Welchen Namen wird der neue Papst annehmen? Diese Frage ist jetzt nach dem erfolgreichen Konklave geklärt. Der US-Amerikaner Robert F. Prevost hat sich für den Namen Leo XIV. entschieden. Schon bevor das Konklave überhaupt zusammengetreten war, wurde diese Frage vielfach diskutiert. Denn: Der Papstname ist Programm. Er gibt eine erste Andeutung, in welche Richtung der neue Papst das Schiff der Kirche steuern will und welche Themen ihn während seines Pontifikats begleiten werden. LEo steht für Stärke und Macht.

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Der ehemalige Papst Franziskus, der bürgerlich Jorge Bergoglio hieß, hatte mit seiner Namenswahl zu Beginn seines Pontifikats 2013 ein deutliches Zeichen gesetzt. Vor ihm hatte noch kein Pontifex den Namen Franziskus getragen. Auch in diesem Sinne war der Papst „vom Ende der Welt“, wie sich Bergoglio bezeichnete, bahnbrechend. Er hatte sich bewusst für den Namen Franziskus entschieden – nicht aus kirchenpolitischen Überlegungen, sondern inspiriert vom Heiligen Franz von Assisi, dem Patron der Armen und Bedürftigen.

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Während Papst Franziskus sich, seinem Namensgeber folgend, vor allem für ärmere und ausgegrenzte Menschen einsetzte, stellte Papst Benedikt XVI. das Thema Gott und Glauben in den Mittelpunkt seines Pontifikats; insbesondere durch die Veröffentlichung des dreibändigen Werks „Jesus von Nazareth“. Nicht umsonst hatte sich der deutsche Papst Joseph Ratzinger bei der Namenswahl an Benedikt von Nursia (um 480-547) orientiert, dem Einsiedler, Abt und Ordensgründer, auf den das benediktinische Mönchtum zurückgeht.

Viele Männer stehen in roten Gewändern in einer Kirche
Nach dem Tod von Papst Franziskus wählen die Kardinäle beim Konklave in Rom das neue Oberhaupt der katholischen Kirche. © Michael Kappeler/dpa | Michael Kappeler

Die Tradition, bei der Wahl zum Kirchenoberhaupt einen neuen Namen anzunehmen, reicht nicht bis zu den Ursprüngen des Papstamtes zurück. Sie beginnt erst im ersten Jahrtausend n. Chr., genauer gesagt im Jahr 532. Der Römer Mercurius sah sich vor ein Problem gestellt: Als neuer Stellvertreter Christi auf Erden trug er den Namen eines heidnischen Götzen. Das erschien ihm unvereinbar mit der Würde des Papstamtes, also nahm er den Namen Johannes II. an.

Funeral Takes Place Of Pope Francis
Robert Francis Prevost ist der neue Papst.© Getty Images | Franco Origlia

Dem Sachsen Bruno hingegen war sein Name zu „barbarisch“. Bruno, der aus dem kärntnerisch-steirischen Raum stammte, beschloss, daher als Gregor V. (996-999) zu regieren. Aus Achtung und Ehrfurcht vor dem ersten Papst, dem Apostel Petrus, gaben gleich zwei Nachfolger ihren Taufnamen ab. Bischof Petrus von Pavia bestieg als Johannes XIV. (983-984) den päpstlichen Thron, Bischof Petrus von Albano als Sergius IV. (1009-1012).

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Nach Sergius IV. nahmen die Päpste bei Amtsantritt fast immer einen neuen Namen an. Die Motive? Darüber sind sich die Historiker bis heute nicht ganz einig. War es der Einfluss aus dem Ordensleben, wo die Mönche beim Ablegen der Gelübde einen neuen Namen erhielten? Oder wollten die Kirchenführer zeigen, dass sie sozusagen eine neue Identität angenommen hatten? Nur drei Mal in bald 1000 Jahren wurde mit dieser Tradition gebrochen. Der Renaissancepapst Julius II. (1503-1513) behielt seinen Vornamen ebenso bei wie Hadrian VI. (1522-1523) und Marcellus II. (1555), dessen dreiwöchiges Pontifikat zu den kürzesten der Papstgeschichte gehört.

Nach Konklave: Papst kann aus 82 Namen wählen

Der neue Papstname wird am Ende eines Konklaves vom Kardinalprotodiakon auf Lateinisch verkündet. Gewöhnlich werden die Namen dann aber in die jeweilige einheimische Sprache der Gläubigen „übersetzt“, sofern es in ihr ein Äquivalent für sie gibt. Der Papstname verbleibt dem Pontifex auch nach einem Amtsverzicht, wie im Fall des Papstes Benedikt XVI.

Der Nachfolger von Franziskus kann aus 82 Namen wählen, die seine Vorgänger getragen haben. Darunter sind einige besonders beliebt: An der Spitze steht unangefochten Johannes (23), mit deutlichem Abstand folgen Gregor (16), Benedikt (15), Clemens (14), Innozenz (13), Leo (13) und Pius (12). In den letzten 400 Jahren haben die 34 Päpste ihre Wahl auf elf Namen beschränkt; Clemens und Pius waren mit je siebenmal die Favoriten. Der italienische Papst Johannes Paul I. war 1978 das erste Kirchenoberhaupt, das einen Doppelnamen wählte.