Und plötzlich ist er schon wieder vorbei, der Berlin-Marathon 2026. Vor wenigen Tagen wurde in der Hauptstadt wieder eine große Laufparty gefeiert. Ich habe das Rennen wieder vom Streckenrand aus beobachtet und mich erneut mitreißen lassen von der besonderen Stimmung. Dennoch gibt es fünf Dinge, die ich mir schon jetzt für den Berlin-Marathon 2027 wünsche.

1. Kühlere Temperaturen

Um es positiv zu sehen: 2026 war bereits ein Fortschritt zu 2025. Die Temperaturen knackten keine Rekorde, aber dennoch hatten wieder viele Läuferinnen und Läufer mit den sommerlichen Temperaturen bei wolkenlosem Himmel zu kämpfen. Meine Wetter-App zeigte mir am Sonntag an, dass die erreichten Werte acht Grad über der durchschnittlichen Tageshöchsttemperatur lagen. Und so sehr ich den verlängerten Sommer grundsätzlich genieße, vielleicht klappt es ja 2027, dass am Marathon-Tag Temperaturen herrschen, die für den Herbstanfang angemessen sind.

Auch interessant

2. Mehr U-Bahnen

Nach vielen Jahren Erfahrung als Marathon-Zuschauerin kenne ich es inzwischen, dass es in den Zügen kuschelig werden kann. Das gilt insbesondere am Vormittag, wenn nur ein Zehn-Minuten-Takt herrscht. Am vergangenen Sonntag habe ich etwa versucht, vom Mehringdamm mit der U7 zum Fehrbelliner Platz zu kommen, um nach Marathon-Kilometer 19 auch noch mal bei Kilometerpunkt 32 anzufeuern.

Sagen wir es so: Ich war nicht die Einzige mit diesem Ansinnen. Der U-Bahn-Fahrer rief bei jeder Station mit einer wachsenden Mischung aus Verzweiflung und Genervtheit: „Zurückbleiben bitte!“ Ich hätte den Job nicht mit ihm tauschen wollen. Und habe zunehmend gezittert, dass wegen der Überfüllung im Wagen demnächst eine der Türen streikt und wir alle die U-Bahn verlassen müssen. Der Einsatz von ein paar zusätzlichen Zügen am Marathon-Tag würde auf allen Ebenen für Entspannung sorgen.

Auch interessant

3. Mehr Respekt vor den Läufern

Ich liebe die Euphorie und den vollen Einsatz, mit dem die Zehntausenden Zuschauer in Berlin die Läufer anfeuern. Aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich stellenweise auch genervt war. Davon, dass manche Zuschauer einfach nicht am Rand stehen bleiben können, sondern immer weiter auf die Strecke drängen, um ja den besten Blick auf die Läufer zu haben.

52. Berlin-Marathon 2026
Die Zuschauer beim Berlin-Marathon haben oft kreative Plakate – drängen allerdings auch immer wieder auf die Laufstrecke.© FUNKE Foto Services | Jörg Carstensen

Ich verstehe es, dass man seine Angehörigen nicht verpassen will. Aber wenn ein Zuschauer weiter auf die Laufstrecke tritt, dann folgen zig andere – und am Ende bleibt kaum noch Platz für die Teilnehmer, die gerade versuchen, einen Marathon zu absolvieren. Etwas mehr Rücksicht wäre deshalb schön. Und wenn das nicht reicht, auch Absperrbänder oder Helfer, die häufiger dazwischengehen.

Mehr zum Thema Laufen in Berlin

4. Weniger Hasskommentare im Netz

Warum sich Menschen so sehr an einem Marathon stören, ist mir ein Rätsel. Beispiele gefällig? Auf einen Facebook-Beitrag mit der bloßen Ankündigung schreibt eine Person, sie hoffe an dem Tag auf Starkregen und massive Sturmböen. Eine andere kommentiert mit: „Jedes Jahr derselbe Mist.“ Und noch jemand anderes fragt, wie sich Berlin das Event eigentlich leisten könne – und ignoriert offenbar, wie viel Geld der Marathon in die Stadt spült.

Es geht beim Marathon um einen Tag im Jahr. Einen Tag, an dem Autofahrer vielleicht nicht vor der Haustür parken oder durch die Stadt fahren können. Ich denke, das kann man verkraften – und im Zweifelsfall selbst zuschauen (oder mitlaufen) und sich davon überzeugen, warum der Marathon die gesperrten Straßen wert ist.

5. Mehr Spaß, weniger Druck

Bei den Profi-Athleten ist klar: Es geht um Zeiten und Rekorde. Ich habe allerdings das Gefühl, dass sich auch viele Freizeitläufer immer mehr unter Druck setzen, bestimmte Zeiten zu erreichen. Ja, Ziele sind wichtig, aber gerade beim Marathon kann man sich durch die hohe Erwartung an sich selbst auch viel kaputtmachen.

Ich denke, es würde guttun, die Zahl, die am Ende auf der Uhr steht, etwas weniger ernst zunehmen. Und sich dafür mehr auf das Erlebnis zu konzentrieren. Gerade der Berlin-Marathon bietet so viel (von den hohen Startgebühren einmal abgesehen), dass es sich lohnt, das Ganze auch zu genießen.