Das Unwetter wütete kurz, aber heftig: Am Sonntagvormittag zog ein Gewitter über Berlin. Dabei kam es zu Starkregen, Sturmböen und Hagel. Im gesamten Stadtgebiet suchten Menschen Schutz vor den Wassermassen. Zahlreiche Events mussten durch den plötzlichen Wolkenbruch unterbrochen werden.

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So brachte die Wetterlage auch den Zeitplan beim finalen Tag der Berlin Tennis Open durcheinander. Um 12 Uhr hätte das Finale stattfinden sollen. Daraus wurde zunächst nichts. Die Wassermassen überschwemmten das Gelände teilweise, sodass die Besucher evakuiert werden mussten und das Event unterbrochen wurde.
Nach einem „mit den Behörden abgestimmten Notfallplan wurden die Besucher in dem umliegenden Auerbachtunnel sowie im S-Bahnhof Grunewald untergebracht“, erklärte Pressesprecher Claus Frömming. Doch auch der S-Bahntunnel lief mit Wasser voll. Eine Reporterin der Berliner Morgenpost berichtete, dass einige Menschen im S-Bahntunnel steckenblieben und bis zu den Knöcheln in der Pfütze standen. Auch Mäuse seien darin geschwommen. Der Weg zu den Gleisen war demnach kaum erreichbar, ohne nasse Füße zu bekommen.
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Yoga-Festival vor dem Brandenburger Tor fällt ins Wasser
Auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Internationalen Yoga-Tags am Brandenburger Tor wurden von dem Gewitter überrascht. Die indische Botschaft hatte dort zu einer öffentlichen Yoga-Session geladen.

Während der gemeinsamen Übung brach es über die Teilnehmenden herein. Einige ließen sich davon jedoch nicht beirren und verharrten im strömenden Regen.

Bei den Frauen von Hertha BSC mussten ebenfalls Maßnahmen vor dem Relegationsrückspiel zum Aufstieg in die 2. Liga gegen den 1. FC Saarbrücken ergriffen werden. Aufgrund des Unwetters wurden die Eingänge des Amateurstadions später geöffnet.
Auch einige Freibäder mussten wegen der Sturmböen und der Gefahr durch Blitze aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen werden.
Beim Bürgerfest zum zweiten Veteranentag im Regierungsviertel am Reichstagsgebäude suchten die zahlreichen Besucher Schutz vor dem Platzregen. Freiluftbereiche beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung waren ebenfalls betroffen.
An anderen Orten in Berlin wurden Verkaufsstände von Sommerfesten durch Windböen beschädigt. Auch einige der 300 Bühnen für die Konzerte zur Fête de la Musique am längsten Tag des Jahres waren betroffen.

Beim Sommerfest „Offen für Kultur“ am Hansaplatz hinterließ das Unwetter ebenfalls sichtliche Schäden. Die Aussteller hatten gerade erst ihre Stände aufgebaut, als das Unwetter losging. Stände brachen zusammen, Waren gingen kaputt. Eine Person soll einen Stromschlag erlitten haben, weil Wasser an ein Stromkabel kam. Die Person musste ärztlich versorgt werden.
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Die Berliner Feuerwehr hatte aufgrund der Wetterslage kurzfristig den Ausnahmezustand ausgerufen und zusätzliche Einsatzkräfte angefordert. Um das zusätzliche Einsatzaufkommen bewältigen zu können, wurden vier freiwillige Feuerwehren in Bereitschaft versetzt, wie ein Sprecher der Berliner Morgenpost mitteilte. Der Ausnahmezustand bedeutet, dass Einsätze priorisiert werden.
Feuerwehr rückte zu 160 zusätzlichen Einsätzen aus
Rund 160 zusätzliche Einsätze verzeichnete die Feuerwehr aufgrund des Unwetters. Größere Unglücke seien nicht passiert, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Auch von ernsthaft verletzten Menschen sei zunächst nichts bekannt.
In der Regel fahre die Feuerwehr bei solchen Einsätzen nach einem Unwetter raus, um Sturmschäden zu beseitigen. Besondere Gefahren gingen beispielsweise von Ästen aus, die drohten abzufallen, oder von umkippenden Bäumen. Die Feuerwehr unterstütze darüber hinaus, wenn Kellerräume unter Wasser stehen und dadurch ein Schaden drohe, etwa weil der Hausanschlusskasten im Keller ist.
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S- und U-Bahn-Verkehr unterbrochen
Auch der Berliner S-Bahnverkehr fiel auf einigen Strecken kurzzeitig aus. Die Bahn sprach auf der Online-Plattform X von witterungsbedingten Beeinträchtigungen und bat um Verständnis. Betroffen waren unter anderem die Hauptstrecke zwischen Friedrichstraße und Tiergarten, wo es keinen Zugverkehr mehr gab, sowie die Strecken zwischen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof und zwischen Wedding und Gesundbrunnen. Auf den Anzeigetafeln stand: „Nutzen Sie alternative Verkehrsmittel.“ Die U2 zwischen Zoologischer Garten und Potsdamer Platz war ebenfalls kurzzeitig unterbrochen, weil ein Ast auf den Gleisen lag.
Gegen 12.30 Uhr war die Unwetterwarnung für Berlin wieder aufgehoben worden. Das Gewitter war laut Deutschem Wetterdienst nach Osten weitergezogen.
Mit dpa







