Wenn in diesen Tagen im stillsten Park von Prenzlauer Berg die Motorsägen ertönen, dann soll dies ein Kahlschlag zum Wohle der Besucher sein. Umweltschäden und Stürme sorgten dafür, dass zwölf Bäume im Volkspark Prenzlauer Berg verloren sind. Und das Vermeiden von Astbruch und Umsturzgefahr ist nur eines der beiden Ziele, die das Bezirksamt Pankow hier verfolgt. Mit der Rodung startet zugleich das seit Jahren erwartete Projekt zu Sanierung in einer Grünfläche, wo sich chronische Schäden kaum verbergen lassen.

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1,2 Millionen Euro aus dem Parteivermögen der DDR fließen jetzt in den Bau von Gehwegen als Ersatz für buckelige Pisten, die Radfahrer oder Besucher im Rollstuhl Nerven kosten. Zur Erinnerung: Mehr als 75 Prozent der Wege galten schon im Jahre 2021 als marode. Also zu der Zeit, als sich Pankow das Geld aus einem mit insgesamt zwölf Millionen Euro gefüllten Fördertopf aus dem ehemaligen Vermögen der Partei- und Massenorganisationen der DDR sicherte. Und möglichst zügige Reparaturen im Volkspark bekannt gab.

Maroder Park auf einem Berg aus Schutt: Der Volkspark Prenzlauer Berg erhält neue Wege – und mehr nicht.
Maroder Park auf einem Berg aus Schutt: Der Volkspark Prenzlauer Berg erhält neue Wege – und mehr nicht.© Berliner Morgenpost | Thomas Schubert

Volkspark Prenzlauer Berg: Wofür die DDR-Partei-Millionen reichen – und wofür nicht

Dass die Arbeiten erst jetzt, ganze vier Jahre nach dieser Erfolgsmeldung, in Gang kommen, lag an komplizierten Schritten mit Voruntersuchungen und Ausschreibungen. Und wer glaubte, dass der Bezirk die weitläufige Grünanlage auf einem Trümmerberg an der Bezirksgrenze zu Lichtenberg, umfangreich sanieren kann, irrt. Es bleibt allein bei der Wegesanierung, bestätigt ein Sprecher von Umweltstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) auf Anfrage.

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Anders als im Park am Weißen See, wo zusätzliche Klimaschutz-Fördermittel des Bundes das Budget für die Modernisierung auf rund fünf Millionen Euro heben, muss der Volkspark Prenzlauer Berg mit dem 2021 beschafften DDR-Parteiengeld auskommen. Und so bleibt das Projekt eine ganze Nummer kleiner. „Es findet keine umfassende Sanierung der Parkanlage statt“, heißt es auf Nachfrage. Ganz anders am Weißen See, wo ab September die Erneuerung der erodierten Ufer startet. Und wo neue Hecken illegale und gefährliche Wildbade-Aktionen unterbinden sollen. Darüber hinaus sollen im Park am Weißen See glatte Wege und insektenfreundliche Laternen entstehen.

Sanierung bedeutet für Parkbesucher: Sperrungen und Lärm für Monate

Immerhin kommt das dortige Vorhaben nach jetzigem Stand ohne Baumfällungen aus. Dass im Volkspark Prenzlauer Berg dieser Tage zwölf Gehölze weichen müssen, liege am „hohen Totholzanteil und eine Vielzahl von Kronenausbrüchen“, wie das Bezirksamt Pankow begründet. Dies führe „für Nutzer der Parkanlage zunehmend zur Gefahr“. Für die betroffenen Pappeln, Robinien, Kiefern und Lärchen sei eine Regeneration nicht mehr möglich. Auch der Wuchsort direkt an den Wegen erweist sich als besonders ungünstig – so würden die Wurzeln auch den Asphalt der neuen Wege hochdrücken, wenn man die Bäume nicht entfernt.

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Für Besucher, die den abgeschiedenen Park gerade wegen des Fehlens von Partytreiben, touristischen Massenaufläufen und Musikdarbietungen mögen, beginnt nun eine entbehrungsreiche Zeit. Denn die Sanierung erfolgt abschnittsweise in drei Bauphasen, in denen Arbeiter die Asphaltdecken auf den Wegen geräuschvoll abfräsen. Also wird man mit Lärm und Sperrungen leben müssen, ehe das Projekt voraussichtlich im Oktober endet.