Seit Kurzem habe ich ein neues Hobby. Es lautet: meine Schlafdaten beobachten. Zwar besitze ich meine Sportuhr schon einige Jahre, habe sie bislang aber noch nie nachts getragen. Denn auch wenn die Uhr natürlich kaum etwas wiegt – genauer: 66 Gramm, wie meine Küchenwaage anzeigt –, merke ich schon, dass sich da etwas an meinem Handgelenk befindet, was dort eigentlich nicht hingehört. Und jegliche Störfaktoren erscheinen mir, wenn es um erholsamen Schlaf geht, eher hinderlich.
Dass ich die Uhr nun seit einigen Tagen dennoch nachts trage, hängt mit meinem langwierigen Infekt zusammen. Die Werte, die meine Uhr während meines Schlafs sammelt, können wenigstens eine Tendenz dafür liefern, wie gut ich mich nachts erhole. Und damit Hinweise dazu geben, wie mein Körper auf den langsamen Wiedereinstieg ins Lauf-Training reagiert. Denn auch, wenn Experten davor warnen, allen gemessenen Werten uneingeschränkt zu vertrauen und seinen ganzen Tag danach auszurichten, kann die Schlafüberwachung per Uhr zumindest einen groben Überblick bieten.
Schlaftracking: Diese Daten liefert die Sportuhr
Für mich, die sich noch nie genauer mit Schlaf beschäftigt hat, sind die vielfältigen Daten erst einmal faszinierend. Per Kurve kann ich beispielsweise verfolgen, wie sich mein Puls oder meine Atemfrequenz über Nacht entwickelt hat, beides soll mir Aufschluss darüber geben, wie mein autonomes Nervensystem zur Ruhe gekommen ist. Dazu kommen Werte zur Schlafmenge. Ein Diagramm mit bunten Farben zeigt die Schlafzyklen, die Anteile von Tief- und Traumschlaf und die Unterbrechungen in der Nacht, woraus die Uhr ableitet, wie gut ich mich regeneriert habe.
In den vergangenen Tagen war meine Uhr mal mehr, mal weniger zufrieden mit der Qualität meines Schlafs. Darauf aufbauend gibt sie mir Tipps, die ich wiederum mal mehr, mal weniger zufriedenstellend finde. „Achte darauf, dich tagsüber ausreichend lange in natürlichem Tageslicht aufzuhalten“, lautete etwa eine Anregung, mit der Begründung, dass dies dazu beitragen könne, nachts mehr Tiefschlaf zu bekommen. Gleichzeitig hat die Uhr genau an demselben Tag bemängelt, dass mein Tiefschlaf-Anteil in der vergangenen Nacht zu hoch gewesen sei. Die Logik hinter dem Tipp erschließt sich mir deshalb noch nicht ganz. Andererseits ist Tageslicht vermutlich nie verkehrt.
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Schlafdaten: Fitnessuhr gibt Tipps fürs Training
Andere Hinweise sind, nun ja, etwas unpräzise. „Leg los!“, lautet etwa die Anweisung an einem Tag. Die Entscheidung, auf welche Art und Weise ich loslege, hat die Uhr mir überlassen. Etwas deutlicher wurde sie bei der Beurteilung meiner Nachtruhe, die an jenem Morgen geradezu Begeisterungsstürme auslöste. „Brillant“, lautete die Einschätzung, und weiter: „In Bezug auf deinen Schlaf machst du das großartig!“ So viel Euphorie bin ich von meiner Fitnessuhr gar nicht mehr gewöhnt, aber ich habe die Würdigung dankend zur Kenntnis genommen.
An anderen Tagen ruft mich die Technik dagegen eher zur Mäßigung auf. „Höre auf deinen Körper, wenn du entscheidest, was du trainierst“, empfiehlt sie dann, oder auch: „Übertreibe es nicht, wenn dein Körper ‚Nein‘ sagt“. Unabhängig davon, ob die Schlafdaten nun vollkommen korrekt erfasst wurden oder nicht, ist dieses auf-den-Körper-Hören sicherlich immer angebracht. Gerade wenn man von einer längeren Krankheitspause zurückkommt.
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Meinen ersten Lauf zum Wiedereinstieg habe ich der Messung zufolge recht gut überstanden, zumindest waren die Werte nicht wesentlich schlechter als in den Nächten davor. Aber fast noch wichtiger: Ich habe mich danach auch noch gut gefühlt. Denn auch das ist eine Empfehlung von Experten mit Blick auf das Schlaftracking: Am Ende ist es das Körpergefühl, das mehr zählt, als die Daten, die irgendeine Uhr liefert.
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