In Sachsen hat ein Dachdeckermeister mit einer rassistischen Werbeanzeige für Entsetzen gesorgt: Grund ist eine Anzeige im lokalen Amtsblatt. Darin sucht Ronney W. nach Auszubildenden für seinen Betrieb im sächsischen Sebnitz und verwendet dabei menschenverachtende Formulierungen.

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„ABER: Keine Hakennasen, Bimbos oder Zeppelträger“, heißt es in der Anzeige. Die Stadt Sebnitz distanziert sich zwar, habe den Abdruck aber nicht verhindern können.

Rassistische Anzeige eines sächsischen Dachdeckers: „widerwärtig“

Zuerst hatte die „Berliner Zeitung“ berichtet, nachdem Fotos der Anzeige mehrfach in den sozialen Medien geteilt worden waren. Überschrieben ist die Anzeige mit „Sebnitzer Dachdeckermeister“ in altdeutscher Schrift. Es folgen Dankesworte an „Kunden und Geschäftspartner“ sowie der Hinweis, dass ab 2026 Ausbildungsplätze zu vergeben seien.

Unter anderem Andreas Büttner, Antisemitismusbeauftragter des Landes Brandenburg, machte den Vorfall publik. Auf seinem X-Account (ehemals Twitter) kommentierte er: „Antisemitismus und Rassismus gehen oft Hand in Hand, insbesondere in der rechten Szene. Eines der ekelhaftesten Beispiele erleben wir gerade in Sebnitz.“

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„Eine neue überschrittene Schwelle“

Andere Nutzerinnen und Nutzer reagieren entsetzt. „Widerwärtig“, kommentiert einer. Ein weiterer schreibt: „Wahnsinn. Früher haben wir Juden anonyme Drohungen bekommen, dann namentlich unterzeichnete. Das hier ist eine neue überschrittene Schwelle.“ Doch nicht alle X-Nutzer sehen ein Problem in der Formulierung. „Wenn man sich darüber aufregt, hat man immer noch nicht verstanden, was wirklich das Problem in Deutschland ist“, kommentiert ein anderer.

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Laut „Berliner Zeitung“ wurde Ronney W. telefonisch um eine Stellungnahme gebeten. Eine Mitarbeiterin habe daraufhin am Telefon gesagt: „Ich distanziere mich davon und das weiß mein Chef auch.“ In einem Facebook-Post äußert sich auch die Stadt Sebnitz dazu und erklärt, dass sie den Inhalt der Anzeige vorab nicht kannte. In der Erklärung heißt es: „Im aktuellen Grenzblatt ist auf der letzten Seite der Druckausgabe eine private Anzeige mit verachtendem und ausländerfeindlichem Inhalt zu lesen.“ So etwas zu lesen, sei „beschämend und untragbar“.

Rassistische Anzeige im Amtsblatt: Stadt Sebnitz will Lage aufklären

Man sei bestürzt und versuche aktuell die Lage aufzuklären. „Wichtig ist zu wissen, dass die Stadt Sebnitz ausschließlich für den redaktionellen Teil des Grenzblattes verantwortlich ist und den Anzeigenteil bis zur Veröffentlichung auch nicht kennt. Dieser liegt allein in der Verantwortung des Verlages“, heißt es in dem Statement.

Und weiter: „Wir distanzieren uns ausdrücklich und entschieden von den in der privaten Anzeige verwendeten Ausdrücken sowie dem menschenverachtenden Gedankengut, das ihr zugrunde liegt. Volksverhetzung, Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit haben bei uns keinen Platz und werden in jeder Form abgelehnt. Ein Strafantrag gegen den Verfasser der Anzeige sowie den Verlag wurde bereits gestellt.“