Die überraschende Ankündigung kam für viele Gläubige auf dem Petersplatz: Papst Leo XIV. muss sich einer Operation an der Lunge unterziehen. Bei ihm sei ein Knoten in einem frühen Stadium und an einer klar begrenzten Stelle entdeckt worden, erklärte das Kirchenoberhaupt am Sonntag beim Angelusgebet. Die Nachricht löste bei den anwesenden Gläubigen Besorgnis aus. Der 71-jährige Papst, der seit Mai 2025 die katholische Kirche leitet, gab sich gefasst und verwies auf den Rat seiner Ärzte.

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„Die Ärzte halten einen Eingriff für angebracht. Deshalb habe ich mich auf ihren Rat hin entschieden, mich operieren zu lassen, um den Knoten entfernen zu lassen“, sagte Leo XIV. Die Operation sei bereits für die kommenden Tage geplant. Weitere Angaben zur Art des Befunds oder zum genauen Zeitpunkt des Eingriffs machte der Papst zunächst nicht.

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Papst Leo XIV. hält trotz geplanter Operation an Peru-Reise fest

Trotz der angekündigten Operation hält das Kirchenoberhaupt vorerst an seiner geplanten Reise nach Peru fest. Der Besuch in dem südamerikanischen Land ist derzeit für den Zeitraum vom 6. bis 17. November vorgesehen. Beim Angelusgebet wandte sich Leo XIV. an peruanische Gläubige, die auf dem Petersplatz an einer Prozession zu Ehren des „Señor de los Milagros“ teilnahmen. „Ich danke euch für eure Gebete für die Pastoralreise, die ich in Peru unternehmen werde“, sagte der Papst.

Der Eingriff soll nach den vorliegenden Angaben zu Beginn der kommenden Woche in der römischen Gemelli-Klinik stattfinden. Anschließend wird der Papst voraussichtlich etwa eine Woche im Krankenhaus bleiben müssen, teilte der vatikanische Pressesprecher Matteo Bruni mit. Die Poliklinik Agostino Gemelli ist seit Jahrzehnten eine wichtige Anlaufstelle für die medizinische Versorgung der Päpste. Für das Kirchenoberhaupt steht dort im zehnten Stockwerk ein eigenes Appartement zur Verfügung, das dauerhaft für einen Papst reserviert ist. Die Räumlichkeiten umfassen mehrere Zimmer, ein Wohnzimmer, eine Küche und eine kleine Privatkapelle. Auch Mitarbeiter und enge Vertraute können dort übernachten.

Gemelli-Klinik bereits mehrfach Behandlungsort für Franziskus

Auch Leos Vorgänger Papst Franziskus wurde wiederholt in der Gemelli-Klinik behandelt. Im Juli 2021 unterzog er sich dort einer Darmoperation. Im März 2023 wurde er wegen einer Lungenentzündung behandelt, im Juni desselben Jahres folgte ein weiterer chirurgischer Eingriff am Bauch. Anfang 2025 musste Franziskus erneut mehrere Tage im Krankenhaus verbringen, bevor er im Mai desselben Jahres starb.

Die Gemelli-Klinik (Policlinico Agostino Gemelli) in Rom gilt als das „Krankenhaus der Päpste“, weil dort seit Jahrzehnten Päpste medizinisch behandelt werden.
Die Gemelli-Klinik (Policlinico Agostino Gemelli) in Rom gilt als das „Krankenhaus der Päpste“, weil dort seit Jahrzehnten Päpste medizinisch behandelt werden.© AP/dpa | Andrew Medichini

Die Klinik liegt nur wenige Kilometer vom Vatikan entfernt und ist daher für das Kirchenoberhaupt rasch erreichbar. Sie wurde 1964 eröffnet und gehört zur katholischen Universität „Sacro Cuore“, die 1921 von dem Franziskaner Agostino Gemelli gegründet wurde. Mit ihrem weitläufigen Gelände am Hang des Monte Mario, das sich einschließlich Park und Kirche über rund 37 Hektar erstreckt, zählt sie zu den bedeutenden medizinischen Einrichtungen Roms.

Meloni sichert Papst Leo XIV. Unterstützung vor Lungen-OP zu

Die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Klinik sind hoch. Das Krankenhaus verfügt über besondere Einrichtungen für die Behandlung hochrangiger Persönlichkeiten und war bereits mehrfach Schauplatz medizinischer Behandlungen des Kirchenoberhaupts.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat Papst Leo XIV. vor dessen angekündigter Lungenoperation ihre persönliche Unterstützung und die Solidarität der italienischen Regierung zugesichert. „Ich möchte dem Heiligen Vater meine persönliche Nähe und die des italienischen Regierung für die Herausforderung aussprechen, der er sich in den kommenden Tagen stellen muss“, erklärte Meloni. Die Gelassenheit und Ruhe, mit der der Papst beim Angelusgebet am Sonntag über den bevorstehenden Eingriff gesprochen habe, gebe Zuversicht, betonte die Regierungschefin. Sie sei sicher, dass auch die italienische Bevölkerung dem Kirchenoberhaupt ihre Unterstützung und Zuneigung nicht versagen werde.