Manche sehen im Ende des Weddinger Karstadt auch das Ende der Müllerstraße als Einkaufstraße. Wiederum andere haben die Hoffnung, dass der Umbau des Hauses Kiez und angrenzendem Leopoldplatz Aufschwung bringen. Fakt ist: Das klobige braune Gebäude, das seit mehr als 45 Jahren die Ecke Müller- und Schulstraße prägt, wird sich und den Kiez verändern. Die Berliner Morgenpost will Abschied nehmen von einem Konsum-Urgestein, in dem Generationen Gegenstände glorifizierten, Geschenke geshoppt und Geschichten geteilt wurden. Dafür brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser.

Ganz gleich, ob seit Jahren Kunde oder neulich zum ersten Mal dort gewesen: Welche Erlebnisse haben Sie mit dem Karstadt in der Müllerstraße? Dabei dürfen Familie, Freunde und Bekannte einbezogen werden. Verschwand etwa schon die Oma regelmäßig für Stunden bei Karstadt und trug die Einkäufe dann tütenweise nach Hause? Haben Sie Kurioses und Erinnerungswürdiges dort erlebt? Freunde oder gar die große Liebe gefunden?

Stammt eines ihrer ältesten Küchengeräte aus dem Weddinger Karstadt? Oder blieb das Einkaufen dort nur ein Wunsch, weil schon immer alles zu teuer war? – Diese und weitere Geschichten wollen wir hören. Ihre Berichte in Kurzform richten Sie bitte an Berliner Morgenpost GmbH, Friedrichstraße 70, 10117 Berlin, oder per E-Mail an karstadt@funkemedien.de.

Das Karstadt-Gebäude am Leopoldplatz in Berlin-Wedding.
Das Karstadt-Gebäude am Leopoldplatz in Berlin-Wedding.© FUNKE Foto Services | Sergej Glanze

Dass der Glanz des Einkaufstempels mit den Jahren gegangen ist, lässt sich schon von außen erkennen. Ein an der Fassade gespanntes Netz soll eventuell herabfallende Teile auffangen. Technisch und optisch ist das Gebäude stark veraltet. Inzwischen sind die letzten Wochen angebrochen. Davon zeugen die unzähligen Rabattschilder. „Alles muss raus“ – und gemeint ist tatsächlich alles. Das Gebäude wird nach Auskünften des Immobilienentwicklers und Eigentümers, der österreichischen Signa Holding, zunächst komplett leer gezogen. Im Jahr 2025 soll der Umbau beginnen, an dessen Ende Wohnen, Arbeiten und Einkaufen unter einem Dach stattfinden sollen.

Galeria Karstadt Kaufhof, an der Signa 50,1 Prozent der Anteile hält, hatte vor ein paar Jahren schon einige Standorte schließen wollen. In Berlin begann zunächst ein Kampf, an dessen Ende zumindest für einige Standorte die Verlängerung stand. Doch neben der Müllerstraße wackelten auch andere Filialen. Nun ist jedoch endgültig Schluss für die Weddinger Filiale sowie die an der Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg. Deutschlandweit schließen mehr als 50 Standorte.

Inzwischen hat die letzte Warenhauskette in Deutschland – für den Zusammenschluss von Galeria Kaufhof und Karstadt war der laut Medienberichten nun zum Rückzug aufgeforderte Signa-Chef René Benko verantwortlich – bereits das zweite Insolvenzverfahren hinter sich.

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