Es scheint, die Berliner haben auf dieses Angebot gewartet: Sperrmüll-Entsorgung im Rahmen von sogenannten Kieztagen der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) erlebt 2023 einen Boom, der auch die Verwaltung des einwohnerstärksten Bezirks erstaunt. Pankow steuert zu Weihnachten auf die Marke von 100 Tonnen Sperrmüll zu.
Bislang liegt die Abfall-Menge noch knapp darunter, wie Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) berichtet. 96 Tonnen hat die BSR von Januar bis Mitte November eingesammelt. Mehr als 6150 Bürger nutzten in dieser Zeit laut Zählung des Bezirks die Chance, Gerümpel kostenlos zu entsorgen. Und nicht, wie sonst üblich, gegen eine Gebühr abholen zu lassen oder auf eigene Kosten zur BSR zu bringen.
In der neuen Zwischenbilanz noch nicht eingerechnet ist die Sammeltour am Helmholtzplatz in der vergangenen Woche. Und es fehlen die beiden letzten Kieztage, die zum Ausrangieren von Sperrmüll in der Adventszeit kurz vor Heiligabend animiert. Am Dienstag, 12. Dezember, gastieren die Mülllaster an der Straßburger Straße 43 in Prenzlauer Berg, am Dienstag, 19. Dezember, am Kissingenplatz in Pankower Zentrum. Danach geht der Kieztag-Betrieb in eine kleine Winterpause, ehe man am 12. März am Hugenottenplatz in Französisch Buchholz fortfährt.
Sperrmüll in Berlin-Pankow: Mancher Schatz landet im BSR-Kaufhaus

Bevor man eine Schrankwand durch den Bezirk karrt, sollte man wissen: Kieztage richten sich an Bewohner eines bestimmten Stadtviertels und werden dort per Aushang an Haustüren rechtzeitig angekündigt.
Dass sich die Menge an illegalem entsorgtem Sperrmüll auf Berliner Straßen verringert, ist nur eine Hoffnung des Projekts - aber nicht die einzige. Es geht auch darum, Bewusstsein zu schaffen, für die Verwertung von Rohstoffen. Neben dem kostenlosen Angeben von Sperrmüll besteht auch das Angebot, brauchbare Gegenstände an neue Eigentümer zu vermachen. Dies gelingt entweder an Ort und Stelle, bei einem weiteren Kieztag oder im Gebrauchtwarenkaufhaus der BSR namens „NochMall“.
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Während 2022 Bezirke wie Pankow Kieztage noch selbst organisiert und mit Geld aus Förderprogrammen wie der Aktion „Saubere Sache“ einzeln bezahlt haben, gelang 2023 die Verstetigung des Projekts. Seitdem sieht die Übereinkunft zwischen Senat und BSR so aus, dass jeder Bezirk pro Monat mindestens zwei Kieztag-Termine veranstalten kann. Wobei die Angebote sich möglichst über das gesamte Gebiet der Bezirke verteilen sollen.
So beliebt das Angebot sich auch erweisen mag: Berlin steuert wohl trotzdem auf ein Rekordjahr bei Kosten für Entsorgung von illegalem Müll zu. Allein bis August belief sich die Summer bereits auf 6,1 Millionen Euro.



