Zusammenfassung
- Reisen zu internationalen Marathons ist beliebt, aber oft teuer.
- Vor allem bekannte Marathons wie in San Francisco, London oder Berlin verlangen hohe Startgebühren und sind schnell ausgebucht.
- Wer sparen möchte, findet günstigere Alternativen in Städten, die man vielleicht zunächst weniger auf dem Zettel hat.
Für Laufveranstaltungen in andere Städte oder Länder zu reisen, gehört für mich inzwischen zu den schönsten Möglichkeiten, neue Orte zu entdecken. Oder auch, um neue Ecken von bekannten Orten kennenzulernen. Wie weit der Ort von Berlin weg ist, spielt dabei keine so große Rolle. Hauptsache, es gibt etwas Unbekanntes zu sehen. Das ist für mich gleichzeitig einer der besten Tricks, um die Anstrengung im Rennen erträglicher zu machen: sich auf die Umgebung konzentrieren. Und wo ginge das besser als auf einer Strecke, die einen durch Straßen führt, in denen man noch nie zuvor gewesen ist? Das hat erst kürzlich beim Hamburg-Marathon einwandfrei funktioniert.
Das Ganze hat nur zwei Haken. Der erste: Zumindest bei den bekannteren Events ist es inzwischen mit einer ordentlichen Portion Glück verbunden, an einen Startplatz zu kommen. Und wenn man denn das Glück hat, muss man sich in der Regel mindestens ein Dreivierteljahr im Voraus festlegen, dass man bei dem Lauf starten möchte. Für das Frühjahr 2027 sind die ersten Events längst ausgebucht.
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London-Marathon: Teuer – und trotzdem mit 1,3 Millionen Anmeldungen
Der zweite: Die Laufreisen sind häufig mit hohen Kosten verbunden, einerseits durch die vielerorts steigenden Anmeldegebühren, andererseits durch Kosten für Anreise und Unterkunft. Und wenn man davon ausgeht, dass die Nachfrage den Preis regelt, dürften die Ausgaben an einem Wochenende, an dem Zehntausende Sportler in eine Stadt reisen, eher noch etwas über dem Durchschnitt liegen.
Umso spannender ist es, zu entdecken, wie groß die Preisspanne sein kann. Je nachdem, für welches Rennen und damit welche Stadt man sich entscheidet. Wer einen Marathon durchs kalifornische San Francisco laufen will, ist mit einer Startgebühr von umgerechnet knapp 386 Euro dabei. Das sind noch mal über 110 Euro mehr, als für den Honolulu-Marathon auf Hawaii fällig werden – wobei dort die Übernachtungskosten (und mutmaßlich auch die Flugkosten) deutlich höher ausfallen. Zu dem Ergebnis kommt zumindest die Website SportsShoes.com, die die Kosten für 175 internationale Marathons plus den Preis für eine Übernachtung ausgewertet hat.
In Europa führend ist demnach der London-Marathon, wenn es um die reine Startgebühr geht. Internationale Starter müssen dort knapp 260 Euro bezahlen, wobei darin zumindest eine CO₂-Abgabe für die Anreise enthalten sein soll, um Emissionen auszugleichen. Im Sinne der Umwelt ist das kein schlechter Gedanke. Allerdings, Stichwort Gedanke: Zu viele Gedanken muss man sich über den London-Marathon und dessen Kosten oder CO₂-Abgaben ohnehin nicht machen. Bei gut 1,3 Millionen Bewerbungen ist die Chance, ausgelost zu werden, eher gering. Selbst wenn das Rennen im kommenden Jahr an zwei Tagen stattfindet.
Berlin-Marathon unter den teuersten Marathonläufen in Europa
Bei den reinen Startgebühren folgt im Europa-Vergleich der Zermatt-Marathon durch die Schweizer Alpen, der es inklusive Übernachtungs- und lokaler Transportkosten sogar noch auf Rang 1 schafft. Berlin liegt mit 206 Euro als Teilnahmegebühr auf Platz drei, punktet aber immerhin mit günstigeren Hotelpreisen. Hier lassen sich also die hohen Startkosten ein wenig wieder ausgleichen. Zumindest für diejenigen, die von auswärts anreisen. Als Berliner steht man vor teurer Startgebühr plus dauerhaft teurer Miete.
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Aber es geht natürlich auch erheblich günstiger. Wobei sich hier wohl vor allem der Blick auf die Läufe innerhalb Europas lohnt, um nicht auf der anderen Seite die Anreisekosten in die Höhe zu treiben. Im Gesamtpaket aus Startgebühr, Übernachtungs- und Transportkosten lockt der Marathon in Bulgariens Hauptstadt Sofia mit dem preiswertesten Angebot: 113 Euro werden laut SportsShoes.com dafür fällig. Ähnlich günstig ist es laut Ranking in drei polnischen Städten: Warschau, Krakau und Posen.
Es ist also noch möglich, zu reisen und Marathons zu laufen, ohne dafür einen Großteil des Jahres-Urlaubsbudgets auszugeben. Und manchmal sind es ja auch die Städte und Läufe, die man zunächst gar nicht auf dem Zettel hatte, die einen dann am meisten überraschen.




