Ich muss gestehen: Früher hat mir das Laufen eigentlich gar keinen Spaß gemacht. Ab und an habe ich einen Lauf als Ergänzung zum Fitnesstraining eingestreut, weil mir klar war, dass man mit dem Sport in verhältnismäßig kurzer Zeit viele Kalorien verbrennen kann. Und die Atmosphäre bei Laufevents hat mich immer schon begeistert. Aber irgendwie doch nicht genug, um mich dazu zu motivieren, regelmäßig die Laufschuhe zu schnüren. Das Problem dabei ist: Wenn man nur unregelmäßig joggt, dann bleiben auch die Fortschritte aus. Die Runden fühlen sich immer relativ anstrengend an, das Training wird keine Routine und erst recht kein Vergnügen.

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Das hat sich geändert, als ich angefangen habe, mehrmals pro Woche laufen – und das nicht nur in immer demselben Tempo und mit etwa derselben Streckenlänge, sondern mal kürzer und dafür schneller, mal mit Technikübungen und mal länger, aber in ganz entspannter Geschwindigkeit. Ungefähr im Frühjahr 2023 war das. Was sich seitdem getan hat, erstaunt mich manchmal selbst. Es ist aber auch einer der Gründe, warum ich das Laufen inzwischen so schätze: Weil es objektiv messbar, aber auch subjektiv spürbar ist, wie sich das Dranbleiben auszahlt.

Fortschritte beim Laufen: Höheres Tempo, niedrigerer Puls

Zu den messbaren Faktoren gehört, natürlich, das Tempo. Was auf keinen Fall bedeutet, dass ich inzwischen um die vorderen Plätze bei einem Event mitlaufen kann – diese Leistungen bleiben für mich unvorstellbar. Aber eine persönliche Entwicklung ist zweifellos erkennbar. Zwischen meinem ersten und meinem bisher letzten Halbmarathon in Berlin liegt eine halbe Stunde Unterschied. Dass ich zehn Kilometer einmal in gut 50 Minuten schaffe, hätte ich vermutlich noch vor einem Jahr als utopisch abgetan. Bei der Adidas Runners City Night am vergangenen Wochenende hat das geklappt, und das Entscheidende ist: Ich konnte immer noch die Zuschauer, die Bands und alles um mich herum wahrnehmen und hatte Spaß dabei.

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Ebenfalls messbar: die Entwicklung beim Puls. Der bleibt beim Laufen deutlich niedriger – schlechte Tage, die wahrscheinlich jeder hat, einmal ausgenommen. Das Wichtige an dieser Entwicklung ist aber weniger die bloße Zahl, sondern vielmehr das daran gekoppelte Gefühl. Bei höherem Tempo dauert es länger, bis die Anstrengung spürbar wird, bei ruhigem Tempo kann ich längere Distanzen zurücklegen, ohne zu ermüden. Wobei ich das nicht nur dem Laufen, sondern auch den längeren Radtouren zuschreibe und deshalb jedem Läufer immer raten würde, sich nicht nur auf den einen Sport zu fokussieren.

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Regelmäßiges Training: Laufen bei Hitze wird erträglicher

Weitere Dinge, die sich verändert haben: Das Laufen bei sehr hohen, aber auch sehr niedrigen Temperaturen ist inzwischen eine weitaus kleinere Herausforderung für mich als noch vor wenigen Jahren. Früher habe ich bei diesen Bedingungen schnell Probleme bekommen. Das Atmen fiel mir schwerer, das Laufen übermäßig anstrengend, teilweise kam Übelkeit hinzu. Bis heute sind Temperaturen von über 28 Grad nicht meine liebsten Bedingungen zum Laufen, und die Mittagssonne würde ich immer meiden, allein aus Gesundheitsgründen. Aber das Wetter bremst mich nicht mehr aus.

Vor allem das Marathon-Training im vergangenen Jahr hat noch einmal viel bewirkt. Strecken von 15 Kilometern oder mehr haben längst keine abschreckende Wirkung mehr, sondern erscheinen gut machbar. Genauso wie mehrere aufeinanderfolgende Trainingstage. Nach einem Lauf war früher für mich klar, dass ich danach mindestens einen Tag Pause mache. Heute sind mehrere Läufe hintereinander, ohne Ruhetag dazwischen, zwar immer noch nicht die Regel, aber zumindest auch keine Besonderheit mehr.

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Damit will ich nicht sagen, dass jeder für einen Marathon trainieren muss. Sondern, dass sich das Dranbleiben lohnt – auch wenn man sich anfangs ein wenig zum Durchhalten zwingen muss. Die Fortschritte kommen. Und damit auch der Spaß, das Selbstvertrauen und der Stolz auf die eigene Entwicklung.