Die Technische Universität (TU) ist das neue Sorgenkind Berlins. Das Hauptgebäude ist wegen baulicher Mängel seit Samstag geschlossen. Nach einer Begehung vor Ort des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU), Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra und Bausenator Christian Gaebler (beide SPD), kündigte Czyborra als erste konkrete Maßnahme an, dass der Senat trotz der prekären Haushaltslage 20 Millionen Euro zur Bewältigung der Lage mobilisieren werde. Das Geld stamme aus der Schnellbauinitiative des Bundes und solle nun an die TU umgeleitet werden, um den „dringlichsten Bedarfen“ zu begegnen, so Czyborra. Ziel müsse es sein, den bestehenden Schaden schnellstmöglich zu beheben und weitere Schließungen zu verhindern.

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Es gehe nun darum, „die schlimmsten Stellen, die jetzt wirklich gefährdend sind, zuerst anzufassen“, so die Senatorin. TU‑Präsidentin Fatma Deniz ergänzte, ihre Universität erarbeite einen Masterplan. Dieser soll die verschiedenen Baustellen an der TU koordinieren und festlegen, wann welche Sanierung angegangen wird.
Der Reg. Bürgermeister @kaiwegner hat sich heute mit Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra, der Präsidentin der @TUBerlin, Fatma Deniz, sowie dem Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Christoph Brzezinski, am Hauptgebäude der TU Berlin ein Bild von der aktuellen Lage gemacht. pic.twitter.com/ZpTkE3jBUF
— Senatskanzlei Berlin (@RegBerlin) May 13, 2026
Marode TU Berlin: Zelte für Studierende?
Wofür die nun extra bereitgestellten 20 Millionen ursprünglich konkret eingeplant waren, wollte Czyborra am Mittwoch auf Nachfrage nicht sagen. Dafür ergänzte sie in Richtung TU-Leitung: „Wenn die TU noch etwas in den Topf wirft, dann kommen wir schon ein paar Tage weiter.“ Hochschulpräsidentin Deniz zeigte sich offen dafür. „Wir werden auch bei uns gucken“, sagte sie. „Wahrscheinlich werden wir die Bauunterhaltskosten einbeziehen.“ Mit wie vielen kurzfristig bereitgestellten Mitteln für die Sanierung vonseiten der Hochschule zu rechnen ist, konnte Deniz aber noch nicht sagen.

Zu den konkreten Mängeln hatte die Präsidentin der Hochschule in der RBB-Sendung „Abendschau“ am Dienstag erklärt, die Probleme seien bei Brandschutz-Sicherheitsbegehungen im Keller festgestellt worden. „Zum Beispiel die Brandschutztüren sind nicht intakt oder auch die elektrische Versorgung zu der Sicherheitsbeleuchtung ist mangelhaft und auch die Löschwassereinspeisung hat Mängel.“
Der Mann, der die überraschende Schließung des Hauptgebäudes der TU am Freitag vergangener Woche zu verantworten hatte, ist Christoph Brzezinski (CDU). Er ist Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung in Charlottenburg-Wilmersdorf und als solcher für die bezirkliche Bauaufsicht zuständig. Die Entscheidung am Freitag sei ihm nicht leicht gefallen, sagte er am Mittwoch. Doch weil es um die Sicherheit der hier arbeitenden und studierenden Menschen gehe, habe man keine andere Möglichkeit gesehen.
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Wann das geschlossene TU-Hauptgebäude wieder öffnen kann, ist derzeit noch unklar. Laut TU‑Präsidentin Deniz sei das momentan schwer zu sagen. Zunächst müsse ein vollständiger Überblick über die Schäden gewonnen werden. Bei der Begehung seien große Mängel sichtbar gewesen. Diese würden nun abgearbeitet. „Wir machen jetzt diesen Masterplan.“ Dabei werde geschaut, was kurzfristige und was mittelfristige Maßnahmen seien und von wo finanzielle sowie personelle Unterstützung komme. Die Universität sei dabei im sehr engen Austausch mit der Senatsverwaltung. Kurzfristig gebe es neben digitalen Veranstaltungen auch Überlegungen, Zelte für die Studierenden aufzustellen. Dafür würden wegen der hohen Kosten auch Sponsoren gesucht.

Natürlich wünsche sie sich, dass ganz schnell „während des Semesters wieder aufgemacht werden kann, damit man vielleicht in den Semesterferien Weiteres abarbeiten kann“, sagte Czyborra. „Aber es ist ja richtig, es hat keinen Zweck, wenn wir den einen Mangel beseitigt haben, wieder zu öffnen und dann kommt ein neuer, größerer Mangel, der die Schließung wieder nötig macht.“ Das sei kein guter Plan. „Insofern ja, so schnell wie möglich, mit allen Kräften, die wir haben, mit aller Unterstützung, die wir bieten können – aber natürlich nicht kopflos.“
Mit dw/lth/dpa






