Exklusiver geht’s nicht. In Washington startet in diesem Monat ein Klub, der die Tür zu den Reichen und Mächtigen öffnen soll. Stolze 500.000 Dollar müssen neue Mitglieder für die Aufnahme berappen. Hinzu kommt eine jährliche Gebühr, die noch nicht feststeht. „Executive Branch“ heißt die erlesene Kontaktbörse im prestigeträchtigen Stadtteil Georgetown. Es klingt ein bisschen wie „Regierungsabteilung“ – und das ist durchaus beabsichtigt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Gründer des neuen Klubs stammen aus Amerikas Polit- und Wirtschaftsprominenz. Donald Trump jr., der älteste Sohn des US-Präsidenten, ist darunter. Dabei sind auch Alex Witkoff und Zach Witkoff, die Söhne des Milliardärs Steve Witkoff. Der New Yorker Immobilienmagnat ist eng mit Präsident Trump befreundet und jettet derzeit als US-Sondergesandter regelmäßig in den Nahen Osten und nach Russland. Witkoff gilt als Putin-Versteher, der im Ukraine-Krieg das Narrativ des russischen Präsidenten verbreitet.
Exklusiv aus den USA – für Sie recherchiert
„Executive Branch“: Neuer Club soll eine ähnliche Rolle spielen wie einst das Trump Hotel
Laut Insidern soll der „Executive Branch“ eine ähnliche Rolle spielen wie das Washingtoner Trump International Hotel in der ersten Amtszeit des Präsidenten. Die Nobelherberge, Teil des Familienunternehmens Trump Organization, wurde zu einer wahren Goldgrube. Trump hatte zwar nach seiner Wahl 2017 die Leitung des Konzerns an seine Söhne Donald Jr. und Eric abgegeben, blieb aber Eigentümer. Das heißt: Von allen Einnahmen profitiert auch er.

„Damals gaben ausländische Regierungsvertreter und Lobbyisten unter anderem in seinem Hotel in Washington viel Geld aus – in der Hoffnung, bessere Kontakte zum Weißen Haus herzustellen“, sagte Dominik Tolksdorf von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) unserer Redaktion. „Donald Trump wurde deshalb vorgeworfen, gegen die sogenannte Emolumenten-Klausel der Verfassung verstoßen zu haben.“ Die Emolumenten-Klausel schreibt unter anderem vor, dass US-Präsidenten keine Geschenke von ausländischen Parteien annehmen dürfen. Als das Hotel wegen Interessenskonflikten und ethischer Fragen ins Visier der Kritik geriet, wurde es von der Trump Organization 2022 verkauft.
News aus den USA
Wolkenkratzer in den Emiraten: Trumps Immobilienprojekte in Dubai und Katar
Neuerdings locken auch die öl- und gasreichen Golfstaaten mit lukrativen Deals. Wenige Wochen vor Trumps Reise nach Saudi-Arabien, Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate vom 13. bis zum 16. Mai gab es spektakuläre Ankündigungen. In der emiratischen Glitzer-Metropole Dubai soll das erste Trump-Hotel entstehen, das Trump International Hotel and Tower. Der 80 Stockwerke hohe Wolkenkratzer koste rund eine Milliarde Dollar und werde von lokalen Partnern gebaut, erklärte die Trump Organization. Die teuerste Wohneinheit sei ein Penthouse für 20 Millionen Dollar, schreibt die Zeitung „The National“. In Katar, wo sich der größte US-Militärstützpunkt im Nahen Osten befindet, soll ein Trump-Golfclub mit mehreren Luxusvillen errichtet werden. Es ist das erste Immobilienprojekt der Trump-Marke in dem Golfemirat.
Das Geschäftsmodell in Nahost funktioniert so: Arabische Firmenpartner der Trump Organization, die entweder dem Staat gehören oder eng mit der Regierung verbandelt sind, stellen das Kapital für den Bau der Hochhäuser, Hotels oder Golfplätze. Die Trump-Familie verkauft ihren Namen und ihre Marke und wird dafür fürstlich bezahlt. Zudem kassiert sie langfristig für das Management der Immobilien. Premiere: Investoren könnten Wohnraum und Gewerbeflächen im neuen Trump Tower Dubai erstmals auch mit Digitalwährungen erwerben, kündigte Trumps Sohn Eric kürzlich bei einer Konferenz in Dubai an.
Neue Finanzquelle: Kritiker sehen eine unzulässige Grenzüberschreitung
Damit erschließt sich die Trump-Familie eine neue Finanzquelle. Die Trump-Söhne Donald Jr. und Eric sind maßgeblich am Management der 2024 gegründeten Kryptowährungsfirma World Liberty Financial beteiligt. Die ersten Millionengeschäfte mit Kryptounternehmen im Nahen Osten wurden bereits abgeschlossen. Kryptowährungen wie der Bitcoin verzeichnen eine hohe Volatilität. Mit ihnen lassen sich astronomische Renditen erzielen – aber auch horrende Verluste einfahren.

Kurz vor seiner Vereidigung am 20. Januar führte Präsident Trump eine eigene Kryptowährung „$TRUMP“ ein, einen sogenannten Meme-Coin. Der Ansturm war so groß, dass die Gesamtbewertung innerhalb der ersten Stunden auf mehrere Milliarden Dollar anstieg. Die Käufer, die am meisten Geld für die Digitalmünze lockermachen, köderte Trump mit einem präsidialen Galadinner im Weißen Haus, das am 22. Mai stattfinden soll.
Kritiker sehen hier eine unzulässige Grenzüberschreitung. „Donald Trump vermischte auf offensichtliche Weise seine eigenen wirtschaftlichen Interessen mit dem Amt des Präsidenten und dessen Prestige“, sagte Florian Böller vom Heidelberg Center for American Studies (HCA) der Uni Heidelberg unserer Redaktion. „Trumps Aktivitäten erwecken hierbei mehr als nur den Anschein von Korruption, sie brechen eklatant und kaum verhohlen die traditionellen Normen zum Umgang mit finanzieller Transparenz und zur Trennung von privaten und offiziellen Tätigkeiten.“
Trump hat 2025 bereits mehrere hundert Millionen Dollar mit Kryptowährungen verdient
Das Geschäft mit Kryptowährungen ist der neueste Hype in Trumps unersättlicher Geldmaschine. Nach Angaben des US-Wirtschaftsmagazins „Forbes“ hat Trump seit Januar bereits mehrere Hundert Millionen Dollar mit dem Verkauf von Kryptowährungen verdient. Sein Vermögen habe sich innerhalb eines Jahres auf insgesamt 5,1 Milliarden Dollar verdoppelt. Rund die Hälfte davon – 2,6 Milliarden Dollar – gehe auf das Konto der Firma Trump Media and Technology Group. Sie ist das Mutterunternehmen von Truth Social, der Online-Plattform des Präsidenten.
Seine Anteile an der Firma hatte Trump im Dezember 2024 an ein widerrufbares Treuhandvermögen („Donald J. Trump Revocable Trust“) übertragen, das von seinem Sohn Donald Jr. verwaltet wird. Ein Manöver, um zumindest pro forma Amt und Privatvermögen zu trennen. Immobilien-Projekte wie das Luxus-Resort Mar-a-Lago schlagen laut „Forbes“ mit Einnahmen von 1,1 Milliarden Dollar zu Buche.
Gigantische Marketing-Offensive von Trump & Co: Verschmelzung von politischer Funktion und Produkt
Trump macht sein Ego zur Marke, die mit einer riesigen Projektionsfläche verknüpft wird: Der Kauf von Trump-Artikeln und -Objekten verspricht satte Profite und die Nähe zur Macht. Flankiert wird das Ganze durch immer neue Merchandising-Wellen. Der offizielle Trump-Onlineshop verkauft seit Kurzem Kappen mit der Aufschrift „Trump 2028“. Dies spielt auf eine dritte Amtszeit des Republikaners an, die laut US-Verfassung verboten ist. Kostenpunkt: 50 Dollar pro Stück. Für 36 Dollar gibt es ein T-Shirt mit der Aufschrift „Trump 2028 (Rewrite the Rules – schreib die Regeln um“). Im NBC-Interview hat sich der Präsident jetzt allerdings auf zwei Amtsperioden festgelegt.

Die gigantische Marketing-Offensive von Trump & Co. führe zu einer Verschmelzung von politischer Funktion und Produkt, warnen Beobachter. „Für die These, dass Trump das Amt des Präsidenten dazu nutzt, sich und seine Familie zu bereichern, sehe ich daher überzeugende Hinweise“, betont der Amerika-Experte Florian Böller.











