Acht Tote und 60 Infizierte – das ist am Donnerstagmittag die Bilanz von zwei Corona-Ausbrüchen in zwei Seniorenheimen im Bezirk Pankow. Betroffen ist vor allem eine Einrichtung des Trägers Renafan in Buch, wo inzwischen sieben Menschen verstorben sind, die an Covid-19 erkrankt waren. Außerdem wurden in dem Heim 31 Bewohner und 14 Mitarbeiter mit Corona infiziert, wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilte. Das gesamte Haus stehe unter Quarantäne.

Die Morgenpost hatte zuvor Hinweise aus dem Umfeld des Heims erhalten. Bei einer zweiten Serie von Corona-Infektionen im St. Elisabeth-Stift am Mauerpark in Prenzlauer Berg soll ebenfalls ein Bewohner gestorben sein. 15 weitere seien infiziert, meldete der Tagesspiegel.

Ausbruch in Pankow-Buch: Träger führte 700 Corona-Schnelltests durch

Bei Renafan in Buch werden derzeit laut einer Sprecherin drei Bewohner Bewohner mit einem schweren Krankheitsverlauf im Krankenhaus versorgt. Bei den sieben Toten lasse sich nicht eindeutig nachvollziehen, ob sie sie an oder mit Corona gestorben sind, heißt es. Fünf von ihnen seien mit einem Alter von 86 bis 95 Jahren hochbetagt gewesen, zwei weitere erst Anfang 60, aber schwerst vorerkrankt. „Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Hinterbliebenen“, teilt Renafan mit.

Mit insgesamt 700 Corona-Schnelltests wurden in dem Pankower Heim bislang 14 Mitarbeiter in Pflege und Hauswirtschaft und 31 Bewohner positiv getestet- jedoch nicht gleichzeitig. Die Tests hätten sich über 20 Tage verteilt, heißt es. Von den 14 Mitarbeitern seien acht inzwischen aus der Quarantäne entlassen und wieder im Dienst. Alle Kräften arbeiten laut des Trägers unter höchsten Schutzvorkehrungen mit FFP-2-Masken, Schutzkittel und Handschuhe. Bei der Einrichtung handelt es sich um das „Service-Leben Ludwig-Park“ in denkmalgeschützten Häusern an der Zepernicker Straße.

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Träger spricht von „sehr frustrierender“ Situation

„Wir sind überzeugt, alles in unserer Macht Stehende getan zu haben und weiter zu tun, um diese Pandemie aufzuhalten beziehungsweise deren Folgen zu mildern. Gesundheitsamt, Heimaufsicht und auch das Krankenhaus Helios-Berlin-Buch bescheinigen uns, dass wir vorbildlich durch die Krise gehen. Dass es uns trotzdem nicht gelang, das Virus außerhalb unserer Einrichtung zu halten, ist sehr frustrierend für uns“, lässt Renafan zum Ausbruch im Pankower Norden erklären.

Bei allen positiv getesteten Bewohnern liege unser Fokus darauf, „jede maximal mögliche Beobachtung und Versorgung zu gewähren“. 11 BewohnerInnen galten bis Donnerstag als genesen, 13 Bewohnerinnen und Bewohner sind noch positiv.

Genau wie dort steht auch der Fall bei Renafan in Pankow unter Beobachtung des örtlichen Gesundheitsamts. „Beim Auftreten von Positivfällen, hier Ende November durch Schnelltests, werden durch das Kompetenzteam Pflege im Gesundheitsamt unverzüglich in Abstimmung mit der Einrichtung die notwendigen Maßnahmen angeordnet und regelmäßig angepasst, insbesondere Testungen und Nachtestungen, Kohortenbildung und Besuchsverbote“, erklärt der zuständige Stadtrat Torsten Kühne (CDU).

Bei Renafan in Buch handle es sich um eine größere Einrichtungen mit verschiedenen Bereichen, wie stationäre Pflege, Intensivpflege und einem Demenz-Wohnbereich. „Trotz größter Anstrengungen“ sei es nicht möglich, Ausbrüche durch zum Teil asymptomatisch erkrankte Mitarbeitende, Besucher oder Heimbewohner komplett auszuschließen, sagt Kühne.

Laut Renafan verlagern sich Corona-Fälle jetzt in private WGs

Am Freitag meldete Renafan, dass sich die Lage im stationären Bereich des Pankower Heims eher entspannt. Dafür gebe es aber jetzt vermehrt Fälle in privaten Wohngemeinschaften, die ebenfalls betreut werden. „Hier können wir weder den BewohnerInnen noch ihren Angehörigen verbindliche Hygienemaßnahmen auferlegen, wir können nur bitten“, schreibt die Sprecherin zur Situation.

Nach letztem Stand sollen 35 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert sein, davon 25 Bewohner stationär, acht im Demenzbereich und zwei im Intensivbereich. In zwei Fällen sei ein schwerer Verlauf zu beobachten.

Die Senatsgesundheitsverwaltung ließ Anfragen zu einer Einschätzung des Corona-Ausbruchs in Pankow-Buch bislang unbeantwortet.