Tausende Journalisten und Medienleute hatten in dem Zeitraum zwischen dem Tod von Papst Franziskus, dem Konklave und der Wahl des neuen Pontifex Leo XIV. berichtet. Der Beginn des neuen Pontifikats ist ein Event ohnegleichen, das die Aufmerksamkeit der Medien aus der ganzen Welt auf den Vatikan gelenkt hat.

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Als Zeichen des Danks für die Berichterstattung über seine Wahl hat der erste US-Papst in der Geschichte der Kirche am Montag die Medienvertreter zu seiner ersten öffentlichen Audienz getroffen. Tausende Journalisten strömten zur Audienzhalle „Paul VI.“, um dem neuen Pontifex zu begegnen. „Wir werden uns mit der Zeit besser kennenlernen“, sagte der Papst und schüttelte vielen Journalistinnen und Journalisten die Hand. Dabei kam es zu einigen Überraschungen.
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Papst Leo XIV. gibt Audienz: Damit haben die Journalisten nicht gerechnet
Ein Journalist ließ sich einen Baseball-Ball signieren. Ein Reporter, der die Leidenschaft des neuen Papstes für Tennis kennt, drängte Leo XIV. ein Benefiz-Tennismatch für die päpstlichen Missionswerke zu organisieren. Prevost antwortete scherzhaft: „Bringen Sie nur nicht Jannik Sinner mit!“ Dabei spielte er auf den italienischen Tennisstar und die Bedeutung von dessen Nachnamen auf Englisch (Sünder) an.
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Der oft schüchtern wirkende Papst bewies dabei immer wieder unerwarteten Humor. Im Vorbeigehen an einer weiß gekleideten Journalistin scherzte Robert Francis Prevost über die auf ihn „abgestimmte“ Gewandfarbe. Im Saal hielt Papst Leo XIV. einen Moment inne, um die Assistenten zu fragen, ob er den Teilnehmern Rosenkränze zur Erinnerung an das Treffen schenken solle. Auf die negative Antwort entgegnete der Papst scherzhaft: „Ich lerne noch.“

Doch er wurde auch ernst: In seiner Ansprache rief der Papst die Journalisten auf, „Friedensstifter“ zu sein. Sie sollten „mit Liebe“ nach der Wahrheit suchen und „Nein zum Krieg der Worte und Bilder“ sagen. „Wenn wir die Worte entwaffnen, tragen wir zur Abrüstung der Erde bei“, sagte der Papst.
„Eine entwaffnete und entwaffnende Kommunikation ermöglicht es uns, eine andere Sicht der Welt zu teilen und in einer Weise zu handeln, die unserer Menschenwürde entspricht“, erklärte Leo XIV. An die Medienleute gewandt, fügte er hinzu: „Sie stehen an vorderster Front, wenn es darum geht, von Konflikten und Friedenshoffnungen, von Ungerechtigkeit und Armut und von der stillen Arbeit so vieler für eine bessere Welt zu berichten. Deshalb bitte ich Sie, sich bewusst und mutig für den Weg der Friedenskommunikation zu entscheiden“, erklärte der am vergangenen Donnerstag gewählte Papst.
Künstliche Intelligenz: Papst sieht mögliche Gefahr
Unter Berufung auf die Bergpredigt Jesu forderte Prevost die Reporter auf, „sich für eine andere Art der Kommunikation zu engagieren, die nicht um jeden Preis Zustimmung sucht, sich nicht in aggressive Worte kleidet, nicht das Modell des Wettbewerbs vertritt und niemals die Suche nach der Wahrheit von der Liebe trennt, mit der wir sie demütig suchen müssen.“
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In Künstlicher Intelligenz sieht der Papst viele Herausforderungen für die Medien. „Angesichts des immensen Potenzials der Künstlichen Intelligenz müssen wir Verantwortung und Unterscheidungsvermögen haben, um diese Mittel auf das Wohl aller auszurichten, sodass sie Nutzen für die Menschheit bringen können. Und diese Verantwortung betrifft jeden, unabhängig vom Alter und von der sozialen Rolle“, fügte der Papst hinzu.
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Auch bekundete der Papst die Solidarität der Kirche mit jenen Journalisten, die „wegen ihrer Suche nach Wahrheit und ihrer Berichterstattung inhaftiert sind“, und bat um ihre Freilassung. „Die Kirche erkennt in diesen Zeugen den Mut derjenigen, die die Würde, die Gerechtigkeit und das Recht der Völker auf Information verteidigen, denn nur informierte Völker können freie Entscheidungen treffen. Das Leiden dieser inhaftierten Journalisten fordert das Gewissen der Nationen und der internationalen Gemeinschaft heraus und ruft uns alle auf, das kostbare Gut der Meinungs- und Pressefreiheit zu schützen“, so der Papst. Nach seiner Ansprache segnete er die anwesenden Journalisten.
Eine Frage blieb bei der Audienz offen: Viele Journalisten rätseln über die erste Papst-Reise. Denkbar wäre beispielsweise, dass Leo XIV. am 26. Mai in die Türkei reisen könnte. Anlass wären die Feiern zum 1700. Jahrestag des Konzils von Nicäa (Nizäa) in der Nähe von Istanbul. Dort hatten im Jahr 325 mindestens 200 Bischöfe ein bis heute gültiges Glaubensbekenntnis formuliert. „Wir arbeiten daran“, antwortete der Papst auf eine Frage zur möglichen Reise.






