Neben Hans Lothar war Hansjörg Felmy ein Lieblingsschauspieler meiner Mutter. Sie erinnern sich vielleicht, Felmy, 1931 geboren, 2007 verstorben, war bekannter Theater- und Filmschauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher. „Haie und kleine Fische“ (1957), „Der Greifer“ (1958) und die „Die Schachnovelle“ (1960) waren unter anderem Filme von ihm, gleichzeitig spielte er in etlichen Serien, „Die Wilsheimer“ (1986) und „Hagedorns Tochter“ (1994) fallen mir ein.
Sollte es da noch nicht klingeln bei ihnen: Als Tatort-Kommissar Heinz Haferkamp besetzte er die Rolle von 1974 bis 1980 in 20 Episoden, und ist den Älteren hier sicher noch bekannt. Die Stadt Essen, das Verhältnis mit seiner Ex-Frau Ingrid (Karin Eickelbaum), der Assistent Kriminalobermeister Kreutzer (Martin Semmelrogge). Habe ich nun etwas auf die Sprünge helfen können?
Robert Redford verstarb kürzlich. Ich mochte ihn und seine Filme und habe Respekt, er setzte sich vehement für etliches im Leben ein, das eigentlich die Aufmerksamkeit aller verdient hat. Etwas dauert es noch, der Winter naht, morgens bei fünf Grad in der Frühe könnte man meinen, er überspringt den Herbst, der Winter aber ist dann eine gute Zeit, um in Erinnerungen zu kramen und diese aufzufrischen: „Barfuß im Park“ (1967), „Die drei Tage des Condor“ (1975), „Der Pferdeflüsterer“ (1998) finde ich vermutlich in der Mediathek, sonst treibe ich die Filme woanders auf. Mal schauen, welche Filme ich auch noch von Claudia Cardinale finde, sie verstarb diese Woche am Dienstag im Alter von 87 Jahren, auch sie mochte ich. Und Filme von anderen werden leider dazukommen. Gerade stirbt gefühlt alle paar Tage eins meiner Idole.
Ich komme nicht nach, mir die „Scheiben“ jüngst verstorbener Musiker anzuhören
Apropos Erinnerungen: Ich komme gar nicht nach, mir alle alten „Scheiben“ jüngst verstorbener Musikerinnen und Musiker anzuhören: Ozzy Osbourne, Sly Stone, Marianne Faithfull, John Mayall, auch das sind etliche … Aktuelle Musik möchte ich aber auch hören, ich selbst bin ja noch nicht auf dem Friedhof.
Peter ist grob in meinem Alter, ist Freund, Fußballfan im Allgemeinen, im Speziellen aber nicht nur Dortmund-Fan, er gehört schon zu der Spezies der positiv Verrückten. Und natürlich schaut er sich fast alles an, Bundesliga, Länderspiele, die Champions League. Ist aber Bundesligapause oder ist ihm langweilig, greift auch er in die Mottenkiste. Die spannendsten Spiele der Dortmunder werden dann angeschaut, die größten Erfolge. Das Champions-League Finale von 1997 gegen Juventus (3:1) ist dabei, mit dem Doppelpack von Karl-Heinz Riedle und dem legendären „Lars Ricken-Lupfer“, der „Torfall von Madrid“ (1998) natürlich auch, ein einzigartiges Spiel, da ein Tor einstürzte und erst nach langer Verzögerung gespielt werden konnte.
Siegfried Lenz möchte ich wieder zur Hand nehmen, mindestens die „Deutschstunde“, 1968 erschienen, ich las den Roman 1973, da war ich 16 Jahre alt. Max Frisch, da weiß ich gar nicht, wo ich anfange und wieder aufhöre. Böll, Günter Grass, Hesse, um nur einige zu nennen – es darf ruhig kalt werden diesen Winter, meine Wohnung ist schön warm. Aber auch der neue Thriller von Andreas Pflüger („Kälter“), wartet auf mich.
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Gemeinsam mit anderen macht Kino mehr Spaß als allein vor der Glotze
Ich lebe sehr gerne im Hier und Jetzt, und jeden Morgen freue ich mich aufzustehen. Noch im Bett bin ich oft schon unruhig, neugierig: Was wird der Tag bringen, welche Überraschungen hält er bereit? Über unsere, meine Erinnerungen, die Vergangenheit schreibe ich hier gelegentlich. Sie machen uns nämlich aus. Auch die Filme, Romane, Musik, alte Fotos, selbst die „Schnittchen der Mutter in unserer Kindheit“ gehören für mich dazu.
Morgen um elf Uhr geht es übrigens ins Eva-Kino (Eva Lichtspiele, Blissestr. 18, Wilmersdorf). Dort startet dann eine neue Veranstaltungsreihe, jeweils am letzten Samstag im Monat: Alle Tatort-Folgen mit Kommissar Haferkamp werden gezeigt. Zumindest eine werde ich mir anschauen, denn gemeinsam mit anderen Menschen macht das einfach mehr Spaß als allein vor der Glotze.



