Wo auch immer die Menschheit bislang hinkam, sie hinterließ ihre Spuren. Und das selbst an den entferntesten Orten wie dem Mond. 1972 waren zuletzt Menschen dorthin gereist; bisher alles Astronauten aus den USA. Doch Einfluss auf den Erdtrabanten hatten auch andere Nationen dieser Welt, auch ohne ihn selbst betreten zu haben. Denn durch 66 Jahre Raumfahrt wurden tonnenweise irdisches Material in den Orbit geschickt, das vielfach auf der Mondoberfläche landete. Gewollt oder ungewollt. Wissenschaftler haben herausgefunden, wie viel Müll schon auf dem Mond liegt.

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Das Rennen der Länder um die innovative Führungsposition in der Raumfahrt scheint neu aufgelebt, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Dabei stand der Mond als der Erde am nächsten gelegener Himmelskörper (Distanz: 384.400 Kilometer) schon seit Jahrzehnten im Zentrum von Weltraumerkundungen.
Müll auf dem Mond: Mindestens 39 Objekte krachten auf die Oberfläche
Die Zeitung hat die einzelnen Stellen, an denen menschengemachte Kontakte mit dem Mond ihre Spuren hinterlassen haben, zusammengetragen. Zu den 23 weich gelandeten oder aber umgekippten Apollo-Sonden kamen weitere 39 Objekte hinzu. Letztere erreichten den Mond entweder mit einem geplanten harten Aufprall oder aber fielen unabsichtlich auf die Oberfläche.
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Unbemannte Missionen zum Mond, seien es auch nur Versuche, steigen so stark an wie seit den 1960er-Jahren nicht mehr, als die erste erfolgreiche Mondmission mit der sowjetischen Sonde Luna 2 auf der Mondoberfläche einschlug. Sie verursachte am 12. September 1959 durch ihren ungebremsten Aufschlag mit einer Geschwindigkeit von 11,880 Kilometern pro Stunde auf der erdzugewandten Seite ausschließlich Trümmer. Und diese befinden sich dort bis heute.
Trotz hartem Aufprall: Landung von Luna 2 galt als Erfolg
Trotz des harten Aufpralls galt die Mission als Erfolg. Denn Luna 2 war bereits die elfte gestartete Mondmission gewesen. Von den anderen zehn, je zur Hälfte sowjetische und amerikanische, waren acht beim Start verunglückt und zwei auf andere Bahnen geraten als vorgesehen.
Zu diesem Weltraum-Schrott gehören unter anderem missionsbegleitende Teile wie Raketenstufen sowie sechs Aufstiegsstufen, mit denen die Apollo-Astronauten von der Mondoberfläche zu ihren Kommandokapseln im Mondorbit zurückkehrten. Nach dem Umstieg wurden sie von der Besatzung abgekoppelt und in der Mondumlaufbahn zurückgelassen. Früher oder später erreichen all diese Dinge schließlich die Oberfläche, da sie den Erdtrabanten ohne Triebwerke zur Bahnkorrektur umkreisen.
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Laut Bericht sind inzwischen 67 Mond-Stellen bekannt, an denen menschengemachte Gegenstände zurückgeblieben sind. Doch Bauteile sind längst nicht alles: Weil die Landefähren viel zu klein waren, ließen die Astronauten auch Plastikbehälter mit Urin, Stuhlgang-Tüten und besonders konzipierte Windeln zurück. Nagelscheren, Golfbälle, Handtücher und Seife blieben ebenfalls dort.
Auf dem Mond zersetzen sich die Dinge nicht wie auf der Erde
Und da es auf dem Mond keine Atmosphäre gibt, zersetzen sich diese Dinge nicht, wie es auf der Erde der Fall wäre. Welchen Einfluss die großen Temperaturunterschiede zwischen Mondtag und -nacht sowie ungefilterte kosmische Strahlung auf die Gegenstände haben, ist bisher noch unerforscht.
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Dass Hinterlassenschaften wieder mit zur Erde gebracht wurden, hat es laut dem Südwestdeutschen Rundfunk (SWR) bislang nur ein einziges Mal gegeben. Als Apollo 12 im November 1969 den Mond erreichte, war der Landeplatz so gewählt worden, dass die Astronauten Teile einer Raumsonde mit zurücknahmen. Diese war zwei Jahre vorher gelandet.
1972 war zuletzt ein Mensch auf dem Mond – 2027 könnte jemand folgen
1972 waren zuletzt Menschen auf dem Mond, bisher alles Astronauten aus den USA. Eugen Cernan war der letzte Mensch, der den Mond betrat. Seit Januar 2024 waren allein sechs amerikanische Mondmissionen gestartet. Darunter waren sind vier Programme, die von Privatunternehmen durchgeführt wurden, zwar finanziert von der NASA.
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Seit Januar 2024 waren allein sechs amerikanische Mondmissionen gestartet, darunter vier, die von Privatunternehmen durchgeführt wurden, zwar finanziert von der NASA. Nur einem einzigen Programm, dem „Blue Ghost“ der Firma Firefly gelang die Landung ohne Abstriche.
Das neueste Mondprogramm der US-Raumfahrtbehörde trägt den Namen „Artemis“, die europäische Agentur Esa ist beteiligt. Nach letztem Stand ist für 2026 zunächst eine Umrundung mit Astronauten und frühestens Mitte 2027 auch eine erste Mondlandung geplant. Vorgesehen ist auch der Aufbau einer den Mond umkreisenden Raumstation.
Bundesregierung will deutsche auf den Mond schicken
Bei zukünftigen Mondmissionen sollen deutsche Astronautinnen und Astronauten öfter mit an Bord sein. So hat es die neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten. Union und SPD wollen sich dafür einsetzen, dass Deutschland mit an Bord ist: „Wir streben an, dass eine deutsche Astronautin oder ein deutscher Astronaut im Rahmen einer internationalen Mission zum Mond fliegt.“
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Auch bei den „Artemis“-Flügen sollen drei Europäer dabei sein. Möglich wäre, dass einer von ihnen den Mond betreten wird. Wer zur Mission gehört, ist aber noch unklar. Aus Deutschland werden immer wieder Alexander Gerst oder Matthias Maurer als Kandidaten genannt. Die Vermüllung des Mondes geht also weiter.
mit dpa










