Vor einer knappen Woche hatte das Stellengesuch eines sächsischen Dachdeckers für Empörung gesorgt. Nun folgen Konsequenzen. Ronney W. hatte im Amtsblatt der Gemeinde Sebnitz um Auszubildende geworben und dabei fremdenfeindliches Gedankengut offenbart. In dem kleinen Ort Sebnitz formierte sich nach Bekanntwerden des Vorfalls Protest. Zudem gab es eine Entlassung.

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Neben dem Dank an seine Kundschaft hatte W. die am vergangenen Donnerstag erschienene Anzeige mit einigen menschenverachtenden Einschränkungen gespickt. Er suchte nach Azubis, hatte aber in der Stellenanzeige in rassistischer Art und Weise Gruppen von Menschen ausgeschlossen. Die Stadt Sebnitz sowie die Handwerkskammer Dresden distanzierten sich darauf hin. In der Stadtverwaltung sagte man, die Anzeige vor dem Druck nicht gekannt zu haben.

Nach rassistischer Werbeanzeige in Sebnitz: Druckerei-Mitarbeiter entlassen

Laut einem Bericht der „Bild“ kostete dies nun den Mitarbeiter aus dem Druckerei-Verlag den Job. Das Unternehmen entschuldigte und distanzierte sich vom Inhalt des Textes. „Wir sind zutiefst erschüttert über die Veröffentlichung der diskriminierenden und menschenverachtenden Zeitungsanzeige im letzten Amtsblatt. Diese Formulierung widerspricht in jeder Hinsicht unseren Werten und unserem Selbstverständnis“, wird der Verlag zitiert. Die Veröffentlichung der Werbeanzeige sei ein Fehler gewesen.

Menschenverachtende Anzeige - Sebnitz
Ronald Kretzschmar (parteilos), Oberbürgermeister der 2200-Einwohner-Gemeinde Sebnitz.© Sebastian Kahnert/dpa | Sebastian Kahnert

Man habe „arbeitsrechtliche Konsequenzen in Form einer fristlosen Kündigung umgesetzt“, heißt es. Sebnitz‘ Bürgermeister Ronald Kretzschmar erstattete Anzeige gegen Dachdecker und Verlag wegen Volksverhetzung. Die Stadtverwaltung bekomme private Druckaufträge vorab nicht zu sehen. Dies wolle man nun ändern.

Dachdeckermeister aus Sebnitz: „Den Text habe ich ersonnen“

Die Anzeige wurde vielfach in den sozialen Medien geteilt und kommentiert. Sachsens Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner sprach von Antisemitismus und Rassismus.

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Die „Bild“ will auch mit Dachdecker Ronney W. selbst gesprochen haben. „Den Text habe ich ersonnen. Vielleicht habe ich es etwas übertrieben, aber das Land und seine Politik treibt mich dazu“, lässt er sich zitieren. Er sehe jedoch nicht, dass seine Anzeige menschenverachtende oder beleidigende Formulierungen enthalte.

Rassistische Anzeige: Proteste in Sebnitz – und Gegenproteste

Als Reaktion auf die Anzeige waren am Ostermontag etwa 80 Menschen südlich von Dresden gelegenen Sebnitz zu einer Demonstration gegen Rassismus und für Frieden zusammengekommen. Auf dem Marktplatz gab es zudem zwei spontan angemeldete Gegenproteste aus dem eher rechten Spektrum mit nach Polizeiangaben etwa 130 Teilnehmern. „Es blieb störungsfrei“, sagte ein Sprecher. 

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Sachsens Kirchen haben auf die rassistische Anzeige eines Handwerkers im aktuellen Amtsblatt der Großen Kreisstadt Sebnitz mit großer Empörung reagiert. „Als katholische Kirche der Region sind wir erschüttert, mit welcher Dreistigkeit hier rassistisches und antisemitisches Vokabular genutzt, verbreitet und das dahinterstehende Gedankengut zur Schau gestellt wird“, erklärte der Sprecher des Bistums Dresden-Meißen, Michael Baudisch, in der vergangenen Woche.

mit KNA, dpa