Das hat den Kardinälen wohl gar nicht geschmeckt: Die einfachen Speisen, die im Gästehaus Santa Marta während des Konklaves serviert wurden, könnten ein Grund sein, warum der neue Papst Leo XIV. schon am zweiten Tag des Konklaves gewählt wurde. So sehen es zumindest die US-Kardinäle, die Bedenken über die Qualität der Küche in der Residenz für Kardinäle erhoben haben, in der sie während der Zeit des Konklaves wohnen mussten.

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Einfacher Reis, leichte Soßen, gesundes Gemüse und ein wenig Fleisch: Die amerikanischen Kardinäle äußerten mit Humor ihre Vorbehalte über die Mahlzeiten, die ihnen im Gästehaus serviert wurden. „Sagen wir so: Die Speisen im Gästehaus waren ein sehr guter Anreiz, das Konklave schnell hinter sich zu bringen“, scherzte Kardinal Timothy Dolan, Erzbischof von New York und Vertreter des konservativen Flügels der US-Kardinäle gegenüber der CNN.

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Kardinal Joseph Tobin, Erzbischof von Newark, erzählte, dass erst am Ende des Konklaves den Papst-Wählern „ein unglaubliches Abendessen“ serviert wurde – allerdings nicht im Gästehaus, sondern in einem Restaurant außerhalb des Vatikans. 

Die Papst-Wähler bekamen im Gästehaus vor allem gesundes Essen serviert.
Die Papst-Wähler bekamen im Gästehaus vor allem gesundes Essen serviert. © AFP | Simone Risoluti

Die Enttäuschung unter den Papst-Wählern muss offenkundig groß gewesen sein, als sie im Gästehaus für die Kardinäle gesunde Mahlzeiten mit wenig Wein und ohne Dessert serviert bekamen. Spezialitäten, in die „geheime Botschaften“ an die Kardinäle hätte versteckt werden können, waren verboten. Nach dieser Regel durften auch keine Ravioli oder ganze Hühner serviert werden.

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Die Mahlzeiten wurden in der Küche Casa Santa Marta vorbereitet, einige Ordensschwestern überwachten die Zubereitung. In der Kantine wurden nicht allzu aufwändige Speisen angeboten. Morgens gab es ein leichtes Frühstück mit Tee oder Kaffee, Brot und Marmelade. Am Tisch wurden Wasser und Wein, aber natürlich keine Spirituosen serviert. Das Menü hielt sich an die Ernährungsregeln, die der an Ostermontag verstorbene Papst Franziskus selbst im Gästehaus Santa Marta eingeführt hatte, wo er seit Beginn seines Pontifikats 2013 bis zu seinem Tod wohnte.

Kardinäle: Besonders ein Restaurant hat es den Kardinälen angetan

Das Mittagessen für die vielen Kardinäle, die sich noch bis zur feierlichen Messe zur Amtseinführung des neuen Papstes Leo XIV. im Gästehaus aufhalten, war die Hauptmahlzeit und bestand aus Nudeln oder Reis, weißem Fleisch oder gebackenem Fisch, Brot und Gemüse, das in den Gärten des Vatikans geerntet wird. Als Nachtisch wurde Obst serviert. Am Abend war das Essen noch leichter. Im Menü werden auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten und gesundheitliche Probleme der älteren Kardinäle berücksichtigt, wie zum Beispiel Diabetes.

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Immerhin: Kirchenvertreter, für die die Verpflegung im Gästehaus, zu einseitig ist, können auf die vielen Restaurants rund um den Vatikan ausweichen. Besonders beliebt ist das Restaurant „Tre Pupazzi“ („Drei Puppen“), in dem auch Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Vertreter des konservativsten Flügels im Konklave, oft speist. Vor allem zur Mittags- und Abendessenszeit suchen die Kardinäle ihre Lieblingslokale auf. Nicht alle von ihnen tragen die rote Soutane, wenn sie ausgehen. Sie wollen so wenig wie möglich auffallen, da Journalisten aus aller Welt auf der Jagd nach ihren Kommentaren zum neuen Papst sind.