Wenige Stunden nach einer fast tödlichen Messerstecherei am Volkspark Wilmersdorf am Freitagmittag hat sich noch am selben Tag ein 19-Jähriger den Behörden gestellt. Er sei in Gewahrsam genommen worden, teilte die Berliner Polizei am Samstagnachmittag mit. Ein 18-Jähriger war durch die Stiche lebensgefährlich verletzt worden. Er musste mehrfach notoperiert werden. Er schwebte noch Stunden nach der Tat in Lebensgefahr, wie aus dem Bericht weiter hervorgeht.

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Laut Polizei kam es gegen 13.30 Uhr zunächst zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen auf der Prinzregentenstraße. Auf der einen Seite der später Angestochene und ein 19 Jahre alter Begleiter, auf der anderen drei Männer, die schließlich „aufeinander einschlugen“.
Der eskalierte, als einer aus der größeren Gruppe ein Messer zog und zustach. Der Getroffene soll sich daraufhin zunächst vom Ort entfernt haben, während weiter auf seinen Begleiter eingeschlagen und eingetreten worden sei. „Kurze Zeit später kehrte der 18-Jährige zurück und es kam zu weiteren gegenseitigen Angriffen“, schreibt die Polizei. Erst als Zeugen die Gruppen trennten, sei die um den Messerstecher in Richtung des Parks geflohen. Ob es sich dabei um den 19-Jährigen handelt, der sich später stellte, ist unklar.
Polizei war mit 60 Einsatzkräften vor Ort
Die Polizei war mit 60 Einsatzkräften vor Ort, der Tatort wurde weiträumig abgesperrt. Da die Möglichkeit besteht, dass sich weitere Täter noch in der Nähe aufhalten, wird am Boden und auch in der Luft mit einem Polizeihubschrauber nach ihnen gesucht. Zur Sicherheit seien auch zwei Schulen in der Nähe abgesichert worden. Einige der Teilnehmer sollen dort Schüler sein, hieß es am Freitag.
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Messergewalt ist ein wachsendes Phänomen in Berlin
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. „Messergewalt ist ein wachsendes Phänomen in unserer Gesellschaft, weil immer mehr, gerade junge Männer mit einem Messer bewaffnet aus dem Haus gehen und bereit sind, es einzusetzen“, sagt Benjamin Jendro, Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei GdP. „Wenn es dann zu Konflikten kommt, ist der Griff in die Hosentasche nicht mehr weit entfernt.“
Auch deshalb fordere die GdP ein generelles Trageverbot jeglicher Messer in der Öffentlichkeit mit berufsbedingten Ausnahmen sowie eine schärfere Einstufung derartiger Angriffe in Strafrechtsverfahren, wo sie oftmals zu niedrig bewertet werden. „Unsere Kollegen haben auf die sofortigen Maßnahmen, auch dem Schutz der umliegenden Schulen, hoch professionell reagiert und werden losgelöst davon ihr Bestes geben, um diese Tat aufzuklären und den Angreifer ausfindig zu machen“, so Jendro weiter. Schon wenige Stunden nach der Tat war allerdings wieder Ruhe am Tatort eingekehrt. Die Polizei führte Zeugenbefragungen durch und patrouillierte mit zwei Einsatzwagen im Gebiet.
In ganz Berlin registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 3599 Fälle im Bereich „Messerangriff“ und damit 5,5 Prozent mehr als 2024. Zum Anstieg trug dabei auch eine neue verpflichtende Erfassung bei, die Teil der Strategie des Senats gegen die gravierende Messerkriminalität ist.







