Die katholische Kirche hat ein neues Oberhaupt: Der US-Amerikaner Robert Francis Prevost wurde im Konklave zum Nachfolger von Papst Franziskus gewählt. Er gab sich den Papstnamen Leo XIV. Und nicht nur die rund 1,4 Milliarden Mitglieder der Katholischen Kirche, sondern gleich die ganze Welt blickt gespannt auf den neuen Pontifex. Was sagt seine Wahl über den Zustand der Kirche aus? Was über ihre Zukunft? Im Gespräch mit dieser Redaktion analysiert Vatikan-Experte und Buchautor Ulrich Nersinger den neuen Papst, seine ersten Signale und seine Herausforderungen – auch politisch.
Herr Nersinger, hat Sie die Wahl von Prevost zum neuen Papst überrascht?
Ulrich Nersinger: Absolut. Ich bekam zeitgleich eine ganze Reihe von E-Mails von Kollegen, die sich mit dem Vatikan gut auskennen. Alle fragten mich, ob ich ihn auf dem Schirm hatte. Alle waren überrascht. Ich hatte seinen Namen zwar auf meiner Liste möglicher Kandidaten, aber ehrlich gesagt ganz, ganz weit unten.
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