Eine Frau schrie immer und immer wieder. So berichtet es ein Zeuge. Schaulustige hatten sich am Donnerstagabend auf der anderen Seite der Reinickendorfer Straße vor dem Bolu Supermarkt versammelt und beobachteten die grausige Szenerie. Teile der Straße waren auf Höhe der Pankstraße gesperrt. Polizeiautos säumten die Straße, Blaulicht flackerte durch die Berliner Nacht. Auf dem Bürgersteig war augenscheinlich ein weißer Sichtschutz errichtet worden.

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Ein junger Mann ist in Berlin-Gesundbrunnen bei einer Auseinandersetzung tödlich verletzt worden. Trotz Reanimierungsversuchen der Feuerwehr verstarb er noch an Ort und Stelle. Es habe einen Streit zwischen mindestens zwei Personen gegeben, sagte zunächst ein Sprecher der Berliner Polizei. Eine Person sei festgenommen worden.

Der Täter versuchte noch zu flüchten

Am Nachmittag nannten Polizei und Staatsanwaltschaft mehr Details zu dem Vorfall: Demnach erschien ein 34 jähriger Mitarbeiter gemeinsam mit seinem 37-jährigen Bruder gegen 21 Uhr zu einem verabredeten Treffen in den Räumlichkeiten einer ansässigen Firma. Zwischen dem Mitarbeiter und dem 25 jährigen Geschäftsführer, der sich in Anwesenheit von zwei männlichen Familienangehörigen befand, entwickelte sich ein Streitgespräch. Im Verlauf der Auseinandersetzung soll der 37 Jährige den Geschäftsführer dann mit einem Messer angegriffen und ihn mit mehreren Messerstichen tödlich verletzt haben.

Anschließend flüchtete der 37-Jährige mit seinem Bruder und einer Frau in einem Auto. Beide Männer konnten gegen 21:30 Uhr durch Polizeikräfte in der Burggrafenstraße festgenommen werden. Da beide ebenfalls Verletzungen aufwiesen, wurden sie für eine ambulante Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Der 37-Jährige kam im Anschluss in Polizeigewahrsam.

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Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Tötungsdelikt

Die Polizei schloss die Spurensicherung am frühen Freitagmorgen ab. Die Staatsanwaltschaft übernahm daraufhin die Ermittlungen wegen eines vollendeten Tötungsdelikts. Am Freitagmorgen erinnerte allerdings nur noch wenig an die grausige Tat: das Polizeisiegel an der Tür vor dem Geschäft, vor dem es passierte, und das weitgestreute Bindemittel, um das Blut auf dem Asphalt zu lösen. Der Tatort ist ein Autohandel. In den umliegenden Kneipen, Bars, Cafés und Shisha-Lounges will man nichts von dem letztlich tödlichen Streit mitbekommen haben.

Gegend ist für Polizeieinsätze bekannt

In den vergangenen fünf Jahren sei die Polizei hier bereits wegen einer Messerstecherei vor einer Bar, einem Schusswaffenmord und einem Femizidversuch in einem Treppenhaus ausgerückt, heißt es von einem Anwohner.

„Auf unseren Straßen herrscht nicht Sodom und Gomorrha“, sagt Benjamin Jendro, Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei GdP. „Aber es ist besorgniserregend, wie die Messergewalt in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren immer weiter zugenommen hat.“ Immer mehr, vor allem junge Männer und Jungs, gingen heute nicht mehr ohne Messer aus dem Haus und seien bereit, es einzusetzen. „Lokale Messerverbotszonen sind keine Lösung in einer Stadt, in denen gewalttätige Auseinandersetzungen überall passieren“, so Jendro weiter. Wir brauchen abschreckende Urteile, die sachgemäße Einstufung von Messerangriffen als Tötungsdelikte und ein generelles Trageverbot jeglicher Messer in der Öffentlichkeit.“

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In ganz Berlin registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 3599 Fälle im Bereich „Messerangriff“ und damit 5,5 Prozent mehr als 2024. Zum Anstieg trug dabei auch eine neue verpflichtende Erfassung bei, die Teil der Strategie des Senats gegen die gravierende Messerkriminalität ist.