Liebe Leserin, lieber Leser,

was wird heute wichtig? Beginnen wir mit einem Blick auf die Termine des Tages:

  • Neues Licht für das Brandenburger Tor: Die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH erneuert die Fassadenbeleuchtung des Wahrzeichens. Die gewohnte Beleuchtung wird abgeschaltet und die Mondleuchte, eine leuchtende Kugel im mittleren Durchgang, installiert.

Neues aus Berlin

Offenbar versuchen einige noch zu retten, was wohl nicht mehr zu retten ist: nämlich eine Keniakoalition in Berlin. Also ein Bündnis von CDU, Grünen und SPD. Am Wochenende startete der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) einen weiteren Versuch. Vielleicht wäre eine solche Koalition möglich, unkte der Alt-Sozialdemokrat, wenn die CDU nicht den Regierenden Bürgermeister stellt, sondern ein anerkannter Fachmann ins Rote Rathaus einzieht. „Die SPD sollte sich dem Gedanken öffnen, ob man eine Keniakoalition zustande kriegt, vielleicht ohne CDU-Bürgermeister, sondern mit einer anderen Persönlichkeit“, sagte Thierse der „Süddeutschen Zeitung“. Offenbar treibt vielen Sozialdemokraten aus Schrot und Korn die Sorge um, dass die Berliner SPD sich auf ein nicht zu steuerndes Experiment einlässt. Da ist nicht nur das ungeklärte Verhältnis einiger Linker zu Israel. Auch die Vergesellschaftung von Wohnungskonzernen liegt vielen, die die soziale Marktwirtschaft schätzen, schwer im Magen.

Mehr als ein übles Aufstoßen registriert man mittlerweile bei der Bundesregierung. Nicht nur, dass sich SPD-Fraktionschef Matthias Miersch gegen Rot-Grün-Rot geäußert hat und SPD-Bauministerin Verena Hubertz per Gesetz eine Vergesellschaftung stoppen will. Auch – und man möchte sagen: natürlicherweise – wird im Unions-Lager kräftig gegen Rot-Grün-Rot gepoltert. Am Sonntag kündigte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) ein eigenes Gesetz zur Vergesellschaftung an. Sein Hebel setzt – ganz geschickt – beim Geld an. Denn da gibt es bei den Sondierern von Rot-Grün-Rot eine Obergrenze.

Berlins CDU-Chef Stefan Evers machte gegenüber meiner Kollegin Nicole Dolif noch einmal deutlich, wieso er vor dem Wochenende ein Gesprächsangebot an SPD und Grüne gerichtet hat. „Unsere Stadt darf nicht Radikalen überlassen werden. Deshalb bleibt die Hand der CDU ausgestreckt für ein Bündnis der Verantwortung und der Vernunft“, sagte Evers am Sonntag. Wieso es aber mit dem Gespräch trotzdem schwierig werden könnte und wie realistisch auch Evers sein Gesprächsangebot einschätzt, weiß Nicole Dolif. Offenbar blinken SPD und Grüne nicht nur links, sie fahren schon um die Kurve.

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Die Führung der Linkspartei um Bürgermeister-Kandidatin Elif Eralp will dann am nächsten Wochenende auf einem Parteitag das Go von der Basis für Koalitionsgespräche mit Grünen und Sozialdemokraten bekommen. Dann soll es mit Vollgas in ein Linksbündnis gehen. Mal sehen, ob der Zug nicht vor die Wand fährt.

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