Ich habe es getan. Ich habe meinen Namen in den Lostopf für den Berlin-Marathon 2027 geworfen. Nachdem ich nun zwei Jahre lang am Streckenrand gestanden habe, hätte ich Lust, im kommenden Jahr wieder selbst mitzulaufen – wobei ich Zweifel daran habe, dass die Idee tatsächlich Realität wird. Denn um mein Losglück war es zuletzt eher schlecht bestellt, und für eine Teilnahme am Berlin-Marathon braucht es definitiv eine große Portion Glück.

Für das kommende Jahr habe ich mich in den vergangenen Monaten bereits für diverse Lotterien registriert, um an einen Startplatz für ein Laufevent zu kommen. Meine Ausbeute ist allerdings überschaubar. Oder anders formuliert: gleich null. Ich habe sowohl für die Halbmarathons in Berlin, Kopenhagen und Prag Absagen kassiert als auch für den Paris-Marathon. Zwar hatte ich damit gerechnet, dass es das eine oder andere Mal nicht klappen könnte. Dass das Losglück aber in keinem einzigen Fall auf meiner Seite ist, habe ich jedoch, ehrlich gesagt, nicht gedacht. Oder zumindest aufs Gegenteil gehofft.

Dass ich es jetzt noch mal mit dem Berlin-Marathon versuche, ist deshalb gewissermaßen auch eine Trotzreaktion. Stochastik gehörte in der Schulzeit nicht zu meinen Stärken. Aber rein statistisch gesehen müsste es doch irgendwann einmal mit einer Startzusage klappen, oder?

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Wie viele Läufer sich für die einzelnen Rennen bewerben, wird nicht von allen, aber zumindest den meisten Veranstaltern veröffentlicht. In Paris war die Rede von fast 166.000 Registrierungen für um die 55.000 Startplätze. Der Kopenhagen-Halbmarathon lieferte eine ganz exakte Zahl: 188.522 Bewerbungen gab es dort, 45.000 Läuferinnen und Läufer dürfen teilnehmen. Und die Organisatoren aus Prag sprachen von 70.000 Interessenten für die 17.000 Plätze. Die Gewinnchance ist dabei in der Regel noch etwas geringer, weil nicht alle Starts über die Lotterien vergeben werden. Ein Teil wird zurückgehalten, vor allem für Charity-Aktionen oder Reiseagenturen.

Auch viele der Rennen, die nicht auf Verlosungen setzen, sind längst ausgebucht – egal, ob es der Hamburg-Marathon, der Wien-Marathon, der Frankfurt-Halbmarathon oder der Barcelona-Halbmarathon ist. Die Planung fürs kommende Jahr macht das nicht gerade einfacher. Wenn man zu lange mit der Anmeldung wartet, in der Hoffnung, dass es mit einem Startplatz über ein Losverfahren klappt, riskiert man, dass alle großen Läufe ohne Losverfahren in der Zwischenzeit ausverkauft sind.

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Die Liste an Rennen, für die ich im kommenden Jahr angemeldet bin, ist deshalb bislang auch überschaubar und beschränkt sich auf den Lissaboner Halbmarathon im März. Anfang Dezember werde ich wissen, ob der Berlin-Marathon dazukommt.

Das einzig Gute ist: Je geringer die Ausbeute an großen Läufen ist, desto geringer sind auch die Kosten. Denn die Teilnahmegebühren sind hoch, und steigen häufig noch weiter. Wer beim Berlin-Marathon starten will, muss inzwischen bereit sein, 215 Euro zu bezahlen. Und in dieser Gebühr sind noch nicht mal die Kosten dafür enthalten, auf dem Eventgelände einen Beutel mit Wechselkleidung abzugeben. Wer nicht in Berlin lebt, sondern für das Rennen extra in die Hauptstadt reist, ist mitsamt Anfahrt und Unterkunft also schnell bei einem hohen dreistelligen Betrag. Mindestens. Trotzdem glaube ich nicht, dass das viele Menschen davon abhalten wird, sich für einen Startplatz zu bewerben.

Bevor ich mich gedanklich zu sehr aufs kommende Jahr konzentriere, steht zunächst aber noch ein Rennen als Saisonabschluss in diesem Jahr an. Am Sonntag findet der Dresden-Marathon statt, bei dem ich über die Halbmarathon-Distanz starten werde. Es geht also noch einmal in eine Stadt, durch die ich bisher noch nie gelaufen bin. Angemeldet habe ich mich übrigens ganz entspannt: knapp einen Monat vor dem Rennen. Es gibt sie also noch, die Läufe, die bislang nicht vollkommen übernachgefragt sind. Was mir dann vielleicht doch noch etwas Hoffnung für 2027 gibt.