Der Sommer ist extrem gestartet. Und, auch das lässt sich anderthalb Wochen nach dem offiziellen Beginn der Jahreszeit sagen: Er ist bislang wenig lauffreundlich gewesen. Meine letzten Läufe haben sich zwischen enormer Hitze, Gewitter und Starkregen bewegt. Zwei Events hatte ich Ende Juni geplant, zweimal war ich kurzfristig gezwungen, meine Pläne zu ändern. Beide Male habe ich die Entscheidung schweren Herzens getroffen, aber mich dafür entschieden, die Gesundheit an erste Stelle zu stellen.
Los ging es mit dem Nordberliner Zugspitzlauf. Den Lauf hatte ich durch Zufall entdeckt und als eine der wenigen Möglichkeiten erkannt, in Berlin ein paar Höhenmeter zu sammeln. Denn die Strecke beinhaltet mehrere Anstiege, teils über einen Waldweg, der sich in Serpentinen einen kleinen Hügel hinaufschlängelt, teils über einen Wiesenhang. Insgesamt sollte man so in drei Runden auf etwa 250 Höhenmeter kommen. Das Unheil kündigte sich aber schon kurz vor dem Start an. Als die Sonne hinter Wolken verschwand und sich der Himmel verdächtig verdunkelte.
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Laufen bei Gewitter? Das Risiko ist mir zu hoch
Meine Wetter-App signalisierte ebenfalls, dass da nichts Gutes auf uns zurollte. Trotzdem fiel der Startschuss und pünktlich dazu begann auch der Himmel, seine Schleusen zu öffnen. Aus dem leichten Tröpfeln wurde schnell immer stärkerer Regen. Anfangs hielt ich das Ganze noch für eine angenehme Abkühlung. Aber schon nach wenigen Kilometern hatten sich T-Shirt und Hose mit Wasser vollgesogen, und in meinen Schuhen war eine kleine Pfütze entstanden. Trotzdem plante ich zunächst noch, das Rennen durchzuziehen. Bis zum Regen auch noch Donner und Blitze hinzukamen.
Ich beendete die erste der drei Runden, musste danach aber nicht lange überlegen: Bei Gewitter laufe ich nicht, erst recht nicht über freie Felder oder Wiesen. Die Veranstalter hielten die Situation offensichtlich für unbedenklich, zumindest wurde das Event fortgeführt. Und erstaunlich viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer rannten weiter. Aber im Sinne der Eigenverantwortung habe ich hier entschieden: Das Risiko ist mir zu hoch. Meine Gesundheit nicht zu gefährden, bleibt für mich die oberste Priorität. Auch wenn das bedeutet hat, zum ersten Mal einen offiziellen Lauf nicht ins Ziel bringen zu können.
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Hitze: Lieber eine kürzere Strecke laufen, aber sicher ins Ziel kommen
Eine Woche später hatte ich wieder meine Gesundheit im Blick, als der nächste Lauf anstand. Dieses Mal war es der Sachsentrail im Erzgebirge, bei dem ich eigentlich, wie schon 2025, über eine 36 Kilometer lange Strecke mit fast 1000 Höhenmetern starten wollte. Zum Problem wurde erneut das Wetter. Zwar hatten die dortigen Veranstalter die Startzeit vorverlegt und zusätzliche Wasserstellen mit Möglichkeiten zur Kühlung aufgebaut und ich wusste, dass die Strecke größtenteils im Schatten liegt. Trotzdem stellte ich mir die Frage: Schaffe ich die Distanz, wenn die Temperatur voraussichtlich während des Laufens auf 33 bis 34 Grad steigen wird?
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Bis 30 Minuten vor dem Start kämpfte ich mit mir und beschloss dann doch, mich auf eine kürzere Distanz umzumelden. 16 statt 36 Kilometer zu laufen, hieß auch, bereits gegen 10.30 Uhr wieder im Ziel zu sein, also noch vor der großen Mittagshitze. Es war, wieder, das geringere Risiko, und im Nachhinein kann ich sagen: Es war auch die richtige Entscheidung. Die Hitze ist zwar im Wald eine andere als in Großstädten. Trotzdem ist die Belastung für den Körper nicht zu unterschätzen. Erst wenige Tage vorher musste ich als Zuschauerin beim Saucony BLN 10K auf dem Tempelhofer Feld beobachten, wie ein Teilnehmer während des Laufens in der Hitze kollabiert ist.
Ich habe in dem Rennen viel getrunken und mir regelmäßig Wasser über den Kopf schütten lassen – meine Kleidung war am Ende mehr oder weniger genauso nass, wie im Starkregen am Wochenende zuvor. Ich habe meinen Puls im Blick behalten und bergauf Gehpausen eingelegt, wenn er zu hoch gestiegen ist. So ließ sich die Distanz gut bewältigen. Trotzdem ist meine Hoffnung groß, dass ich meine Extremwetter-Erfahrungen für diesen Sommer damit abgehakt habe. Und ich mich bei den nächsten Events wieder nur aufs Laufen konzentrieren kann.





