Liebe Leserin, lieber Leser,
bevor wir zum Arbeitsprogramm für Touristen in Berlin kommen, vorab eine Lockerungsübung.
Welcher Bundesminister sitzt im Hertha-Trikot am Arbeitsplatz und ist auch noch stolz darauf? Auflösung hier.
Und welcher Ex-Bundesminister sitzt im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf und wundert sich? Auflösung hier.
Nun aber zu den Touristen und ihren neuen Aufgaben in der Hauptstadt.
Arm, aber sexy – war gestern. Berlin hat lange von seinem Image gelebt. Klaus Wowereit fasste es in dem berühmten Slogan zusammen. Damit konnte man Scharen von gut gelaunten und gern feiernden Touristen nach Berlin locken. Alles nicht so teuer wie in anderen europäischen Großstädten, aber ungemein spannend. So war Berlin in den 90ern und 2000er-Jahren. Und heute?

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Teuer und nicht mehr ganz so sexy. Neue Wohnungen sind für die, die hier leben wollen, fast unbezahlbar geworden. Für die, die nur kurz bleiben: Auch die Hotelpreise haben angezogen. Das Essen in Restaurants kostet häufig so viel wie in Paris. Und die Clubs, die den Sex-Appeal der Stadt über Jahre ausgemacht haben, verlieren im internationalen Ranking, sind durch Autobahnen oder neue Wohnungen bedroht – oder verschwinden ganz. Heute ist die Stadt teuer und noch etwas sexy.
Und morgen? Wie will sich Berlin präsentieren?
Ausgerechnet die Touristenwerber von Visit Berlin wollen nun Touristen dazu bewegen, die Stadt sauberer zu machen, nachhaltiges Tourismuskonzept, sagen sie dazu. Oder „Tue Gutes für Berlin“. Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) findet, dass das Konzept einen „echten Mehrwert“ für die Berlinerinnen und Berliner hat. Die Touristen jedenfalls sollen überzeugt werden, Blumen zu pflanzen oder Müll aufzuräumen. Wer das macht, wird mit Freigetränken in Clubs und nächtlichen Schwimmbadbesuchen belohnt. Hannah Köllen kennt die Details.
Aber hat jemand mal überlegt, wie Berlin nun nach außen wirkt? Wenn Touristen, die sich eigentlich amüsieren und Geld in der Stadt lassen sollen, nun zum Hilfstrupp der BSR werden sollen? Statt Bierschlucker nun Müllschlucker?
Nach vier Wochen soll Bilanz gezogen werden. Schauen wir mal.
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Außerdem wichtig
Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel hatte erst kürzlich bei uns in der Berliner Morgenpost erklärt, man kenne mittlerweile einige Hintermänner und Strukturen des Waffenhandels in Berlin. Am gestrigen Mittwoch gab es gleich mehrere Durchsuchungen und Festnahmen. Es berichtet Alexander Rothe. Unsere große Video-Dokumentation zum Thema „Schüsse in Berlin“ sehen Sie hier.
Krisengipfel zum gesperrten Hauptgebäude der Technischen Universität: Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) und Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD) machten sich ein Bild von der katastrophalen Situation im Keller des wichtigsten Hauses der Uni an der Straße des 17. Juni. Und es gibt eine positive Botschaft: Erstes Geld für eine Sanierung wird kommen. Hans-Cord Hartmann berichtet.
Morgenpost wirkt: Wir haben als Erste über das zu schwere Chemie-Abitur berichtet. Und es war wohl ein Fehler. Zumindest für einige Schülerinnen und Schüler in Berlin waren die Aufgaben nicht lösbar, weil sie im Unterricht nicht durchgenommen worden waren. Das muss jetzt auch die Bildungsverwaltung des Senats einräumen. Wie es nun weitergeht, lesen Sie hier.

Sie wollen noch wissen, wieso der Schauspieler Wolfram Koch in der Antarktis war? Richtig gelesen. In der Antarktis. Was das mit Berlin und dem Deutschen Theater zu tun hat, lesen Sie hier. Kulturchef Felix Müller hat mit Koch gesprochen.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Feiertag. Genießen Sie Christi Himmelfahrt.
Ihr Gilbert Schomaker,
stellvertretender Chefredakteur
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