Sie steht im Mittelpunkt des Skandals um den Umgang der US-Regierung unter Donald Trump mit dem Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein: Warum kündigte Justizministerin Pam Bondi im Februar vollmundig an, eine Liste von prominenten „Kunden”, die Epstein mit jungen, teils minderjährige Frauen versorgt haben soll, zur Auswertung auf dem Schreibtisch zu haben – die Existenz besagter Liste aber vier Monate später rundheraus bestritt? 

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der Verdacht, dass Donald Trump, der in den 90er Jahren lange mit Epstein eng befreundet war und nach eigenem Bekunden dessen Leidenschaft für junge Frauen teilte, persönlich in den Ermittlungsakten auftaucht und die Regierung darum den gesamten Fall abrupt zu den Akten legen wollte, hat durch den ranghöchsten Demokraten im Justizausschusses des Senats neue Nahrung bekommen. 

Senator Dick Durbin wirft der Trump treu ergebenen Justizministerin Pam Bondi vor, sie habe im Frühjahr über mehrere Wochen 1000 Mitarbeiter der Bundespolizei FBI angewiesen, in 24-Stunden-Schichten rund 100.000 Seiten der Ermittlungsakte Epstein zu durchforsten und alle Unterlagen, in denen Trump erwähnt sein sollte, zu „markieren”. 

Trump-Epstein-Skandal: Insider vermuten, dass noch ans Licht kommen könnte

In einem offiziellen Schreiben an Bondi sowie die neue FBI-Spitze um Kash Patel und Dan Bongino verlangt der Politiker stellvertretend für die Demokraten Informationen darüber, was die „willkürliche Überprüfung” zutage gefördert hat, was die Behörden mit den Dokumenten gemacht haben und ob es ein Verzeichnis darüber gibt, wie oft Trump erwähnt wurde. 

Senator Durbin will bis zum 1. August ebenfalls wissen, ob Bondi, Patel und Bongino den anzüglichen Geburtstagsgruß (Stichwort: Zeichnung mit nackter Frau) Trumps zu Epsteins 50. Geburtstag 2003, über den das „Wall Street Journal” berichtet, geprüft haben. Er soll verklausulierte Anspielungen auf sexuelle Geheimnisse der beiden Männer enthalten. Trump bestreitet, jemals einen solchen Brief geschrieben zu haben. Er verklagte die renommierte konservative Zeitung auf zehn Milliarden Dollar Schmerzensgeld. Zuvor hatte er mehrfach versucht, in Gesprächen mit den Spitzen des Unternehmens die Berichterstattung zu verhindern.

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Meine schwerste Entscheidung
 

Donald Trump wurde im Zusammenhang mit Epstein bisher strafrechtlich nie etwas vorgeworfen. Passagierlisten weisen jedoch nach, dass Trump, der in den 90er Jahren als Partylöwe regelmäßig mit Epstein auf der Suche nach jungen Frauen war, sieben Mal Epsteins Privatflugzeug nutzte.

Kurzfristig hat die Veröffentlichung im „Wall Street Journal” die zuletzt scharfen Attacken aus den eigenen Reihen gegen den mangelnden Aufklärungswillen des Präsidenten verstummen lassen. Die Zeitung dient der Maga-Szene als Feindbild, weil sie ihren Star schlecht aussehen lässt. Wie lange das anhält, ist ungewiss. Im Washingtoner Politik-Betrieb wird angenommen, dass die Enthüllung über Trumps Bromance-Schmeicheleien zu Epsteins 50. Geburtstag nur der Auftakt für eine Reihe von unliebsamen Berichten war. Davon geht auch Julie K. Brown aus. Die Journalistin hatte seinerzeit für den „Miami Herald” die ersten größeren Enthüllungen über Epstein, seinen sexuellen Missbrauch von jungen Frauen und die justiziable Vorzugsbehandlung verfasst, die der 2019 im Gefängnis gestorbene Finanz-Investor nach seiner ersten Verurteilung erfuhr.