Die vermeintliche dunkle Seite des Mondes steht im Fokus zahlreicher Forschungsmissionen. Da sie nur mithilfe eines Relaissatelliten zugänglich ist, setzt vor allem China auf ambitionierte Erkundungsprojekte. Im Juni dieses Jahres sammelte die unbemannte Raumsonde „Chang’e 6“ wertvolle Gesteinsproben, die von chinesischen und amerikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern untersucht wurden. Die Ergebnisse dieser Analysen wurden in den renommierten Fachzeitschriften „Nature“ und „Science“ veröffentlicht.

China Vorreiter bei Missionen auf dem Mond

Der Mond fasziniert die Menschheit seit jeher. Seit der erste Mensch am 21. Juli 1969 seinen Fuß auf die Mondoberfläche setzte, hat die Forschung bedeutende wissenschaftliche Fortschritte gemacht. Mit „Chang’e 6“ führt China bereits seine sechste Mondmission durch, und weitere Projekte sind für 2026 und 2028 geplant. Langfristig verfolgt das Land das ehrgeizige Ziel, in den 2030er Jahren eine permanente Mondbasis zu errichten.

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Mit „Chang‘e 6“ konnte mittels einer Schaufel und einem Bohrer Mondgestein von der erdabgewandten Seite gesammelt und mit einem Raketenmodul zur Erde gesandt werden. Bei der Analyse von Proben konnten Basaltfragmente (vulkanisches Gestein, das nach einem Ausbruch entsteht) ausfindig gemacht werden, die mehr als 4,2 Milliarden Jahre alt sind.

Vulkanaktivität auf der dunklen Seite des Mondes entdecket: Überraschende Fakten

Die Wissenschaftler waren bereits mit den vulkanischen Aktivitäten auf der erdzugewandten Seite des Mondes vertraut, doch die „dunkle Seite“ unterscheidet sich geologisch deutlich und blieb bislang weitgehend unerforscht.

Unter der Leitung von Experten der Chinesischen Akademie der Wissenschaften bestimmten die Forscher das Alter des vulkanischen Gesteins mithilfe radiometrischer Datierung. Ihre Analyse ergab auch, dass der Ausbruch vor etwa 2,83 Milliarden Jahren „überraschend jung“ war, was auf der nahen Seite des Mondes bisher nicht der Fall gewesen sei.

„Dies ist eine unglaublich aufregende Studie. Es ist die erste geochronologische Studie, die von den ‚Chang‘e 6‘-Proben stammt, und wird für die Mond- und Planetenforschung von immenser Bedeutung sein“, schrieb Professor Qiuli Li vom Institut für Geologie und Geophysik.

Spannende Achäologie-Artikel – für Sie recherchiert

Die erdabgewandte Seite des Mondes, die allgemein als „dunkle Seite“ bezeichnet wird, bekommt demnach tatsächlich viel Sonnenlicht ab – wir sehen es nur nicht. Der Mond ist gravitativ an die Erde gebunden, sodass er für eine Umrundung unseres Planeten (ca. 27 Tage) ebenso lange benötigt wie für eine Rotation um seine eigene Achse. Dadurch zeigt er der Erde stets dieselbe Seite.

Die sowjetische Raumsonde Luna 3 lieferte 1959 die ersten Aufnahmen der Rückseite des Mondes. Obwohl die Bilder von geringer Qualität waren, boten sie den Menschen auf der Erde erstmals einen völlig neuen Blickwinkel auf den Mond.