Seit mittlerweile über 30 Jahren steht Superstar Sean „Diddy“ Combs in dem Verdacht, Dutzende von Personen vergewaltigt, geschlagen und mit sogenannten Hit-Männern bedroht zu haben, sollten sie ihn bei der Polizei anzeigen. Ab Montag muss sich der Musikproduzent, Rapper und Entertainer vor einem Gericht in New York verantworten.

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Seine Rechtsanwälte haben bereits Hinweise darauf geliefert, mit welchen Argumenten der Milliardär versuchen wird, zwölf Geschworene von seiner Unschuld zu überzeugen: Er will offenbar behaupten, während seiner gewalttätigen Orgien, die Diddy als „Freakoffs“ bezeichnete, nicht zurechnungsfähig gewesen zu sein.

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P.Diddy: Vor zwei Jahren bröckelte seine Karriere

Die Bilderbuchkarriere der Hollywood-Ikone wies vor zwei Jahren die ersten Risse auf. Seine langjährige Geliebte Cassie Ventura warf Diddy vor, sie wiederholt körperlich misshandelt und vergewaltigt zu haben. Wie auch in der Vergangenheit wies der Entertainer sämtliche Vorwürfe von sich. Als dann aber Überwachungsvideos eines Hotels in Kalifornien auftauchten, stand Combs mit dem Rücken zur Wand. Darauf war zu sehen, wie er vor einem Fahrstuhl seine auf dem Boden liegende Freundin anbrüllte und wiederholt mit Füßen trat. 

Rapper Diddy Combs zahlte Schadenersatz

Später tat der Star sein Bestes, um reuevoll zu wirken. Er bat um Entschuldigung für den brutalen Vorfall und sagte, dass „ich die volle Verantwortung für meine unverzeihlichen Handlungen übernehme“. Er und Ventura einigten sich in einem außergerichtlichen Vergleich auf Schadenersatz in unbekannter Höhe. Doch damit waren seine Probleme mit der Justiz längst nicht aus der Welt geschaffen. 

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Vor etwas über einem Jahr, kurz vor Ostern 2024, führten bewaffnete Agenten des Bundeskriminalamts FBI Razzien in Diddys Luxusvillen in Florida sowie Los Angeles durch. Sie sammelten Computerfestplatten, Aufzeichnungen seiner zahlreichen Überwachungskameras und andere Beweise. Die Vorwürfe lauteten auf diverse Sexualverbrechen und Menschenhandel. 

Unter den Opfern sollen sich auch Minderjährige befinden

Angeblich hatte er mehrere Opfer, darunter auch Minderjährige, aus dem Ausland einfliegen lassen. Die Folge: Neben dem FBI war auch das Heimatschutzministerium an den Ermittlungen beteiligt. Danach wollten weitere, mutmaßliche Opfer den Sänger verklagen. So behauptete eine Frau, dass Combs sie und Ventura mehrfach vergewaltigt und zu Geschlechtsverkehr mit männlichen Prostituierten gezwungen hatte. Zahlreiche Opfer, darunter auch Männer wie der Musikproduzent „Lil Rod“ Jones, sagten, Combs habe sie vor den Sexualdelikten unter Drogen gesetzt. 

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Seit September letzten Jahres sitzt der Milliardär in dem Metropolitan Detention Center in New York. Sämtliche Anträge, auf Bewährung freigelassen zu werden, haben die Gerichte niedergeschmettert. Die Hauptargumente: Die zur Debatte stehenden Verbrechen sei zu gewaltsam und moralisch verwerflich gewesen. Auch verfüge der schwerreiche Sänger über mehr als genug Geld und ausreichende Kontakte, um zu flüchten, sich ins Ausland abzusetzen und somit strafrechtlichen Konsequenzen in den USA zu entgehen. 

Sexual Misconduct Diddy
Sean "Diddy" Combs muss sich für gleich mehrere Verbrechen verantworten.© picture alliance / Jordan Strauss/Invision/AP | Jordan Strauss

„Inhumane Bedingungen“: Diddys Anwälte beschweren sich über Gefängniszelle

Vor Prozessbeginn positionierten sich Diddys Anwälte für ein Verfahren, das sich über Monate erstrecken könnte. Zunächst klagten sie erneut über die „unerträglichen und inhumanen Bedingungen“, unter denen ihr Mandant seit acht Monaten in einer kleinen Zelle gehalten wird. Auch bereiten sie sich auf die Auswahl der zwölf Geschworenen vor, die nächste Woche den Prozess einläuten wird. Bei der Befragung der Kandidaten werden die Advokaten unter anderem prüfen, wie viel diese über den Rapper sowie die Vorwürfe gegen ihn wissen. Auch, ob sie in irgendeiner Form positiv oder negativ voreingenommen sind.

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Nach der Auswahl der Juroren werden Staatsanwältin Emily Johnson und Diddys Anwaltsteam um Marc Agnifilo ihre Eröffnungsplädoyers halten. Johnson hat gegenüber dem Richter erklärt, dass sie etwa drei Wochen benötigen wird, um sämtliche Beweise vorzutragen und Belastungszeugen zu vernehmen.

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Agnifilo rechnet damit, seine anschließende Verteidigung des Rappers in etwa einer Woche abschließen zu können. Völlig unklar ist aber, wie lange die Jury benötigen wird, um ein einstimmiges Urteil zu fällen. Ein Schuldspruch könnte bedeuten, dass Combs den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringt.  

Diddy Combs: Schreitet Trump ein?

Die Rolle des „Jolly Joker“ könnte wegen des Regierungswechsels in Washington ausgerechnet US-Präsident Donald Trump spielen. Er war in der Vergangenheit ein großer Fan des Promis und sagte auf seiner Reality-Show „The Apprentice“, dass „Diddy ein guter Typ ist, ich mag ihn gern“. Nur der Präsident wäre im Falle einer Verurteilung befugt, ihn theoretisch zu begnadigen.