Gefahrenstelle entschärft, Verwaltungshandeln erledigt: Gähnende Leere an einem grünen Stadtplatz in Prenzlauer Berg führt vor Augen, was geschieht, wenn ein Bezirk Lebensrisiken seiner Bürger auf ein Minimum senkt. Drei Tischtennisplatten mitsamt Bänken sind dort aus Sicherheitsgründen seit 2024 demontiert. Aus Sorge, Platzbesucher könnten über Betonkanten im Fundament der Platten oder über Wurzeln von Bäumen stolpern. Bis heute scheint dem Pankower Straßen- und Grünflächenamt die Unfallgefahr derart eklatant, dass jegliche Möblierung ausgeschlossen wird.

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Am Stadtplatz Marie – so heißt dieser Ort – bietet sich ein kurioses Bild: Sieben orangefarbene Mülleimer der BSR flankieren eine Staub- und Steinpiste unter sattgrünen Bäumen. Ein makellos sauberer Erholungsort in einem dicht bebauten Berliner Kiez zeigt sich entvölkert. Dieser Ort könnte mit seiner Infrastruktur wahrscheinlich ein spontanes Tischtennisturnier beherbergen – wenn die Gefahreneinstufung für diesen Stadtplatz nicht so wäre, wie sie ist.

Tischtennis-Tabu in Prenzlauer Berg: Unfallschutz trifft Klimaschutz

Stadtplatz Marie Prenzlauer Berg Tischtennis
Stolpergefahr beim Pingpong: Sportgeräte sind auf diesem Platz in Prenzlauer Berg so heikel, dass der Bezirk nicht für die Sicherheit garantieren kann.© Thomas Schubert / BM | Thomas Schubert

Eine Einschätzung, die das Bezirksamt Pankow jetzt auf Anfrage des Grünen-Verordneten Jan Drewitz noch einmal bekräftigt. Der zaghaften Hoffnung, dass sich vielleicht doch eine Lösung für eine Rückkehr von Bänken und Pingpong-Platten auf der leergeräumten Fläche finden lässt? Sie ist mit der neuesten Aussage des Bezirks zerplatzt.

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Kurz gesagt lautet sie so: Die Betonflächen im Boden sind für die Tischtennisplatten zu klein. Und wenn man sie vergrößern wollte, müsste man die angrenzenden Bäume fällen. Konkret erklärt der Bezirk sein Dilemma in diesen Sätzen: „Da die danebenstehenden Bäume aus dem Baumhain zu dicht an der Fläche stehen, würden die Baumaßnahmen die Wurzeln in Mitleidenschaft ziehen, sodass der gesamte Platz umgebaut werden müsste. Wenn die Platten am alten Standort wieder neu aufgebaut werden sollen, müssten die Bäume gefällt werden.“

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Folglich lautet die Logik: Keine Baumfällung. Keine Tischtennisplatten. Keine Gefahr. Mit dem Willen, die Bäume unversehrt zu lassen, koppelt sich Risikominimierung mit Klimaschutz.

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Nicht allen leuchtet diese Logik ein. Auch Drewitz‘ Einschätzung, wonach „der Abbau der Sitz- und Sportmöglichkeiten zu erheblichem Unmut und Unverständnis im Kiez führt“, wird offenbar kein Umdenken mehr bewirken. So fragt Drewitz: „Ist dem Bezirksamt Pankow bekannt, dass in anderen Berliner Parks und Grünanlagen (zum Beispiel im Tiergarten) trotz durchwurzelter Böden Sitzgelegenheiten und Sportgeräte weiterhin zur Verfügung stehen?“ Und die behördliche Antwort: „Nein, dem Bezirksamt ist dies nicht bekannt.“ Die reine Leere in Prenzlauer Berg – sie ist offenbar nicht das, woraus man in anderen Bezirken gelernt hätte.