Volles Haus am Sonntagnachmittag: Im Kunsthaus Dahlem und dem Brücke-Museum herrschte außergewöhnlich großer Andrang. Hunderte Menschen waren extra nach Steglitz-Zehlendorf gekommen, um sich bei feinstem Herbstwinter die Ausstellungen anzuschauen. Sie kamen wegen der Kunst – und des freien Eintritts.

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Der war nur möglich dank der großzügigen Spende einer privaten Förderin. Sie knüpfte ihre Spende an die Bedingung, dass vier Berliner Museen – das Kunsthaus Dahlem, das Brücke-Museum, das Georg Kolbe Museum und das Haus am Waldsee – einen gemeinsamen kostenfreien Museumssonntag anbieten. So, wie es in Berlin einst üblich war. Und wie es bald wieder regelmäßig stattfinden könnte.
Berlin: Rot-Grün-Rot will kostenfreien Museumssonntag zurückbringen
Bis 2024 konnten Besucher an jedem ersten Sonntag im Monat kostenfrei die Ausstellungen in rund 80 Berliner Museen besuchen. Das Projekt hatte eine klare Absicht: Alle Menschen sollten Zugang zu Kunst, Kultur und Wissenschaften erhalten – unabhängig von ihrem Geldbeutel. Gut drei Jahre lang lief das Projekt und zog Millionen Menschen in die Kultureinrichtungen.
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Doch der schwarz-rote Senat musste massive Kürzungen im Haushalt vornehmen. Vor allem kulturelle Angebote litten darunter. 2024 wurde der Museumssonntag gestrichen. Zum Bedauern vieler Berliner und Touristen.

Linke, Grüne und SPD wollen ihn nun zurückbringen. Laut Sondierungspapier planen die Parteien, an 16 Sonntagen im Jahr den kostenfreien Besuch in Museen wiedereinzuführen. Auch die Jugendkulturkarte soll wieder ins Angebot aufgenommen werden. Das 50-Euro-Guthaben für 18- bis 23-Jährige konnte in vielen Museen, Theatern und Kinos eingelöst werden.
Gratis ins Museum: „Eintritt ist eben auch eine Bürde für viele“
So lange wollte die Förderin, die den freien Eintritt im Südwesten jetzt ermöglichte, aber nicht warten. „Sie schätzt unsere vier Häuser sehr und vermisst den Museumstag“, verrät Lisa Marei Schmidt, Direktorin des Brücke-Museums. „Sie hat gefragt, ob wir das nicht zu viert machen wollen.“
Wie hoch die Spende ausgefallen ist, kann Schmidt nicht sagen. Jedes der vier Museen habe einen anderen Betrag erhalten. Je nachdem, wie hoch die Kosten für die Öffnung ausfallen. „Das ist nicht so viel Geld“, sagt Schmidt.
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Um alle Museen sonntags zu öffnen, sind pro Jahr rund zwei Millionen Euro nötig. So bezifferte es die Berliner Regierung in ihrer Sparliste 2024. „Das, was der Museumstag erreicht und ausgelöst hat, ist so viel mehr wert als das, was er gekostet hat“, betont Schmidt. Es gehe vor allem um Teilhabe. „80 Prozent der Besucher sind damals gekommen, eben wegen dieses freien Eintritts.“
Und tatsächlich bestätigen viele Besucher vor Ort, dass das gesparte Geld sie nach Dahlem zog. Viele sind extra aus Weißensee, Neukölln und Friedrichshain angereist. Einige, wie Caro und Catrin, outen sich als Museumsfans. Sie fahren überall hin – egal, wie weit weg. Egal, wie teuer. Das ist es ihnen wert.
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Trotzdem haben sie heute acht Euro für das Kombiticket gespart. „Wir fänden es toll, wenn regelmäßig wieder alle was davon haben.“ Egal, wen man im Museum anspricht: Alle wollen den Museumssonntag zurück. Alle betonen, wie wichtig der kostenfreie Tag ist.
„Deshalb ist es super, dass er jetzt im Sondierungspapier steht. Das wünschen sich alle Museen, weil wir darüber ganz andere Besucherinnengruppen erreichen können“, sagt Schmidt. „Eintritt ist eben auch eine Bürde für viele.“








