Für sein erstes Mittagsgebet auf dem Petersplatz hätte sich der neugewählte Papst Leo XIV. keinen bunteren Empfang erwarten können. 13.000 Musiker aus Italien und zahlreichen weiteren Ländern begrüßten ihn auf dem Petersplatz. Denn an diesem Sonntag fand in Rom das Heilig-Jahr-Treffen der Musikkapellen und der Volksmusik statt. Bands und Blaskapellen defilierten vor Beginn des Mittagsgebets auf der Via della Conciliazione, der Achse, die zum Petersplatz führt, in traditionellen Uniformen. Volksmusikgruppen zogen mit ihren bunten Trachten die Aufmerksamkeit von Pilgern aus aller Welt auf sich. Entlang der Route schlossen sich andere Formationen, darunter bunte Fahnenträger, dem großen Zug zum Petersdom an.

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„Es ist wunderbar, hier für den Papst spielen zu können. Als wir vor einigen Monaten unsere Teilnahme am Jubiläum der Heilig-Jahr-Treffen der Musikkapellen anmeldeten, hätten wir nie daran gedacht, dass wir für den neuen Papst spielen würden“, sagte eine junge Frau aus Tagliacozzo, einer Gemeinde aus der mittelitalienischen Bergregion Abruzzen im bunten Volkskostüm.

Zu diesem Jubiläumsevent waren Mitglieder von Militär-, Folklore-, Dorf-, Sport-, Schul- und Collegekapellen, sowie ihre Familienangehörigen eingeladen. Das internationale Treffen der Musikkapellen und Volksmusik ist eines von mehr als 30 „Mini-Jubiläen“ für unterschiedliche Zielgruppen, die im Rahmen des Heiligen Jahres 2025, das Papst Franziskus zu Weihnachten eröffnet hatte, über das Jahr verteilt stattfinden. Ein Bandmitglied trug eine kleine Stoffpuppe mit dem Konterfei des Papstes.
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Papst Leo mit eindringlichem Appell – Jubel auf dem Petersplatz
Die Kapellen versammelten sich auf dem Petersplatz, bevor der Papst auf der Mittelloggia des Petersdoms erschien. Mit deutlichen Worten nutzte der neue Pontifex sein erstes Mittagsgebet zu einem eindringlichen Friedensappell. „Nie wieder Krieg“, rief das neue Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken weltweit. Er erinnerte an die Leiden des Zweiten Weltkriegs und dessen Ende vor 80 Jahren. Und verwies auf seinen Vorgänger Papst Franziskus, der nie müde geworden sei, anhaltenden Frieden zu fordern. Das werde er auch tun. Tausende Menschen jubelten ihm auf dem Petersplatz zu.

Auch den Krieg in der Ukraine, sowie den im Gazastreifen sprach Leo XIV. an. Es brauche schnellstmöglich einen echten, gerechten und anhaltenden Frieden in der Ukraine. Gefangene müssten freigelassen und Kinder zu ihren Familien zurückgebracht werden. „Was im Gazastreifen geschieht, schmerzt mich zutiefst“, so der Papst weiter. Leo XIV. forderte eine sofortige Feuerpause, freie humanitäre Korridore und Hilfe für die geplagte Zivilbevölkerung, sowie die Freilassung aller Geiseln.
Den angekündigten Waffenstillstand zwischen Indien und Pakistan begrüßte er ausdrücklich. Dieser müsse dauern. Er schloss seinen Appell mit der Bitte um das „Wunder des Friedens“.
Strenge Sicherheitsvorkehrungen in Rom: 4000 Ordnungskräfte sind im Einsatz
Anlässlich des Weltgebetstages für Berufungen am heutigen Sonntag (11. Mai) rief der Papst junge Menschen auf, keine Angst vor der Berufung zu haben. „Heute, Brüder und Schwestern, habe ich die Freude, mit euch und mit dem ganzen Volk Gottes für Berufungen zu beten, besonders für die zum Priestertum und zum Ordensleben. Die Kirche hat einen großen Bedarf an euch“, erklärte der Papst. „Den jungen Menschen sage ich: Habt keine Angst, nehmt die Einladung der Kirche und Christi, des Herrn, an“, rief Leo XIV.
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Vor dem ersten Sonntagsgebet des neugewählten Papstes trafen der Vatikan und die Polizei in Rom strenge Sicherheitsvorkehrungen. Auf den Petersplatz selbst kommt – anders als bei der letzten Papst-Wahl – niemand mehr, ohne dass vorher Gepäck, Kleidung und Person wie am Flughafen mit Detektoren durchgescannt werden. Absperrgitter wurden rund und den Vatikan aufgestellt. Mehr als 4000 Ordnungskräfte waren am Sonntag im Einsatz.

Bruder von Papst Leo: „Wir werden zusammen zu Mittag essen“
Spezialkräfte des italienischen Militärs sicherten den Petersplatz mit Geräten zur Drohnenabwehr. Die Anti-Drohnen-Systeme sind gegen mögliche Terrorgefahren aus der Luft im Einsatz. Zahlreiche Polizisten postierten sich rund um den Vatikan. Hochgefahren wurden auch die Sicherheitsmaßnahmen an den drei weiteren Papst-Basiliken der Stadt, insbesondere bei Santa Maria Maggiore nahe dem römischen Hauptbahnhof Termini, wo sich das Grab von Papst Franziskus befindet. Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri zeigte sich mit all diesen Vorkehrungen zufrieden und lobte Einsatzbereitschaft und Teamgeist.
Auch John Prevost, einer der beiden Brüder von Papst Leo XIV., ist unterdessen in Rom eingetroffen, um dem neuen Pontifex einen kurzen Besuch abzustatten. „Wir werden zusammen zu Mittag essen. Wir sind nur bis Dienstag in Rom“, sagte John Prevost dem Sender NBC in Chicago. Für den Bruder des Papstes ist es der fünfte Besuch in Rom, der erste war gemeinsam mit seinem Bruder und jetzigen Papst, dem damaligen Studenten Robert F. Prevost.







