- Donald Trump gerät in der Affäre um Jeffrey Epstein weiter unter Druck
- Nun packt auch noch Enthüllungsautor Michael Wolff aus
- Er will sogar Tonaufnahmen von geheimen Epstein-Gesprächen besitzen
Für jemanden, der gerade durch die Medien-Welt geht, mit der Botschaft, dass niemand seine heiße Ware über Jeffrey Epstein und Donald Trump haben wolle, weil sie womöglich „too icky“ sei, zu eklig, ist Michael Wolff sehr präsent.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Kaum ein Tag vergeht, an dem der schillernde Enthüllungsautor, der in der ersten Präsidentschaft Trumps früh geschildert hat, wie es aus der Perspektive einer „Fliege an der Wand“ im innersten Zirkel des Rechtspopulisten aussieht, nicht irgendwo darüber Auskunft gibt, was Amerika gerade elektrisiert.
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Wolff will Tonaufnahmen von Epstein-Gesprächen besitzen
Die Frage, was den Mann, der zweimal US-Präsident wurde und den Sexualstraftäter, der 2019 in einer New Yorker Gefängniszelle angeblich durch Selbststrangulierung starb, zeitlebens lange engstens verband. Und was das für den Fortbestand der Trump-Präsidentschaft bedeutet.
Michael Wolff greift dabei auf ein Alleinstellungsmerkmal zurück. Er hat nach eigenen Worten 100 Stunden Band-Aufnahmen im Schrank mit Gesprächen, die er mit Epstein ab 2014 geführt hat.
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Wolff: Epstein und Trump waren durch Frauen und Geld verbunden
Wichtigste Erkenntnis: Die aus New York stammenden Männer waren zwischen 1988 und 2004 nicht nur lose Bekannte, die einander auf Partys begegneten. „Ich glaube, es war die zentrale Beziehung – die längste und einflussreichste Beziehung – im Leben beider Männer“, sagt Wolff im Podcast mit dem früheren Trump-Privatanwalt Michael Cohen, „und das aus ganz natürlichen Gründen. Sie interessierten sich beide für dieselben Dinge: Frauen und Geld.“ Ohne Namen zu nennen, sagt Wolff, dass die Männerfreundschaft so weit ging, dass man sich fast ein Jahr lang eine Frau „geteilt” habe.
Von den Epstein-Bändern stammt daher auch die Information, dass er derjenige gewesen sein will, der seinerzeit eine gewisse Melania Knauss aus Slowenien Trump vorgestellt habe. Epstein sagte sogar: „Das erste Mal, dass er mit ihr geschlafen hat, war in meinem Flugzeug.“ Wobei sich der Vermögensverwalter auf seinen Privatjet bezogen habe, bekannt als „Lolita Express“.

Was in den FBI-Akten über den Sexualstraftäter Epstein steht, nach denen die Öffentlichkeit giert, die aber weder Trump noch das von ihm gesteuerte Justizministerium publiziert sehen wollen, weiß Wolff nicht. Aber er weiß Details, die den Verdacht erhärten könnten, dass Donald Trump von den ausbeuterischen Machenschaften Epsteins gegenüber jungen Frauen, die ihm einst in Florida 18 Monate Haft einbrachten, mehr wissen könnte, als er bislang zugibt. Und ja, jetzt wird’s kurz „icky” – also eklig.
Was für einen Fleck hatte Trump auf seiner Hose?
Wolff spricht von etwa einem Dutzend Fotos, die ihm Jeffrey Epstein gezeigt habe. „Die, an die ich mich besonders erinnere, sind die beiden mit Oben-ohne-Mädchen unbestimmten Alters, die auf Trumps Schoß sitzen, und dann Trump, der mit einem Fleck auf der Vorderseite seiner Hose dasteht, während drei oder vier Mädchen sich vor Lachen krümmen, ebenfalls oben ohne, und auf Trumps Hose zeigen.“ Das Wort, an das man dabei unweigerlich denken muss, fällt nicht einziges Mal.
Wo diese Polaroids abgeblieben sind, weiß Wolff nicht. Er vermutet, dass die Bundespolizei FBI sie hat – sie somit Teil der ominösen Akten sind. Was erklären würde, warum der Präsident, gegen den strafrechtlich in diesem Kontext nichts vorliegt, einer Freigabe der Dokumente mehr als reserviert gegenübersteht.
Weiterer ehemals enger Vertrauter gerät in den Fokus
Das gilt laut Wolff auch für die mitgenommene Computer-Festplatte, die neben Finanz-Dokumenten auch Tausende E-Mails beinhalten müsse, die einen tiefen Blick in das Innenleben Epsteins gewähren würde.
Ein Detail dabei: Die Nähe Epsteins zu einem Mann, der einst Trumps wichtigster Strippenzieher war und heute als informeller Leithammel der Maga-Bewegung rigorose Transparenz einfordert: Steve Bannon war laut Wolff Epstein über zwei Jahre verbunden. Er trainierte den New Yorker Multi-Millionär für einen Medien-Auftritt, mit dem er sich nach der Haft in Florida habe rehabilitieren wollen, den es am Ende aber nie gab.

Dass Bannon davon ausging, Epstein kenne Trumps dunkelste Geheimnisse, wurde durch diesen Satz offenkundig, den der rechts-nationale Sonderling 2016 zu Epstein sagte: „Du warst der einzige Mensch, vor dem ich während des Wahlkampfs Angst hatte.“
Laut Wolff endete die Freundschaft Trumps zu Epstein 2004. Beide Männer buhlten um eine Immobilie in Palm Beach. Epstein glaubte, mit 36 Millionen Dollar den Zuschlag zu bekommen. Trump hatte anderes im Sinn. Er überbot Epstein und riss sich das scheibenförmige Haus am Meer für 40 Millionen unter den Nagel. Jenes Haus, das der russische Oligarch Dmitry Rybolovlev für die bis heute Stirnrunzeln auslösende Summe von 95 Millionen Dollar später wiederum Trump abkaufte.
News aus den USA
Der Immobilien-Clash war der Anfang vom Ende, so Wolff. Dann stand bei Epstein plötzlich die Polizei in Florida vor dem Haus. Irgendwer hatte den Cops gesteckt, dass bei Epstein junge Frauen und Mädchen ein und aus gehen. Die Folgen sind bekannt: Ermittlungen, Anklage, Verurteilung wegen Menschenhandels Minderjähriger, glimpfliches Strafmaß mit Vergünstigungen. Epstein musste nur zum Schlafen hinter Gitter. Wolff: Epstein vermutete Trump hinter der Denunziation.

Epstein über Trump: „Er hat keine Skrupel“
Wolff würde nach eigenen Worten die zentrale Geschichte dieser seltsamen Männerfreundschaft gerne richtig erzählen. Aber es finde sich kein Verlag, kein Sender, der den Stoff anpacken wolle. Dabei nennt Wolff Epsteins Charakter-Studie von Trump „Augen öffnend“.
Schlüsselsatz: „Das Problem mit Donald Trump ist, dass er keine Skrupel hat.“ Sagt Jeffrey Epstein.












