Die Öffentlichkeit erfuhr erst am 7. Juli davon, dass die mehrfach versprochene Transparenz im Fall Epstein – sprich: Herausgabe von Akten – nicht mehr zum Tragen kommen wird. Dabei hatte Bondi noch im Februar im US-Fernsehen erklärt, dass eine Liste von Kunden, die von Epsteins Menschenhandel mit minderjährigen Frauen profitierten, „auf meinem Schreibtisch liegt und geprüft wird”.

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Zuletzt hieß es lapidar, es gebe gar keine Kundenliste wie auch keine Beweise, die zu einer Untersuchung von nicht angeklagten Dritten führen würden. Und eine Veröffentlichung weiterer Dokumente sei nicht zu rechtfertigen.

Warum hat Trump die Unwahrheit gesagt?

Warum Trump die Unwahrheit gesagt hat, als er danach gefragt wurde, ob die Justizministerin ihn über die Nennung seines Namens in den Epstein-Akten informiert hat, bleibt unklar. Das Weiße Haus reagierte wie gewohnt: „Dies ist eine weitere Falschmeldung, genau wie die vorherige Meldung des Wall Street Journal“, sagte Steven Cheung, Kommunikationsdirektor der Regierung.

„Die bisher unbekannte Unterrichtung Trumps verstärkt den Eindruck, dass der US-Präsident etwas zu verbergen hat“, erklärten demokratische Politiker in Washington.

Das „WSJ” hatte zuletzt durch die Enthüllung über einen schlüpfrigen Geburtstagsgruß von Trump an Epstein aus dem Jahr 2003 für Furore gesorgt. Trump bestreitet die Existenz des Briefes und hat den Medienkonzern auf zehn Milliarden Dollar Schmerzensgeld verklagt. Außerdem dürfen Journalisten der Murdoch-Zeitung nicht im offiziellen Tross mitreisen, der Trump in den nächsten Tagen nach Schottland begleitet.

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    In genau welchem Kontext Trump in den Akten vorkommt, die so groß wie eine „ganze LKW-Ladung“ seien, bleibt vorerst unklar. Vize-Justizminister Todd Blanche will sich in Kürze mit der für 20 Jahre inhaftierten Epstein-Partnerin Ghislaine Maxwell treffen. Die wegen Beihilfe zum Sex-Handel verurteilte Britin hatte in ihrem Prozess 2021 nicht ausgesagt. Ihr wird intimes Herrschaftswissen attestiert – auch über die vor über 20 Jahren enge freundschaftliche Beziehung Trumps zu Epstein.

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    #20 Wolfram Weimer über die Brandmauer zur AfD - und Fahrradfahren mit Friedrich Merz
    Meine schwerste Entscheidung
     

    Begnadigung für Ghislaine Maxwell denkbar

    In Washington wird in politischen Kreisen nicht ausgeschlossen, dass Trump Maxwell eine Haftverkürzung oder Begnadigung in Aussicht stellen könnte, falls sie sich seiner Lesart offiziell anschließt. Die lautet sinngemäß: Ich wusste nichts von Epsteins verbrecherischen Taten und habe damit nicht zu tun.

    Unterdessen ist der Versuch Trumps gescheitert, dem massiven Drängen der Öffentlichkeit nach Herausgabe der Epstein-Akten insofern nachzukommen, als dass die Mitschriften des Geschworenen-Gerichts, das sich mit Epstein beschäftigt hat, einsehbar werden. Eine Richterin in Florida hat das Ansinnen am Mittwoch abgelehnt.