Die Hoffnung auf eine endgültige Klärung des mysteriösen Verschwindens von Malaysia-Airlines-Flug MH370 hat einen herben Dämpfer erlitten. Malaysias Verkehrsminister Anthony Loke verkündete am Donnerstag vor Journalisten, dass die jüngste Suche nach dem verschollenen Flugzeug vorerst ausgesetzt wird. Dies ist eine unerwartete Wende, nachdem die Suche – auf Eigeninitiative der Suchfirma Ocean Infinity – vor etwas über einem Monat erst begonnen hat und der Vertrag vonseiten der malaysischen Regierung sogar erst vergangene Woche unterschrieben wurde.

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Die Boeing 777 mit 239 Menschen an Bord verschwand am 8. März 2014 spurlos von den Radarschirmen, während sie auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking war. Trotz der größten Suchaktion in der Geschichte der Luftfahrt blieb das Wrack unauffindbar.

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Flug MH370: Suche mindestens ein halbes Jahr ausgesetzt

Das Suchteam von Ocean Infinity hatte kürzlich neue Hoffnung geweckt, als es eine erneute Mission startete, doch diese ist nun überraschend gestoppt worden. Laut Loke soll die Suche erst Ende des Jahres wieder aufgenommen werden. Auch die Angehörigen der Vermissten bestätigten diese Information. Sie schrieben, dass Ocean Infinity die Suche „aufgrund saisonaler Wetteränderungen und unvermeidbarer vorheriger kommerzieller Verpflichtungen“ ausgesetzt habe und im nächsten Sommer auf der Südhalbkugel wieder aufnehmen werde.

März 2014: Ein indonesischer Suchtrupp hält nach der spurlos verschwundenen Boeing 777 Ausschau.
März 2014: Ein indonesischer Suchtrupp hält nach der spurlos verschwundenen Boeing 777 Ausschau.© AFP | CHAIDEER MAHYUDDIN

Der Vertrag, den die Firma mit Kuala Lumpur geschlossen hat, basiert auf dem Prinzip „Kein Fund, keine Gebühr“. Demnach muss die malaysische Regierung Ocean Infinity nur dann eine Zahlung leisten, wenn das Flugzeug gefunden wird. Die Erfolgsgebühr beträgt 70 Millionen US-Dollar.

Suchregion 1500 Kilometer westlich von Perth

Die Frage, was mit der Boeing 777 passiert ist und wo das Flugzeug letztendlich abstürzte, beschäftigt nicht nur die Angehörigen: Luftfahrtexperten, Forschende und unzählige Privatleute versuchen seit inzwischen mehr als einem Jahrzehnt, das Rätsel zu lösen. Zwei vorherige Suchen, eine davon von Ocean Infinity, waren erfolglos.

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Doch die Technologie hat seitdem große Fortschritte gemacht, und Ocean Infinity war in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich darin, das gesunkene argentinische U-Boot ARA „San Juan“ sowie das seit über einem halben Jahrhundert verschollene französische U-Boot „La Minerve“ zu orten. Die neue MH370-Suchregion – ein etwa 15.000 Quadratkilometer großes Gebiet, 1500 Kilometer westlich von Perth in Australien – ist zudem nach jahrelangen, teils extrem aufwendigen Forschungsarbeiten ausgewählt worden.

Flug MH370: Vier Such-Hotspots identifiziert

Vier Bereiche sind dabei besonders im Visier der Experten: Darunter ist ein Areal, das die unabhängigen Forscher Bobby Ulich und Victor Iannello eingebracht haben. Dieses Gebiet, etwa 2000 Kilometer westlich von Perth bei 34,2°S 93,8°E gelegen, war zuvor bereits teilweise durchsucht worden, sollte laut Iannello und Ulich aber erneut examiniert werden. Ein weiterer potenzieller Absturzort ist Broken Ridge bei 32,5°S 96,5°E, das der amerikanische Amateurermittler Blaine Gibson und der Ozeanograph Charitha Pattiaratchi von der University of Western Australia favorisieren. Gibson ist derjenige, der in den vergangenen Jahren über 20 Trümmerteile des verschollenen Flugzeugs an den Küsten Afrikas und auf den vorgelagerten Inseln aufgespürt hat.

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Ein weiterer Ort, der von dem Luft- und Raumfahrtexperten Jean-Luc Marchand und dem pensionierten Piloten Patrick Blelly ins Gespräch gebracht worden war, ist 35,7°S 93°E, während der Luft- und Raumfahrtingenieur Richard Godfrey gemeinsam mit Simon Maskell, einem Experten für autonome Systeme an der Liverpool University, einen Ort vorgeschlagen hat, den er mithilfe von Funksignalen ermittelte. Diese als WSPR („Weak Signal Propagation Reporter“) bekannten Signale haben ihm geholfen, eine mögliche Absturzstelle in vier Kilometern Tiefe im Indischen Ozean zu identifizieren – bei 29,128°S 99,934°E. Seine Arbeit stößt bei einigen Forschenden auf Skepsis.

Es ist bislang unklar, ob Ocean Infinity die bereits untersuchten Gebiete unmittelbar auswerten und die Ergebnisse veröffentlichen wird.