Ich kann mich noch gut in die Zeit vor einem Jahr zurückversetzen. In den Tagen vorm Berlin-Marathon haben sich viele meiner Gedanken um das Event gedreht. Abends habe ich darüber nachgedacht, ob ich genug trainiert habe, morgens nach dem Aufstehen erstmal vorsichtig nachgespürt, ob der Hals kratzt oder sich anderweitig ein Infekt ankündigt. Hätte ich damals schon den Tipp von Sabrina Mockenhaupt gekannt, hätte ich es vielleicht anders gemacht. Oder es zumindest versucht. Sie rät, in den Tagen vor dem Marathon so wenig wie möglich an das Rennen zu denken.
„Ich habe mich immer abgelenkt, mit Sachen, die ich sonst nicht schaffe“, erzählt die frühere Profiläuferin, die dreimal bei Olympischen Spielen dabei war und beim Berlin-Marathon als Expertin für den Fernsehsender RTL im Einsatz ist, der das Rennen am 21. September überträgt. Gerade in der letzten Woche, sagt sie, solle man nicht in den sozialen Medien verfolgen, wie andere trainieren. „Und wenn andere meinen, sie müssen noch eine Abschlussbelastung machen, sollte man sie machen lassen und sich an den eigenen Plan halten.“
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Berlin-Marathon: „Denke an das, was ich schon geschafft habe“
Sabrina Mockenhaupt ist beim Berlin-Marathon auch selbst schon mitgelaufen – durch Pfützen und bei Dauerregen. „Berlin hat meist eine Garantie für gutes Wetter, außer bei mir“, sagt sie und lacht. Ihre persönliche Bestzeit ist sie bei dem Regen-Rennen vor 15 Jahren trotzdem gelaufen. Wenn es um das Laufen in der Hauptstadt geht, dann spricht sie die Dinge an, die viele mit dem Marathon hier verbinden: die Stimmung, die schnelle Strecke, die Tausenden Mitläufer. „Berlin zieht die Menschen an wie ein Magnet“, sagt sie. Und bei dem Marathon auch einen großen Vorteil: „In Berlin fällt es nicht schwer, ins Ziel zu kommen, wenn ich mir vorstelle, wie ich durchs Brandenburger Tor laufe.“
Diese Vorstellung kann einen vor allem dann tragen, wenn es hart wird im Rennen. Was der 44-Jährigen zufolge hilft, um mental gut durch die 42 Kilometer zu kommen: „Sich den Marathon in Päckchen einteilen“, sagt sie, und beispielsweise immer die nächste Verpflegungsstation im Kopf zu haben. Außerdem: „Ich denke nicht an die Kilometer, die noch kommen, sondern an das, was ich schon geschafft habe.“

Marathon: Sich am Ende noch fit zu fühlen, ist die Belohnung fürs Training
Ihr entscheidender Tipp, gerade für Erststarter, ist einer, den man immer wieder hört. Und der trotzdem nicht immer befolgt wird. „Das Wichtigste ist: Man darf beim Marathon nicht zu schnell loslaufen. Damit kann man sich die ganze Vorbereitung versauen“, sagt Mockenhaupt. Sie selbst erinnert sich an Marathons, in denen sie nach den ersten 21 Kilometern dachte, sie sei viel zu langsam – dann aber die zweite Hälfte deutlich schneller lief und ihr Ziel doch noch erreichte.
Meine Erfahrung beschränkt sich auf einen Marathon, trotzdem würde auch ich diesen Tipp immer geben. Sich am Ende noch fit zu fühlen und die letzten Kilometer wirklich genießen zu können, ist die beste Belohnung für das viele Training. Und im besten Fall kann man zum Schluss sogar noch ein paar Leute überholen, die einem nach dem Start erstmal weggelaufen sind.
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Sabrina Mockenhaupt: „Den Berlin-Marathon nehme ich sehr ernst“
Trotzdem kann es passieren, dass es nicht so läuft, wie geplant. „Wenn ich merke, ich erreiche mein Ziel nicht, würde ich Tempo rausnehmen“, rät Sabrina Mockenhaupt. Man habe so lange für diesen Tag hingearbeitet, dass es das Wichtigste sei, das Ziel zu erreichen. Und überhaupt: „Man sollte sich viel mehr loben, für das, was man gerade schafft“, findet sie. „Es ist eine Mega-Leistung, einen Marathon zu laufen.“ Und die Zeit, die man sich vorgenommen habe, erreiche man dann eben beim nächsten Mal.
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Auch wenn Sabrina Mockenhaupt am 21. September nicht selbst an der Startlinie stehen wird: Etwas aufgeregt ist sie dennoch. „Das Fernsehen macht mir gar nichts mehr aus, aber den Berlin-Marathon nehme ich sehr ernst“, sagt sie. Sie könne sich genau in die Läufer hineinversetzen, fiebere mit und manchmal kommen ihr dann sogar die Tränen. „Ich möchte mich nicht in den Vordergrund spielen, sondern die Läufer in Szene setzen“, sagt sie deshalb. „Jeder hat die Wertschätzung verdient, egal ob er ganz vorn oder als Letzter ins Ziel läuft.“
RTL überträgt den Berlin-Marathon am 21. September im Fernsehen ab 8.30 Uhr.





