Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel sieht gelassen auf den diesjährigen 1. Mai am kommenden Freitag. „Ich gehe davon aus, dass sich der Trend der zunehmend friedlicheren Gewerkschaftsdemos und Veranstaltungen auch 2026 fortsetzen wird“, sagt sie. Zuletzt war auch die linksradikale „Revolutionäre 1. Mai“- Demonstration in Kreuzberg und Neukölln immer störungsfreier verlaufen.

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2025 wurden demnach lediglich 62 Straftaten registriert, die meisten davon nicht einmal entlang der Aufzugstrecke. 13 Polizisten wurden verletzt, von denen zehn ihren Dienst fortsetzen konnten. In diesem Jahr mussten im Vorfeld nur sechs Gefährderansprachen mit bekannten Mitgliedern der propalästinensischen Szene  durchgeführt werden.

5000 Einsatzkräfte werden am 1. Mai Präsenz zeigen

Dennoch plant die Berliner Polizei auch in diesem Jahr mit einem Großaufgebot. Mehr als 5300 Einsatzkräfte werden es am Freitag sein, 1800 am Donnerstag zur Walpurgisnacht. Unterstützungseinheiten kommen aus zehn Bundesländern und von der Bundespolizei. 205 zusätzliche Streifen werden Präsenz im Stadtgebiet zeigen. Jahr für Jahr ertönt daher die Frage: Ist der ganze Aufwand überhaupt noch notwendig?

Ja, sagt Stephan Katte, Chef der Direktion Einsatz/Verkehr bei der Berliner Polizei und damit seit sieben Jahren für den Polizeieinsatz rund um den Tag der Arbeit zuständig. Und das aus mehreren Gründen. „Die Anzahl der Einheiten verteilt sich auf viel mehr Veranstaltungen als früher“, sagt Katte. Für den abendlichen Aufzug selbst seien lediglich 800 Kräfte eingeplant, den ganzen Tag über müssten allerdings 79 Versammlungen mit teils mehreren Tausend Teilnehmern betreut werden. Davon allein zehn im Grunewald und 60 im Bereich des Görlitzer Parks. Hinzu komme die Situation in überfüllten Parks und Grünanlagen bei herrlichstem Wetter.

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Mehr Aufgabe für die Berliner Polizei am 1. Mai

Des Weiteren sei die Aufgabenlast der Polizisten stetig größer geworden. Mittlerweile benötige man Polizeibeamte für den Zufahrtsschutz von Demonstrationsstrecken, für die Drohnenabwehr, das Crowd-Management an überfüllten Orten, das Absuchen und Sichern von Dächern - sowie für die Entsorgung von Müll im Vorfeld. „Wir sorgen dafür, dass keine losen Flaschen an Glascontainern stehen“, so Katte. Arbeitsrechtliche Entwicklungen hätten ebenfalls ihren Anteil. Während Polizeikräfte früher teilweise von morgens früh bis tief in die Nacht gearbeitet hätten, würde heute auf die Dienstzeiten und das Auswechseln der Teams geachtet.

Zudem wird auch in diesem Jahr wieder mit einer Teilnehmerzahl von 10.000 bei der „Revolutionären 1. Mai“-Demo gerechnet. Man wolle daher eine gewisse Präsenz entlang der Weckstrecke und auch am neuen Zaun um den Görlitzer Park beibehalten, um Sachbeschädigungen an Hausfassaden und Autos vorzubeugen. „Unsere Einsatzkräftezahl basiert auf unseren Erfahrungswerten“, unterstreicht Polizeipräsidentin Slowik Meisel. „Die Einheiten können flexibel und je nach Lage im Einsatzgebiet verteilt werden.“ Damit es auch 2026 so friedlich bleiben kann wie in den Vorjahren.