- Papst Franziskus verstarb am Ostermontag mit 88 Jahren in Rom
- Der Argentinier hatte auch italienische Wurzeln
- Was über seine Familie bekannt ist
Portacomaro, eine 2000-Seelen-Gemeinde inmitten der norditalienischen Weinregion Asti. Vom Kirchplatz aus führen Wege durch die Weinberge und Täler mit kleinen Ansiedlungen inmitten hügeliger Landschaften. Hier wird der bekannte Wein Grignolino hergestellt. Doch der malerische Ort ist noch für etwas ganz anderes bekannt: Aus der Gemeinde in der Region Piemont wanderten vor über 90 Jahren die Angehörigen von Papst Franziskus nach Argentinien aus.

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Das Oberhaupt der katholischen Kirche verstarb am Ostermontag im Alter von 88 Jahren in Rom. Er hatte schon länger mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt. Wegen einer Lungenentzündung hatte er im Frühjahr 38 Tage im Krankenhaus gelegen. Die Verwandtschaft des Papstes, die noch heute in Portocomaro lebt, blickte damals mit Sorge nach Rom. Doch wer sind seine italienischen Familienmitglieder?
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Papst Franziskus: Diese Familientragödie traf ihn schwer
Franziskus‘ Vater, Giuseppe Mario Francesco Bergoglio (1908-1959), verließ mit seinen Eltern Ende der 1920er-Jahre Italien. Auch die Mutter des späteren Papstes hat italienische Eltern. Geboren wurde Franziskus in Buenos Aires, wo er gemeinsam mit vier jüngeren Geschwistern, zwei Schwestern und zwei Brüdern, seine Kindheit verbrachte.

Von Franziskus‘ Kernfamilie lebt heute nur noch seine um elf Jahre jüngere Schwester Maria Elena. Der Papst hatte 16 Nichten und Neffen in Argentinien, zu denen er ein besonderes Verhältnis hatte. Im August 2014 verunglückte ein Neffe, seine Frau und zwei Kinder starben bei dem Unfall. Franziskus verbarg seinen Schmerz nicht, denn „auch ein Papst hat eine Familie“.
Papst-Schwester berichtet vom Familienleben: „Wir waren glücklich“
Die Schwester des Papstes lebt in Buenos Aires und hat zwei Söhne. Einer heißt Jorge zu Ehren des Bruders, der zweite Jose. Maria Elena ist die jüngste der fünf Bergoglio-Geschwister. „Bevor sie mich, die Jüngste der fünf Kinder bekam, verlor meine Mutter einen weiteren Sohn. Und ich war dreizehn, als unser Vater Mario an einem Herzinfarkt starb. Aber bis dahin, das war das Jahr 1959, waren wir eine glückliche Familie“, sagte sie der römischen Tageszeitung „La Repubblica“
Vor allem eine italienische Familie, wie Maria Elena betonte: „‚Tanos‘, wie sie uns in Argentinien nennen. Ich erinnere mich an die schönen Sonntage: zuerst an die Messe in der Kirche San José, dann an die sehr langen Mittagessen bis zum späten Nachmittag. Diese endlosen, schönen Mittagessen mit fünf, sechs, sogar sieben Gängen. Und mit Nachspeisen. Wir waren arm, aber mit großer Würde und wir lebten immer getreu dem, was für uns die italienische Tradition war.“
Papst Franziskus: Die Stationen seines Lebens in Bildern
Einen engen Kontakt zu Franziskus pflegte unter anderem sein Neffe Jose Ignacio Bergoglio. Dieser berichtete gegenüber Medien, dass die Mutter des künftigen Papstes nicht gut auf den Beschluss des Sohnes reagiert hatte, Priester zu werden. Sie fürchtete, sie würde ihren ältesten Sohn verlieren. Später habe sie sich jedoch mit der Entscheidung arrangiert und sei darüber glücklich gewesen. „Mein Onkel hatte meiner Großmutter versprochen, Medizin zu studieren, doch schlussendlich hat er beschlossen, Seelen zu heilen“, erzählte Jose Ignacio Bergoglio.
Diese Frau brachte dem Papst das Beten bei
Franziskus sei ein Familienmensch, sagte sein Neffe damals. Der spätere Papst habe stets leidenschaftlich gern für Freunde gekocht, vor allem italienische Gerichte. Er sei ein „aufmerksamer und fürsorglicher Onkel“, der ihm stets gute Ratschläge gegeben habe, so Bergoglio. Immer wieder etwa zitierte Franziskus Lebensweisheiten seiner Großmutter. Rosa Margherita Bergoglio sprach mit ihren Enkeln den alten piemontesischen Dialekt. Und lehrte den Papst das Beten: „Sie hat mir viel beigebracht in Glaubensdingen.“ Noch mit seinen 88 Jahren, heißt es, habe er einen Zettel von Oma Rosa im Gebetbuch, ein geistliches Vermächtnis an die Enkel.
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Auch wenn er schon als Junge mit seinen Eltern auswanderte, hielt Franziskus zu seinen Cousinen in Norditalien in seiner Jugend und in der Zeit als Erzbischof von Buenos Aires regelmäßig Kontakt. 2022 besuchte er seine Cousine zweiten Grades, Carla Rabezzana, zu deren 90. Geburtstag. Dem Papst wird nachgesagt, noch im hohen Alter den piemontesischen Dialekt gesprochen und die Lieder der Auswanderer beherrscht zu haben. Außerdem gab er in einem Interview zu, dass er den Grignolino, den Wein seiner Heimatgegend, besonders schätze.
Die Lunge war seit jeher die Schwachstelle des Papstes
In Portacomaro tragen zahlreiche Einwohner den Familienname Bergoglio. „Viele piemontesische Familien sind zur Zeit der Einheit Italiens Ende des 19. Jahrhunderts, in der Zwischenkriegszeit und sogar nach dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien ausgewandert. Die Familie des Papstes ist eine von ihnen“, erklärte kürzlich Orsola Appendino, Expertin der piemontesischen Einwanderungsgeschichte in Argentinien, gegenüber italienischen Medien. Sie führte eine lange Untersuchung über die italienischen Wurzeln von Papst Franziskus durch, als er auf den Stuhl Petri gewählt wurde.

Der Name Bergoglio soll bis ins Mittelalter zurückreichen und aus dem Dorf Bergolo in der piemontesischen Provinz Cuneo stammen. Viele Bergoglio leben inzwischen im Raum von Buenos Aires, wo der Vater des Papstes groß geworden ist. Hier heiratete er Regina Sivori, die Mutter des Papstes.

























