„Viva il papa“, ruft es von allen Seiten – es lebe der Papst. Ganz der Menschenfischer, als den ihn der Fischerring die Päpste fortan ausweist, begann Leo XIV. den Tag seiner Amtseinführung mit einem Bad in der Menge. Vor der Festmesse zu seinem Amtsantritt am Sonntag fuhr der 69-Jährige in seinem offenen Papamobil über den Petersplatz und entlang der gesamten Via della Conciliazione, um Zehntausende Gläubige zu begrüßen. Das Fahrzeug hielt einige Male, der Papst segnete die Menschenmenge, darunter auch einige Kleinkinder.

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„Es ist wunderbar, einen Papst aus den USA zu haben“, meint eine Gruppe aus Chicago, der Geburtsstadt des neuen Papstes. Auch aus Peru sind unzählige Pilger anwesend. Gläubige aus allen Weltteilen und vor allem Einwohner Roms nehmen an der Messe zu Ehren des neuen Papstes teil, die auch auf riesigen Bildschirmen rund um den Vatikan übertragen wird. Einige Gläubige schwenkten die ukrainische Fahne.
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„Heute beginnt eine neue Ära“, sagt Esteban Garcia aus Guatemala. „Ich bin sicher, dass Leo XIV. auf den Spuren Franziskus‘ wandeln und dessen Reformen vollenden wird.“ Der 31-jährige Seminarist studiert Theologie an der päpstlichen Universität Gregoriana. Gemeinsam mit Studienkollegen ist er zum Petersplatz gekommen, um den neuen Papst zu bejubeln. Dabei schwenkt er eine Fahne Guatemalas. Als Theologiestudent sei er von der missionarischen Tätigkeit des neuen Papstes als Bischof in Peru beeindruckt. „Er bringt seine lange Erfahrung als Hirte in sein Pontifikat ein, das wird ihm zugutekommen und die Kirche bereichern.“

Über 200 Kilometer haben Jan und Anne Lenk zurückgelegt und sind rechtzeitig zur feierlichen Amtseinführung in Rom angekommen. Sie sind einen Teil der Via Francigena gegangen, den Frankenweg, der seit dem Mittelalter Gläubige von England bis nach Rom führt. Das Paar aus Dresden ist in Siena gestartet. Nun stehen die beiden Krankenpfleger inmitten von rund 250.000 Gläubigen, die den neuen Papst feiern.
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„Als wir vor etwa sechs Monaten beschlossen haben, auf dem Pilgerweg zu wandern, hätten wir nie gedacht, dass es einen neuen Papst geben würde: Alles kam sehr überraschend“, berichtet der 50-jährige Jan Lenk. Der Enthusiasmus über den ersten nordamerikanischen Pontifex ist groß, aber eben auch die Erwartungen auf die ersten Schritte, die er in seiner Amtszeit unternehmen wird. „Ich habe einen sehr guten Eindruck von Leo XIV. gewonnen“, so Lenk. „Er verbindet den Westen mit Südamerika. Ich bin sicher, dass er als Brückenbauer wirken und zum Weltfrieden beitragen wird.“
Pilger: „Er ist wirklich ein globaler Papst“
Renato Gama (41) ist mit seiner Frau Fernanda und sechs Kindern im Alter zwischen elf Jahren und vier Monaten aus Brasilien nach Rom gereist. „Ich mag diesen neuen Papst sehr. Er ist ein Traditionalist und das ist für die Weltkirche gut. Er kommt aus den USA, hat europäische Wurzeln und hat in Südamerika gelebt. Ich glaube, er ist wirklich ein globaler Papst, der jeden ansprechen kann“, meint Gama. Die Familie hat bereits einige wichtige Pilgerstätten in Italien besichtigt, wie San Giovanni Rotondo, Heimat von Italiens Nationalheiligem Pater Pio in der Region Apulien, und Assisi. „Wir wünschten uns schon seit langem, wichtige Orte des Christentums zu besuchen, mein Traum ist jetzt in Erfüllung gegangen.“
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Aus dem dänischen Odensen kommen Marianne Haakonsson und Jens Alexandersen. „Diese Reise haben unsere Kinder kurzfristig für uns organisiert, einen Tag nach dem Tod von Franziskus. Wir wussten, dass in diesen Tagen in Rom viel los sein würde, haben uns aber nicht vorgestellt, wie viel“, erzählt Marianne Haakonsson. „Es ist beeindruckend, in diesen so ereignisreichen Zeiten in Rom zu sein, wir sind überwältigt.“




















