Ein Landemodul der sowjetischen Raumsonde „Kosmos 482“, das seit über 50 Jahren die Erde umkreist, steht offenbar kurz vor einem unkontrollierten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Ein Datum lässt sich nur schätzen: Voraussichtlich soll sie am 9. oder 10. Mai erfolgen.

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Das Landemodul von „Kosmos 482“ ähnelte dem der Raumsonde Venera 7, die 1970 als erste Sonde erfolgreich auf der Venus landete. „Kosmos 482“ sollte nur zwei Jahre später ähnliche Ziele erreichen – wurde jedoch durch einen fehlerhaften Start in eine niedrige Erdumlaufbahn gezwungen, wie die NASA berichtet. Seitdem kreist das rund 500 Kilogramm schwere Landemodul – ein robustes Druckgehäuse aus Titan – um den Planeten.

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Während moderne Raumfahrtmissionen oft mit gezielten Deorbit-Strategien ausgestattet sind – etwa um Satelliten nach Ende ihrer Lebensdauer sicher zum Absturz zu bringen –, fehlt solchen alten Objekten jegliche Steuerungsmöglichkeit.

Vor allem die Robustheit bereitet Experten heute Sorgen. „Kosmos 482“ war dafür konstruiert worden, den extremen Bedingungen der Venusoberfläche standzuhalten – mit Temperaturen über 450 Grad Celsius und einem Druck, der dem 90-Fachen des Erdwertes entspricht. Fachleute gehen deshalb davon aus, dass das Modul die Atmosphäre der Erde nahezu unversehrt durchqueren wird.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass es den Wiedereintritt übersteht und in einem Stück auf der Erdoberfläche aufschlägt, ist nicht zu unterschätzen“, schreibt der niederländische Satellitenexperte Marco Langbroek auf seiner Website. Er rechnet mit einer Aufprallgeschwindigkeit von rund 240 Kilometern pro Stunde – vergleichbar mit einem kleineren Meteoriten.

Unkontrollierter Wiedereintritt: Raumobjekt könnte weltweit abstürzen – auch über Deutschland

Wo das Raumobjekt genau einschlagen wird, lässt sich auch kurz vor dem Wiedereintritt nicht exakt bestimmen. Das liegt vor allem an der wechselhaften Sonnenaktivität, die den Luftwiderstand in der oberen Atmosphäre beeinflusst – und damit den Eintrittszeitpunkt und -ort verschiebt. Klar ist nur: Der Einschlagsort liegt irgendwo zwischen dem 52. nördlichen und dem 52. südlichen Breitengrad – also in einem breiten Gürtel rund um den Äquator. Auch Deutschland befindet sich in diesem Bereich.

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Die gute Nachricht: Weil rund 71 Prozent der Erdoberfläche von Ozeanen bedeckt sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Modul ins Meer stürzt und keine Schäden verursacht. Doch eine gewisse Unsicherheit bleibt.